Eine Synagoge für Fulda

Von Norman Krtge Fulda. Als Fuldas frherer Oberbrgermeister Wolfgang Hamberger die Idee prsentierte, der kleinen Jdische

Von Norman Krtge

Fulda. Als Fuldas frherer Oberbrgermeister Wolfgang Hamberger die Idee prsentierte, der kleinen Jdischen Gemeinde in der Domstadt ein neues Zuhause in der alten Jdischen Schule in der Von-Schildeck-Strae zu geben, war Moritz Neumann zunchst eher skeptisch. Der Landesvorsitzende der Jdischen Gemeinden in Hessen, selbst ein gebrtiger Fuldaer, glaubte vor rund 16 Jahren nicht so recht an das Wiedererstarken der damals 30 Mitglieder zhlenden Gemeinde. Doch schon lange kann die im ersten Stock des Ziegelsteingebudes angesiedelte Synagoge keinen ausreichenden Platz mehr geben. 48 Sitzpltze bittet sie, doch inzwischen gehren 500 Mitglieder offiziell der Gemeinde an. Das ist das Ergebnis der kontinuierlichen Zuwanderung vornehmlich aus der ehemaligen Sowjetunion.

Wir benutzen teilweise profane Biertisch-Bnke, um Sitzpltze zu schaffen, sagt Linde Weiland, Vorsitzende der Jdischen Gemeinde: Viele kommen erst gar nicht mehr, weil sie wissen, dass kaum Platz ist. Deshalb sammelt die Gemeinde bereits seit einigen Jahren fr einen Neubau der Synagoge, die in der Reichspogromnacht 1938 in Brand gesteckt wurde. Gebaut werden soll nicht an dem alten Standort Am Stockhaus sondern im Hof des Kulturzentrums, wo sich derzeit ein Parkplatz und eine alte Toilettenanlage befinden. Es soll kein Prachtbau werden wie die alte Synagoge, sondern ein Zweckbau, erzhlt Weiland.

Drei Millionen Euro wird einer vorlufigen Berechnung zufolge allein der Rohbau kosten. 120.000 Euro hat die Gemeinde mit der tatkrftigen Untersttzung eines Frderkreises in den vergangenen Jahren bei den unterschiedlichsten Anlssen gesammelt. Hinzu kamen zwei Grospenden.Und diese Woche berreichte Rudolph Summa, Prsident des Rotary Clubs Fulda eine Scheck ber 12.000 Euro: 2000 Euro stammen aus dem Erls eines Konzertes, 10.000 Euro sind reine Spende. Die jdische Gemeinde soll wieder eine ihr angemessene Synagoge erhalten, sagte Summa. Linde Weiland bezeichnete die grozgige Spende als Bonbon. Deshalb will die Jdische Gemeinde das Geld nur indirekt in den geplanten Neubau stecken. Wir wollen davon eine historische Thora-Rolle kaufen, sagte Weiland. Und diese soll dann einmal symbolisch vom Kulturzentrum in die neue Synagoge getragen werden, lie Weiland verlauten.Bis dahin kann es allerdings noch dauern. Ich denke, dass wir in zehn Jahren mit dem Bau beginnen knnen, so die Vorsitzende. Aber dies sei nicht schlimm eher von Vorteil. Durch die vielen kleinen Spenden wchst sowohl bei den Gemeindemitgliedern als auch bei den nicht-jdischen Brgern das Bewusstsein dafr. Die Synagoge soll ein Teil von Fulda werden wie der Dom, meint Weiland.

Fuldas Oberbrgermeister Gerhard Mller wei von dem lang gehegten Wunsch der Gemeinde, fragt sich aber angesichts der Hhe des Investitionsvolumens ob er auch realisierbar ist. Die Jdische Gemeinde hat in ihrem jetzigen Domizil auch Wnsche und Anliegen, die es vorrangig zu realisieren gilt, so Magistratspressesprecher Michael Schwab. Erst jngst fand im Stadtschloss ein Treffen mit dem Landesvorsitzenden Moritz Neumann statt. Thematisiert wurde unter anderem ein Fahrstuhl fr ltere und Gehbehinderte, denn der Gebetsraum liegt im Obergeschoss und die Zahl lterer Gemeindemitglieder nimmt immer mehr zu, wie Gusmann erluterte.

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