Ende einer Odyssee: Bonifatius als Symbol für Höhen und Tiefen der Geschichte

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Die Odyssee der Bonifatius-Figur hat ein Ende genommen. Dr. Andreas Kernbach erklärt, wie der Bonifatius nach Berlin kam.

Fulda/Berlin - „Die Odyssee hat ein Ende gefunden“, betont Michael Brand (CDU) am Dienstagabend bei der Veranstaltung „Wie Bonifatius in den Reichstag kam“ . Der „Fuldaer Geschichtsverein“ hat gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten zum Vortrag über die abenteuerliche Reise der Bronzefigur in die Theologische Fakultät eingeladen.

Die Suche nach der 80 Zentimeter hohen und 40 Kilogramm schweren Bronzefigur wurde durch den Heimatforscher Michael Mott angestoßen. Er war es, der 2005 einen Brief an den damals frisch gewählten Bundestagsabgeordneten Brand schrieb. „Vielleicht können Sie unseren Bonifatius wiederfinden oder uns über sein Schicksal berichten“. Und spornte weiter an, dass der Heilige dem Fuldaer Bundestagsabgeordneten sicher bei seiner nicht leichten Tätigkeit in Berlin hilfreich zur Seite stehen könne.

Gemeinsam mit Bundestagspräsident Norbert Lammert und Dr. Andreas Kaernbach, Kurator der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages, machte sich Brand auf die Suche. Eines gleich vorweg genommen: Es gleicht einem Wunder, dass die Bronzefigur heute noch existiert, denn eigentlich war sie zur Zerstörung vorgesehen.

„Der Architekt des Berliner Reichstages, Paul Wallot, brachte den Bonifatius nach Berlin“, erklärt Kearnbach in seinem Vortrag. Gemeinsam mit elf weiteren Persönlichkeiten ­­­ – in seinen Worten „zwölf hervorragende Helden des Geistes und der mannhaften Tat“ ­– der deutschen Geschichte zierte er einen acht Tonnen schweren Ringleuchter, der in der Eingangshalle zum Parlament seinen Platz fand. Während des Zweiten Weltkrieges sollte er eingeschmolzen werden. Dank mutiger Mitarbeiter der „Norddeutschen Affinerie“ entgingen die zwölf Figuren ihrem Schicksal. „Lediglich“ der Ringleuchter wurde zu einem Großteil für die Waffenherstellung eingeschmolzen.

Durch die ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Annemarie Renger, fanden die Figuren ihren Weg in das wieder aufgebaute Reichstagsgebäude. Der britische Architekt Norman Foster, der für den Umbau des Reichstagsgebäude zuständig war, schickte die Bronzefigur wieder in den Depotschlaf. Erst die Frage über den Verbleib von Bonifatius erweckte die Bronzefigur. Im Oktober 2016 konnten Brand, Lammert und Mott die restaurierte Figur in Empfang nehmen. „Die Odyssee hat ein glücklichen Ausgang genommen“, freut sich Brand.

Für vier Wochen wird die Statur im „Dommuseum“ zu sehen sein. Danach wird sie im „Vonderau Museum“ ausgestellt. Bis sie wieder nach Berlin zurückkehrt.

„Fulda hat eine einsame Vorreiterrolle, aber vielleicht interessieren sich jetzt auch andere Regionen für den Verbleib der weiteren Figuren“, erklärt Kearnbach.

Das Buch „Wie Bonifatius in den Reichstag kam“ erzählt die ganze Geschichte von Bonifatius Odyssee.

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