Eine unerschrockene Frau an der Spitze der USA

Klare Worte von Redaktionsleiter Bertram Lenz zur künftigen Vizepräsidentin der USA Kamala Harris.

Drei Personen sind es, die seit dem letzten Wochenende die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Debatte nicht nur in den USA dominieren: der (noch) amtierende und krampfhaft an seinem Sessel klebende Präsident Donald Trump, sein designierter Nachfolger Joe Biden und dessen künftige Vizepräsidentin Kamala Harris.

Während die meisten klar denkenden Menschen mit dem aus Wilmington stammenden Biden vielschichtige Hoffnungen verknüpfen – so in Osthessen, dass er Fulda und damit die Partnerstadt besuchen möge –, richten sich andere Blicke auf Harris. Denn bei der 56-Jährigen sollte man davon ausgehen, dass sie viel länger als nur die kommenden vier Jahre eine wichtige Rolle in Washington spielen wird.

Der Senatorin aus Kalifornien täte man jedenfalls bitter Unrecht, würde man sie auf die Attribute „Frau“ und „schwarz“ minimieren. Denn Harris verkörpert den Typus der unerschrocken und gegen jede Form von Autorität und (soziales) Unrecht aufbegehrenden Amerikanerin. So wie beispielsweise die Sängerinnen Joan Baez, Patti Smith oder Joni Mitchell, deren Kunst immer auch politisch gewesen ist.

Zurück zu Harris: Herzlich und voller Energie gestaltete sie ihre Wahlkampfauftritte, auch wenn man sich von diesen Bildern nicht täuschen lassen sollte. „Kamala ist klug, tough. Sie hat Erfahrung. Eine Kämpferin für die Mittelschicht. Sie weiß, wie man regiert und harte Entscheidungen trifft. Sie kann mit diesem Job sofort loslegen“, so Biden über sie. Dass Harris es geschickt versteht, sehr medienwirksam aufzutreten und dabei mit Symbolen zu arbeiten, wurde schon an dem Tag deutlich, an dem Trumps Wahlniederlage durchgesickert war. Die Farbe ihres „Power Suits“ sorgte sofort für Aufregung und Gesprächsstoff. Denn Weiß gilt nicht nur als „demokratische“ Farbe, sondern auch als Symbol der Suffragetten-Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts und damit als Zeichen weiblicher Solidarität und politischen Widerstandes. Denn damals protestierten Frauen in weißer Kleidung für ihr Wahlrecht und damit letztendlich für die Emanzipation.

Harris steht damit ganz in der Tradition unter anderem auch von Nancy Pelosi und anderer Demokratinnen während Trumps Rede zur „Lage der Nation“ Anfang 2019. Oder von Hillary Clinton, die einen weißen Hosenanzug trug, als sie 2016 zur ersten weiblichen Präsidentschaftskandidatin berufen wurde. Eine Zukunft, die auch für die designierte Vize-Präsidentin in Frage kommen dürfte. Denn von Kamala Harris wird die Welt noch eine ganze Menge hören.

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