Die Entwicklungen beobachten: Am Montag beginnt der Regelbetrieb an den osthessischen Schulen wieder

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Schulbeginn in Hessen.

Welche Vorgaben gibt es für den morgigen Schulstart in Hessen in Corona-Zeiten?

Osthessen. Für tausende Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beginnt am Montag nach den Sommerferien wieder der reguläre Schulbetrieb. Das Hessische Kultusministerium hat dafür konkrete Regelungen vorgegeben, wie der Schulbetrieb in Zeiten von Corona gestaltet werden soll.

Dazu gehört unter anderem, dass eine Maskenpflicht auf dem kompletten Schulgelände gehört – allerdings nicht im Unterricht. Abstandsregeln gelten ebenfalls wie zuvor, auf Körperkontakt soll weitestgehend verzichtet werden. Klassenfahrten werden in diesem Jahr keine mehr stattfinden und auch Schüleraustausch wird nicht stattfinden. Sämtliche Maßnahmen sind auf www.kultusministerium.hessen.de nachzulesen.

„Wir alle wissen nicht, wie sich die Pandemielage in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Umso wichtiger ist es, dass wir die Entwicklungen genau beobachten. Hierzu arbeiten alle beteiligten Behörden in Stadt und Landkreis Fulda eng zusammen, um schnell und verantwortungsvoll reagieren zu können. Die Entscheidung, welche Maßnahme beim Auftreten einer oder mehrerer Infektionen an einer Schule zu treffen ist, liegt beim zuständigen Gesundheitsamt“, heißt es auf Nachfrage von „Fulda aktuell“ vom Staatlichen Schulamt des Landkreises Fulda.

Lehrkräfte die zu Risikogruppen gehören, können mit ärztlichem Attest von der Unterrichtspflicht befreit werden. „Nach aktuellen Daten können 53 Lehrkräfte im Schulamtsbezirk Fulda nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden. Diese unterstützen die Schulen bei der Betreuung von Schülerinnen und Schülern, die aus gesundheitlichen Gründen weiterhin auf das Lernen zu Hause angewiesen sind, bei pädagogisch-konzeptionellen Arbeiten und bei weiteren Aufgaben“, so Harald Persch vom Staatlichen Schulamt.

Krank zur Schule?

Krankheits- und Erkältungssymptome bei Schülern sind laut dem Sozial und dem Kultusministerium noch kein Grund, vom Unterricht fernzubleiben: „Kinder, die eindeutig krank sind, gehen nicht in die Betreuung oder Schule“, sagte Sozial-Staatssekretärin Anne Janz am Donnerstag in Wiesbaden. Ein Besuchsverbot in der Kindertageseinrichtung, der Kindertagespflegestelle und Schule gelte, wenn mindestens eines der relevanten, für COVID-19 typischen Symptome auftrete: Fieber ab 30 Grad Celsius, trockener Husten, Störung von Geruchs- und Geschmackssinn. Alle Symptome müssen akut auftreten und dürfen keinen chronischen Erkrankungen geschuldet sein. „Wer nur einen Schnupfen hat, darf trotzdem die Kita oder die Schule besuchen. Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen ist ausdrücklich kein Ausschlussgrund“, so die zuständigen Ministerien.

Zum Hygieneplan des Landes Hessen für alle Schulen gehören eine sorgfältige Händehygiene, die Vermeidung körperlicher Kontakte und, wo immer dies möglich ist, die Wahrung eines angemessenen Abstandes, wie er auch in Alltagssituationen gilt, regelmäßiges und ausreichendes Lüften der Unterrichtsräume, das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung außerhalb der Unterrichtsräume und die gründliche und regelmäßige Reinigung im Schulgebäude.

„Taktgeber aller Entscheidungen bleibt das Infektionsgeschehen. Entscheidend wird deshalb auch weiterhin sein, dass die Fallzahlen beherrschbar bleiben und neue Infektionsketten frühzeitig unterbrochen werden können. Lokale Infektionsherde führen uns gerade jetzt vor Augen, wie schnell sich die epidemiologische Lage verändern kann. Das kann unmittelbare Auswirkungen auf den Schulbetrieb haben“, schreibt der Kultusminister an die Schulleitungen. Aufgrund dessen könnten bei Infektionsfällen individuelle Maßnahmen ergriffen werden.

Die Lehrergewerkschaft „GEW“ ist mit der aktuellen Situation nicht zufri4den: „Wir fordern anlässlich des Beginns des neuen Schuljahres Vorkehrungen des Landes für den Fall weiter steigender Infektionszahlen.“ Maike Wiedwald, Vorsitzende der „GEW Hessen“, äußerte sich dazu wie folgt: „Wir vermissen noch immer einen ‚Plan B‘ des Kultusministers. Der Wunsch nach einer Rückkehr zum schulischen Normalbetrieb seitens vieler Eltern ist allzu verständlich. Aber angesichts der zuletzt deutlich angestiegenen Infektionszahlen, gerade bei Jüngeren, wird auch das kommende Schuljahr nach wie vor unter dem Vorzeichen der Corona-Pandemie stehen. In den Bundesländern, die bereits vor uns aus den Sommerferien zurückgekehrt sind, mussten bereits nach wenigen Tagen erste Schulen wieder geschlossen werden.“ „Am Anfang der Pandemie wusste man nichts über das Virus. Die Schließung der Schulen war ein drastischer Schritt, jetzt gilt es, Schritt für Schritt zurück zur Normalität zu finden“ , sagte Lorz am Donnerstag. „Natürlich steht es jedem Lehrer, jedem Schüler offen, sein persönliches Risiko zu minimieren und auch während der Stunden einen Mund- und Nasenschutz zu tragen.“

Achtung, Schulanfänger

„Autofahrer sollten jetzt in Wohngebieten und vor Schulen besonders wachsam sein – sind sie doch den Anblick von Schülerinnen und Schülern auf der Straße seit März nicht mehr gewohnt. Hinzu kommen die zahlreichen Erstklässler, die bisher noch gar keine oder wenig Erfahrungen im Verkehr gemacht haben“, sagt der „ADAC“ zum bevorstehenden Schulbeginn. Vorsicht sei auch an den Haltestellen der Schulbusse geboten.

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