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Auf einen Kaffee mit Heribert Prantl: Die Fulda aktuell-Redaktion im Gespräch mit dem Journalisten, Juristen und Autor

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Von: Antonia Schmidt

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Am vergangenen Samstag referierte der Journalist Heribert Prantl vor rund 200 Menschen in Fulda. Die Redaktion hat ihn auf einen Kaffee getroffen.

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Fulda - Für einen Journalisten ist es immer etwas Besonderes einen Kollegen zu interviewen. Vor allem, dann wenn es sich um einen Hochkaräter wie Heribert Prantl handelt. Der Ressortleiter „Meinung“ der „Süddeutschen Zeitung“ war am Samstag zu Besuch in Fulda, die „KAB“ hatte den Journalisten als Referenten zu ihrer Jahresauftaktveranstaltung eingeladen. Rund 200 Besucher lauschten gespannt den Worten Prantls zum Thema „Vom Populismus zum Extremismus – Die Wiedergeburt von alten Wahnideen und Idiotien – und was dagegen zu tun ist“. Michael Schmitt von der „KAB Fulda“ freute sich, dass er den Journalisten, Juristen und Autor für die Veranstaltung im „Bonifatiushaus“ hatte gewinnen können.

Die „Fulda aktuell“-Redaktion traf Prantl vorab auf einen Kaffee. In Zeiten von „Fake News“ und Fälscheräffaren durch Journalisten wie Claas Relotius hat das Schreiberhandwerk derzeit schwer zu kämpfen. Prantl hat trotzdem Spaß an seinem Beruf, denn: „Ich bin vor 32 Jahren Journalist geworden und habe es noch keinen Tag bereut. Ich hatte auch Spaß als Rechtsanwalt und Staatsanwalt. Wir leben in interessanten Zeiten, politisch und journalistisch hat sich viel getan.“

Der 65-Jährige erinnert sich noch an die Anfänge und bemerkt den Umbruch im Journalismus. Es brauche vor allem Neugier, um als Journalist zu arbeiten. Prantl vermisst die gut recherierte Nachricht und bedauert die „übertriebene Liebe zu glanzvollen Reportagen“ in der Presse. Zu Relotius sagt Prantl: „,Der Spiegel’ hat ihm einfach zu sehr vertraut, ich empfand seine Reportagen nicht so überragend, als dass er mit Preisen überschüttet werden müsste. Sie waren zu geschäumt, um wahr zu sein.“ Gerade, wenn man zurückschaue und die Geschichte lese, mit der „Der Spiegel“ groß geworden ist, sei die Wahl der vielen Reportagen nicht nachzuvollziehen. „Erst kommen die Fakten, dann die gute Schreibe“, so Prantl. Der 65-Jährige schätzt Kommentar und Meinung als das die wichtigste Instrumente des Journalismus ein. „Ein Kommentar gibt Orientierung. Der Leser kann sich überzeugen lassen. Die Demokratie lebt von Meinung“, meinte Prantl. Auch zu den sogenannten sozialen Netzwerken hat er eine klare Meinung: „Es ist eine seltsam narzisstische Sucht. Ich weiß nicht, warum die Politiker dies nutzen.“ Es sei eine Form von Wichtigtuerei, und Prantl fragte sich: „Wen interessiert es wo der FDP- Bundesvorstizende Christian Lindner gerade einen Kaffee trinkt?“ Er selbst sei immer gut ohne Social Media ausgekommen. „Die Zeit verbringe ich lieber mit etwas Ordentlichem“, sagt Prantl, trinkt seinen Kaffee aus und referiert vor 200 Menschen im „Bonifatiushaus“ über die Wiedergeburt von alten Wahnideen und Idiotien.

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