Bei den Eisheiligen: Schlecken für den guten Zweck

Die Eisheiligen unterstützen die Geschwister Lara und Lucie Gruber bei ihrer Fahrt ins abgebrannte Camp Moria auf Lesbos. Am 24. September entscheidet jeder selbst was er für sein Eis bezahlt.

Fulda - Seit dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos haben sich die Lebensbedingungen der bis zu 20.000 Flüchtlinge nochmal dramatisch verschlechtert. Lara und Lucie Gruber haben deswegen die Idee eines Hilfstransports von Wettenberg aus ins Leben gerufen.

Die beiden Schwestern Lara (20) und Lucie (18) aus Krofdorf-Gleiberg zeichnet vor allem ihr großes Herz, ihre Entschlossenheit und ihr soziales Engagement aus. Doch auch ihr unvoreingenommenes und selbstloses Handeln ist bemerkenswert. Was sie sich vorgenommen haben, wird nach eigenen Angaben nämlich wohl keine Spazierfahrt werden. Geplant haben Lara und Lucie, am 10. Oktober in Begleitung eines Freundes mit dem elterlichen Kleinbus hoffentlich voller Spenden Richtung Lesbos aufzubrechen. Mittlerweile sind schon so viele Sachspenden zusammengekommen, dass bereits ein zweiter Transporter benötigt wird. Dieser wird den beiden Schwestern von einem Logistiker aus Petersberg zur Verfügung gestellt.

Die geplante Reise erfordert zwar viel Mut, aber die beiden jungen Frauen sind fest entschlossen und treten mit beeindruckender Zuversicht der hierzulande vorherrschenden Gleichgültigkeit und Selbstzufriedenheit, wie sich Lara kritisch äußert, entgegen.

Vor Ort werden die Schwestern durch den Vorsitzenden der Organisation „One happy family“ um Anton Scheit unterstützt. Er wird vor allem bei der Verteilung der Sachspenden auf die verschiedenen Lager durch die Einrichtung „Attika Warehouse“ unterstützen.

„Ich bin unglaublich frustriert darüber, wie gleichgültig unsere Gesellschaft ist, und wie leicht die Menschen über das Elend vor unserer Haustür hinwegsehen und -hören“, erzählt Lara Gruber. Es zählt rein der humanitäre Aspekt, der die beiden Schwestern antreibt: „Lesbos ist Europa und Europa lässt das Elend zu. Da gab es nichts zu überlegen, wenn die Not dort so groß ist.“ Jedoch wird die Überfahrt die Reisekasse der beiden überstrapazieren. Deshalb sind sie auf Spenden angewiesen.

Momentan tendieren Lara und Lucie Gruber zu der Route bis nach Bari (Süditalien), von dort wollen sie die Fähre nach Patras (Griechenland) nehmen und dann weiter von Athen nach Lesbos mit der Fähre reisen. Die Alternativroute ginge über Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien und von der Türkei aus via Fähre nach Lesbos. Bei dieser Route müssten Lara und Lucie einige Grenzübergänge mehr passieren. Hinzu kommt überdies, dass Ungarn momentan coronabedingt die Grenzen geschlossen hält. Bei der Route durch Italien rechnen die beiden mit Reisekosten von insgesamt rund 1600 Euro. Wenn die Strecke über den Balkan doch funktionieren sollte, wird es günstiger mit geschätzten 600 Euro. Das Aufzeigen verschiedener Alternativen macht deutlich, wie entschlossen die beiden jungen Frauen sind.

Die „Eisheiligen“, haben von dieser Aktion über „HR3“ gehört und da sie sich auch immer wieder sozial engagieren, war für sie klar, dass sie Lara und Lucie unterstützen müssen. „Unser Ziel ist es, die gesamten Reiseikosten von Lara und Lucie übernehmen zu können, das kann aber nur mit Eurer Mithilfe erreicht werden“, so das Team der „Eisheiligen“. „Deswegen zählen wir auf Euch und freuen uns, Euch am 24. September bei uns in der Eisdiele in Hettenhausen, Hauptstr. 51 von 12 bis 19 Uhr begrüßen zu dürfen.“

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