Mit Erlebnispädagogik zum Schulabschluss

Wasserkuppe. Seit dem Schuljahr 2004/2005 gibt es in Hessen so genannten SchuB-Klassen. SchuB steht fr Lernen und Arbeiten in Schule und

Wasserkuppe. Seit dem Schuljahr 2004/2005 gibt es in Hessen so genannten SchuB-Klassen. SchuB steht fr Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb. Mit vernderten Unterrichtsmethoden und -inhalten, praktischer Arbeit in Betrieben sowie sozialpdagogischer Frderung werden leistungsschwchere Schler fit gemacht fr den Hauptschulabschluss, den sie ohne diese spezielle Klasse nicht schaffen wrden.

Die Jugendbildungssttte auf der Wasserkuppe (Rhn) hat in Kooperation mit der Bergsportschule Rhn und Untersttzung des Hessischen Kultusministeriums ein auf SchuB-Klassen zugeschnittenes erlebnispdagogisches Programm aufgelegt, das vom Survival Camp ber Flobau bis hin zu Theater-, Hip Hop- oder Filmprojekten reicht. Bei SchuB-Schlern stehen erlebnispdagogische Projekte besonders hoch im Kurs, wei Oliver Schwenck, Geschftsfhrer der Jugendbildungssttte. Mit einer herkmmlichen Klassenfahrt seien diese Projektwochen aber nicht zu vergleichen.

Denn hinter jedem Angebot stehe die Zielsetzung, den Jugendlichen Erfolgserlebnisse zu verschaffen und ihre persnlichen Strken und Kenntnisse zu frdern. Zudem wrde die Arbeit in der Gruppe Team-, Konflikt- und Kommunikationsfhigkeit strken - Schlsselqualifikationen, die im schulischen Alltag und Berufsleben gefragt seien.

Anscheinend haben Schwenck und sein Team mit dem abwechslungsreichen Programm den Nerv der Jugendlichen getroffen. Denn seit September letzten Jahres haben 75 SchuB-Klassen mit insgesamt 1.257 Schlern des 8. und 9. Schuljahres an den Projektwochen der Jugendbildungssttte teilgenommen. In ganz Hessen gab es nach Angaben des Kultusministeriums im Schuljahr 2006/2007 insgesamt 111 SchuB-Klassen an 68 Haupt- und Frderschulen sowie SchuB-hnliche Frdermanahmen an zehn Integrierten Gesamtschulen.

Finanziert wurden die Projektwochen aus Mitteln des Landes Hessen sowie aus Mitteln des Europischen Sozialfonds. Die Schler mussten lediglich die Reisekosten tragen, ergnzt Schwenk. Im Oktober endete die auf ein Jahr beschrnkte Frderung - das erlebnispdagogische Angebot der Jugendbildungssttte soll laut Schwenck aber bestehen bleiben. Das Feedback von Schlern, Lehrern und Referenten war so positiv, dass wir die Projektwochen knftig allen interessierten Schulklassen und Jugendgruppen anbieten wollen.

Darber hinaus bietet die Jugendbildungssttte Themenwochen oder Einzelbausteine in den Bereichen Fliegerei, Landwirtschaft, Kreativ, Sport & Action oder Kultur an. Ich denke, dass wir mit dieser Vielfalt auf dem richtigen Weg sind, sagt der Geschftsfhrer. Die bernachtungs- und Gstezahlen seien seit Erffnung der Jugendbildungssttte im September 2000 jedenfalls kontinuierlich gestiegen. Der jhrliche Zuwachs liege zwischen drei und fnf Prozent. Waren es im ersten Jahr noch 5.532 bernachtungen und 566 Gste, konnte Schwenck in 2006 bereits rund 23.000 bernachtungen und 7.300 Gste zhlen. Mittelfristig wollen wir 30.000 bernachtungen erreichen.

Damit diese Vision Wirklichkeit wird, investiert die gemeinntzige Gesellschaft fr Jugend- und Erwachsenenbildung krftig in den Umbau der Rumlichkeiten, in denen ber viele Jahrzehnte Soldaten untergebracht waren. Eine Million Euro sind bislang in die Baumanahmen geflossen. Mit weiteren 500.000 Euro sollen in den kommenden Monaten die Sanitranlagen im Ring-Haus, das neben dem Groenhoff- und dem Lilienthal-Haus zu der Anlage gehrt, auf den neusten Stand gebracht werden. Und damit, sagt Schwenck, werden wir unseren Vorstellungen von einem modernen Jugendgstehaus wieder ein Stckchen nher kommen.

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