Wie eine Senioren-WG: Bewohner erzählen aus ihrem Alltag

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Sprachen mit „Fulda aktuell“ über ihr Leben im „DRK St. Lioba“-Seniorenzentrum (von links): Maria Thomanik, Günther Gabriel und Anna-Maria Krümmer. Carmen Farnung (rechts), stellvertretende Einrichtungsleiterin, und Tagesbegleiterin Marzana Klinke kümmern sich um das Wohl der Senioren.

Der zweite Teil der Pflegeserie von Fulda aktuell beleuchtet den Alltag einiger Senioren in einem Pflegeheim.

Fulda - Der Umzug aus den eigenen vier Wänden in ein Seniorenzentrum bedeutet eine große Umstellung, nicht nur, dass man sein gewohntes Umfeld verliert, man muss sich an andere Menschen und deren Eigenheiten gewöhnen. Dieses Abenteuer haben Anna-Maria Krümmer (82), Maria Thomanik (95) und Günther Gabriel (92) bereits hinter sich. Sie fühlen sich wohl im „DRK St. Lioba“-Seniorenzentrum in der Boyneburgstraße 1 in Fulda. Alle drei sind aus verschiedenen Gründen in das Pflegeheim gezogen. Mit „Fulda aktuell“ sprechen sie über die Umstellung und ihr neues Leben im „DRK St. Lioba“.

Anna-Maria Krümmer ist erst seit einigen Monaten Teil der „DRK St. Lioba“-Hausgemeinschaft. „Mein Vermieter hatte Eigenbedarf angemeldet, sodass ich in meiner Wohnung nicht mehr bleiben konnte“, berichtet sie. Also fragte sich Krümmer: „Wohin?“ Die Entscheidung fiel dann auf das Pflegeheim des „DRK“. „Ich hatte Glück, dass ich ein Zimmer bekommen habe. Meine Kinder wohnen nicht weit weg, und auch mein Urenkel kann mich, dank der räumlichen Nähe, häufig besuchen“, freut sich Krümmer. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt sie. Eine, die für ihre Aktivität und Geselligkeit im ganzen Haus bekannt ist, heißt Maria Thomanik. Vor über drei Jahren erlitt sie einen Schlaganfall und nach ihrem Krankenhausaufenthalt wollte Thomanik nicht alleine wohnen. „Ich helfe hier mit, wo ich kann“, so Thomanik. „In unseren Wohngemeinschaften wird frisch gekocht und auch gebacken, die Bewohner haben die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen, dieses Angebot nimmt Frau Thomnaik gerne an“, erklärt Carmen Farnung, stellvertretende Einrichtungsleiterin. Ebenso nutzt Thomanik die vielen angeboten Aktivitäten des Hauses. „Hier kommt man richtig in Freizeitstress“, lacht die 95-Jährige, die eigentlich immer unterwegs ist. Sei es Auspowern beim „Smovey“, kreatives Arbeiten beim Basteln oder Erkundungstouren innerhalb der Tagesausflügen – Thomanik nutzt jede Gelegenheit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und ihre Freizeit zu gestalten. Ebenfalls engagiert sie sich im Einrichtungsbeirat und gestaltet so das Seniorenheimleben mit. Ihr Beiratskollege Günther Gabriel wollte nicht mehr alleine wohnen. „Das ist nicht schön“, sagt er. Das Seniorenheim sei kein Ersatz, aber eine schöne Alternative. Sein Zimmer hat er sich selbst eingerichtet und das ein oder andere Erinnerungsstück hat einen Platz gefunden. Für Gabriel ist es wichtig, dass er noch selbst bestimmen kann. „Ich laufe gerne, dabei nutze ich nicht nur den Garten des Pflegeheims, sondern erkunde auch die Umgebung“, berichtet Gabriel. Innerhalb der Hausgemeinschaften leben elf Personen. „Wir sind wie eine große Familie“, erklärt Gabriel. „Und auch das Essen schmeckt“, sagt er. Thomanik fügt an: „Man muss sich manchmal nur an die Essensgewohnheiten der anderen Bewohner gewöhnen.“ Das Gefühl, gut umsorgt und nicht alleine zu sein, ist für die drei Bewohner am wichtigsten. Dafür sei auch das Personal der Einrichtung verantwortlich. Ein Tagesbegleiter ist immer vor Ort und unterstützt dadurch die Pflegekräfte. „Daher sind die Bewohner nie allein, es gibt immer eine freundliche Ansprechpartnerin vor Ort, wenn die Pflegemitarbeiter gerade in den Apartments beschäftigt sind“, so Farnung. Aber auch das Gestalten des eigenen Alltags finden sie gut und wichtig. „Jeder kann hier tun, was er möchte. Wenn jemand das Beschäftigungsangebot nutzen möchte, ist er willkommen, aber wir bieten auch Rückzugsorte für die, die lieber alleine sein oder einfach mal entspannen möchten. Unser Massagesessel ist beispielsweise sehr beliebt“, so Farnung. Auch für die Mitarbeiter sorge das Seniorenzentrum gut: „Das ,DRK Seniorenzentrum‘ wurde vor kurzem von der Zeitschrift ,Brigitte‘ zum ,Besten Arbeitgeber für Frauen‘ gekürt“, berichtet Farnung.

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