Was Helden-Tenor Peter Hofmann mit Osthessen verbindet

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Zwei Brüder und zwei Goldene Schallplatten: Fritz Hofmann und Peter Hofmann (rechts).
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Peter Hofmann in der Pose seines großen Idols Elvis 1993.

Der gefeierte Opern- und Rockstar, der 2010 starb, hätte vor wenigen Tagen seinen 75. Geburtstag feiern können / Erinnerungen seines Bruders Fritz  

Fulda - Nicht nur Klassikfans kennen ihn: Egal ob Rock- und Popmusik, Musical oder Oper – Peter Hofmann war vielseitig wie kaum ein anderer Sänger. Weltberühmt wurde der ehemalige Zehnkämpfer und Fallschirmspringer als Siegmund im Bayreuther „Jahrhundert-Ring“, bevor er sich als „Phantom der Oper“ einen Namen machte. Im November 2010 starb Hofmann im Alter von 66 Jahren an einer Lungenentzündung, nachdem er lange Zeit an Parkinson gelitten hatte. Der Künstler, der am 22. August seinen 75. Geburtstag hätte feiern können, besitzt, was vielleicht nur wenige wissen, verschiedene Berührungspunkte mit der osthessischen Region.

Unter anderem dank seines Bruders Fritz Hofmann, der den Sänger als Manager betreute. Hofmann nämlich agierte auch als Manager des Pianisten Mark Ehrenfried, der auf Einladung von Peter Henkelmann, dem damaligen Präsidenten des „Lions Club Fulda-Bonifatius“ 2011 in der Landesmusikakademie Schlitz gastierte „und dort ein wahres Tastenfeuerwerk“ abbrannte, wie sich Besucher noch heute begeistert erinnern. Das Benefizkonzert war so erfolgreich, dass es 2014 eine Neuauflage gab: Gemeinsam mit den „Lions“ vom „Club Fulda-Bonifatius“ organisierten die „Lions Clubs“ aus Lauterbach und Alsfeld“, der „Rotary Club Lauterbach-Schlitz“ und die „Landesmusikakademie Hessen Schloss Hallenburg“ das Konzert zugunsten der Landesmusikakademie, die in 2019 überdies ihr 15-jähriges Bestehen feiern kann. Heute hat Fritz Hofmann zu seinem einstigen Schützling Ehrenfried so gut wie keinen Kontakt mehr, wie er „Fulda aktuell“ erläutert: „Er ist verheiratet und lebt in London“.

Gerne erklärte sich Hofmann bereit, der „Fulda aktuell“-Redaktion Fragen zu seinem Bruder zu beantworten. Den Kontakt hatte eine bekannte Persönlichkeit aus der Fuldaer Region hergestellt, die seit Langem gute Beziehungen zur Familie Hofmann pflegt. Noch heute übrigens kann man den wunderschönen Rolls Royce des Sängers bewundern, der mitunter mit „FD“-Kennzeichen auf den Straßen von Stadt und Kreis Fulda unterwegs ist...

Fulda aktuell: Worin lag/liegt die künstlerische Bedeutung Ihres Bruders, was machte seinen Erfolg aus?

Fritz Hofmann: Peter Hofmann war ein sehr vielseitiger Sänger, dem es immer enorm wichtig war, authentisch zu sein. Alles, was er gerade machte, beziehungsweise welche Rolle er gerade auf der Bühne verkörperte, machte er mit unglaublichem Enthusiasmus. Er sagte immer zu mir: „Das Publikum muss mir den Lohengrin, Parsifal, Siegmund etc. auch zu hundert Prozent abnehmen“. Da genügt es nicht, die Rolle gesanglich perfekt auf die Bühne zu bringen. Du musst mit der Rolle eins werden, stimmlich aber auch schauspielerisch. Dann kannst Du Begeisterung in den Menschen wecken“. Peter war immer der Meinung, dass es nicht ausreicht, sich auf die Opernbühne zu stellen und schön zu singen, um großen Erfolg zu haben. Deshalb hat er auch viel mit den Regisseuren bei den Proben diskutiert und versucht, seine eigenen Ideen mit einzubringen. Nicht leicht, wenn sie beispielsweise gegen Herbert von Karajan während der „Parsifal“-Proben in Salzburg die Hand heben und versuchen, einen eigenen Vorschlag zur Verbesserung einzubringen. Eine heikle Angelegenheit, die aber mein Bruder zum Glück nie gescheut hat. Karajan hat es akzeptiert. Genauso intensiv wie im klassischen Bereich hat er sich aber auch im Bereich der Pop Musik verhalten und diese auch wirklich sehr ernst genommen. Ich denke einfach, das Publikum hat dies gemerkt und trotz mancher Kritiken hat man ihn bewundert und verehrt.

FA: Welche Vorbilder hatte Ihr Bruder? 

Hofmann: Im Pop-Bereich muss man natürlich Elvis nennen, den er sehr bewunderte, aber es gab auch hier einige Sänger die er verehrte. Im Klassikbereich waren dies Mario Del Monaco, bei dem er auch Gesangsunterricht hatte, Jess Thomas, bei dessen Lehrerin Peter studierte, und viele andere.

FA: Sie waren sein Manager. War er ein pflegeleichter Schützling?

Hofmann: Ich weiß nicht, ob ich meinen Bruder als „pflegeleicht“ beschreiben würde. Er wollte immer alles perfekt vorbereitet haben, was aber verständlich und auch normal ist. Bei seinem gefüllten Terminkalender musste da schon akribisch gearbeitet werden. Er konnte sich zum Glück auf mich verlassen und insofern hatten wir ein sehr enges, harmonisches und „brüderliches“ Verhältnis. Seine Zuneigung war wohltuend und macht mich bis heute stolz.

FA: Wie reagierte das Publikum auf seinen Wechsel in das Genre Rockpop-Musik?

Hofmann: Natürlich gab es nach seinem Ausflug in das Genre Rock-/Popmusik einige „kluge“ Kritiker aus dem Bereich Oper. Wir wussten dies, aber er hat sich von keinem Menschen Vorschriften machen lassen. Er war ein „Dickkopf“, der ziemlich genau wusste, was er wollte.

FA: War er Elvis-Fan?

Hofmann: Natürlich war Peter Elvis Fan, und es war schon ein tolles Erlebnis, als wir zusammen nach Graceland gereist sind. Einfach unvergesslich !

FA: Was hat ihn am Musical „Phantom der Oper“ so gereizt?

Hofmann: Die „Phantom“-Geschichte hat ihn gereizt, weil es wieder einmal etwas ganz anderes war, und Gegensätze liebte mein Bruder in jeder Hinsicht. Auch hier galt wieder, dass er viel von seiner eigenen Regie-Idee mit in die Rolle einbrachte und man hat ihm dafür auch viel Freiraum gegeben. Das Publikum dankte es ihm ausgiebig.

FA: Was war für ihn generell im Leben wichtig?

Hofmann: Für Peter war wichtig, dass er neben seinen unzähligen Auftritten immer noch genügend Zeit für sich und seine geliebten Pferde hatte. Glamouröse Partys, offizielle Einladungen usw. waren ihm ein Gräuel. Dafür war ihm ein BBQ am Lagerfeuer lieber. Er tauschte schnell das „Lohengrin-Schwert“ gegen seinen Westernsattel.

Buch des Bruders

Fritz Hofmann hat ein Buch über seinen Bruder geschrieben, in dem er gemeinsame Erlebnisse auf Reisen in 25 Geschichten niedergeschrieben hat. Bestellungen per E-Mail an: fritzhofmann123@aol.com. Nicht zuletzt dank dieses Werkes werden Fans den Sänger weiter in bester Erinnerung behalten.

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