Eins mit der Natur: Mit Schäfer Elmar Spies bei der Rhönschaf-Herde

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Mit den Schafen am Weinberg bei Hünfeld.

Ein Besuch bei Schäfer Elmar Spies, der vor 41 Jahren die Leidenschaft für die Schafzucht entdeckte.

Eiterfeld/Hünfeld - Was vor inzwischen 41 Jahren mit zwei Tieren begann, hat sich heute vertausendfacht: „Ich habe damals zwei Schafe als Quereinsteiger übernommen“, sagt Elmar Spies, der „Schäfer mit Herz“ aus Eiterfeld. „Ich musste mir das Wissen um die Schäferei erst anlernen, bin aber seitdem mit Leidenschaft dabei“, so der Eiterfelder, der hauptberuflich bei einer Baufirma in Bad Hersfeld arbeitet.

Dennoch hat er vor zwölf Jahren am Kegelspielradweg in Eiterfeld-Leimbach einen großen Hof errichtet, die „Schäferei mit Herz“, wie er sie genannt hat. 1.200 Muttertiere sind es heute in zwei Herden. „Die Rhönschafe weiden derzeit am Weinberg bei Hünfeld, die Schwarzkopfschafe am Dreienberg bei Friedewald“, erzählt Spies.

Übergabe an Sohn Oliver

Demnächst will Elmar Spies den kompletten Betrieb an seinen Sohn Oliver übergeben. Der ausgebildete Fleischer und Landwirt ist bereits jetzt in Vollzeit in der Schäferei der Familie tätig. Sein Bruder Sven kümmert sich nebenbei um die Technik des Betriebes. Zwei weitere Schäfer sind in der „Schäferei Spies“ fest angestellt. „Unsere Schäfer sind zehn Stunden am Tag bei den Herden“, sagt Spies. Von 8 bis 18 Uhr werden die Tiere betreut. Am Weinberg bei Hünfeld halten derzeit 480 Schafe, 60 Ziegen und die Eselin Pauline das Gras kurz. Nachts werden die Tiere in der Nähe des Weidegebietes eingepfercht.

Mit den Schafen am Weinberg bei Hünfeld.

Elmar Spies ist Schäfer aus Leidenschaft, der aber auch die negativen Seiten des Berufes nicht verschweigt: „Das Durchschnittsalter der Schäfer in Deutschland liegt bei 60 Jahren. Es gibt viel zu wenige junge Menschen, die diesen Beruf ausüben wollen.“ Es sei ein aussterbender Beruf, so Spies. Auch die Preise, die er für Wolle und andere Schaf-Produkte erhält, seien „im Keller“. Die Schäferei verrichtet beispielsweise Winterdienst bei der Gemeinde Eiterfeld, um Geld dazu zu verdienen.

Unterwegs auf Märkten der Region

Die Produkte der „Schäferei Spies“ werden unter anderem auf Märkten vertrieben. Als nächstes ist die „Schäferei mit Herz“ beim „Schinken- und Destillationsmarkt“ an diesem Sonntag, 29. September, in Rasdorf vertreten. „Wir haben auch einen Streichelzoo dabei und unser Esel Paul kommt mit nach Rasdorf“, erzählt Sohn Oliver. „Und Lammstracke, Lammschinken, Lammbratwurst und Felle bringen wir mit“, fügt Vater Spies hinzu. Der macht gerade Urlaubsvertretung für einen der beiden anderen Schäfer. Jeden Tag verbringt er rund zehn Stunden auf dem Weinberg. Sein Begleiter ist dabei der Hütehund Bill. Ab und zu kommt er mit Wanderern und Spaziergängern ins Gespräch. Bill darf zwar frei herumlaufen, aber für die Schafe ist es besser, wenn die Hunde der Vorbeispazierenden angeleint sind. „Das klappt hier am Weinberg wunderbar“, freut sich Vater Spies. Die Schafe und Ziegen halten das Gras, das nach dem trocknen Sommer zwar eher dürftig sprießt, kurz. Pro Tag müssen dennoch 8.000 Liter Wasser zur Versorgung der Tiere herbeitransportiert werden.

Mit Wölfen hat die Familie Spies noch nie Probleme gehabt. „Es gibt mehr Wolfsbeauftragte als Wölfe hier bei uns“, ist Elmar Spies überzeugt. „Unser Problem sind eher die Füchse und die Raben. Diese greifen vor allem die neugeborenen Lämmer an“, sagt Spies.

Mit den Schafen am Weinberg bei Hünfeld.

Trotz alledem sind Vater und Sohn überzeugt: „Schäfer zu sein ist ein wunderbarer Beruf. Man ist eins mit der Natur“, drückt es der Vater aus. In der Schäferei in Leimbach freut sich die Familie Spies sonntags über Besucher und Kegelspiel-Radler, die am Stall Station machen und die Schafe besuchen.

Weitere Informationen über die Schäferei gibt es unter www.schaeferei-mit-herz.de im Internet.

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