Energiegeladen: Lebhafte Podiumsdiskussion um erneuerbare Energien

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Am gestrigen Mittwochabend luden die "VFB" Vertreter der Politik zur einer Podiumsdiskussion zum Thema erneuerbare Energien ein.

Fulda - Das Thema Windkraft und vor allem die im Gieseler Forst ist für die Anwohner in und um Harmerz ein sehr sensibles. Erst im November 2017 zog sich der Projektierer „Abo Wind“ aus dem Wald zurück, das Thema bleibt dennoch aktuell, denn der Gieseler Forst ist weiterhin eine ausgezeichnete Vorrangfläche. Somit ist, rein rechtlich, der Bau von Windkraftanlage im Giesler Forst noch möglich. Die „VFB“ („Von den Bürgern – für die Bürger“) hatte aus diesem Grund am Mittwochabend zu einer Podiumsdiskussion ins „Vereinszentrum Johannesberg“ Vertreter von CDU, SPD, FDP, Grünen, Die Linke und Freie Wähler eingeladen. „Die AfD wurde aus einem bestimmten Grund nicht eingeladen. Wer in Chemnitz hinter Nazis marschiert, der respektiert die demokratischen Grundrechte in unserem Land nicht, daher gehören sie für uns nicht auf dieses Podium“, so Georg Hergert, Sprecher der „VFB“.

Für ihre Parteien waren gekommen: Markus Hofmann (in Vertretung für Silvia Brünnel/Grüne), Philipp Ebert (SPD), Thomas Hering (CDU), Mario Klotzsche (in Vertretung für René Rock/ FDP), Michael Wahl ( in Vertretung für Nick Papal Amoozegar/ Die Linke) und Dieter Krach (Freie Wähler). Moderator Michael Hamperl stellte Sechs Fragten den Diskutanten, auf die sie sich vorab vorbereiten konnten. Versorgungssicherheit, Genehmigungsverfahren, Abstandsregelung, Wertminderungen durch Windkraftanlagen und Strompreise waren die Themen, die das Podium beschäftigten. Alle Teilnehmer waren sich einig, die erneuerbaren Energien sind wichtig. „Aber nicht zu jedem Preis und nur mit intelligenten Lösungen“, so Hering. Auch die Akzeptanz und Transparent spielt eine wichtige Rolle. „Es geht nur mit den Bürgern“, meinte Ebert. Und Hofmann war sich sicher: „Wir können nicht auf Windkraft verzichten.“ Kritik erntete die EEG-Umlage von Klotzsche, der auf die C02-Werte anspielte: „Wir sparen durch die Windenergie kein CO2 ein.“ Wahl sprach sich für einen Energiemix aus und warb dafür dem Bürger nichts vor zu diktieren: „Nicht von oben herab.“ Ähnlich sah dies auch Krach und forderte eine Dezentralisierung in der Energiefrage. Zum Abschluss stellte Hamperl den Politikern die Frage, die allen Anwohner in und um Harmerz auf den Nägeln brannte: „Windkraftanlage im Gieseler Forst: Ja oder Nein?“ „Wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen vorliegen, dann ja“, so Hofmann. Ebert konnte sich nicht klar positionieren, da er nicht sagen könne, ob die Windkraftanlagen im Gieseler Forst wirtschaftlich seien, „aber die Akzeptanz ist bei den Anwohnern offensichtlich nicht gegeben und dann sage ich nein.“ Hering folgte ganz klar: „Nein, bei der Schwachwindlage macht das keinen Sinn.“ Er lädierte aber für „keine Denkverbote bei diesem Thema“. Klotzsche stimmte ihm zu und betonte: „Der Ausbau macht generell keinen Sinn. Es macht keinen Sinn ein Haus auf eine Säule zu bauen, wenn die anderen drei Säulen fehlen.“ Und sprach damit auch die fehlenden Speichermöglichkeiten an. „Sind wir hier bei einer Wünsch-dir-was- Runde?“, fragte Wahl. Und wies auf geltende Gesetze hin. Er wünsche sich den Windkraftanlagenausbau und „diesen nicht nach dem St.-Florian-Prinzip.“ Krach konnte sich nicht auf Ja oder Nein festlegen: „Dafür kenne ich die Begebenheiten nicht gut genug.“

Im Anschluss durften auch Besucher Fragen an das Podium stellen: Denkmalschutz, Tierschutz, aber auch Schutz der Gesundheit und des Eigenheims standen auf den Fragezetteln. Walter Rammler von den Grünen wollte sich ebenfalls zu Wort melden. Ihm missfalle die Denkweise der Harmerzer, denn man sehe nur seine eigenen Probleme. Prompt meldete sich eine Zuhörerin, die Rammlers Statement kritisierte: „Wie kannst Du dich an eine Trauerweide in Fulda binden, aber für gut heißen, dass mehrere Bäume im Wald für Windkraftanlagen gefällt werden?“ Dafür erntete sie großen Applaus. „Herr Rammler, ich glaube, den Anwohner Ignoranz vorzuwerfen, ist kein guter Weg“, so Ebert. Der auch dafür große Zustimmung erntetete. „Wir sind nicht generell gegen erneuerbare Energien. Wir bringen uns auch mit anderen Lösungen ein, aber erneuerbare Energie bitte nur da, wo es Sinn macht“, so Herget.

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