Begeisterter Empfang im Dom: Neu ernannter Bischof Dr. Michael Gerber erstmals in Fulda

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Termin für offizielle Amtseinführung steht: 31. März um 15 Uhr / Gerber: "Von der Wahl kalt erwischt"

Fulda - Erstmals an seiner neuen Wirkungsstätte: Im vollbesetzen Fuldaer Dom hat der neu ernannte Bischof Dr. Michael Gerber am Donnerstagmittag seine erste Ansprache gehalten und wurde anschließend sehr herzlich von den Gläubigen beim sprichwörtlichen "Bad in der Menge" willkommen geheißen und mit Applaus bedacht. Mit vielen wechselte er einige Worte, freute sich über die Anwesenheit einiger Menschen aus dem Geisaer Amt ("Das weckt Erinnerungen an einen Besuch auf ,Point Alpha'") und signierte sogar manche Ausgabe seines Buches "Barfuß klettern". Der 48-Jährige, der zuvor am Grab des Heiligen Bonifatius gebetet hatte, stand danach Journalisten für Nachfragen Rede und Antwort und sprach von einem "sympathischen und warmherzigen" Empfang. Offiziell wird er am 31. März um 15 Uhr in sein neues Amt eingeführt.

Rückschau: Vor genau einer Woche war öffentlich bekannt geworden, dass Papst Franziskus den 48-jährigen Freiburger Weihbischof Dr. Michael Gerber  nach dessen Wahl durch das Fuldaer Domkapitel zum neuen Bischof von Fulda ernannt hat. Er folgt dem emeritierten Bischof Heinz Josef Algermissen, dessen altersbedingten Rücktritt der Papst am 5. Juni  angenommen hatte.

Algermissen begleitete Gerber gemeinsam mit Diözesanadministrator Weihbischof Karlheinz Diez, Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke und Domdechant Werner Kathrein zunächst zum Bonifatiusgrab und danach zum Altar. Dort betonte Kathrein, dass das Domkapitel mit dieser Wahl seine Aufgabe erfüllt habe: „Ein weiser Bruder sagte dieser Tage zu mir, jetzt können wir uns selbst auf die Schulter klopfen. Mit Dr. Gerber erhalten wir einen jungen und dynamischen Bischof, den wir heute ganz herzlich willkommen heißen.“ Der Heilige Bonifatius habe bereits geraten, dass man immer die Augen offenhalten solle, ob man einen Engel geschickt bekomme. "In diesem Falle ist es sogar ein Erzengel, nämlich der Erzengel Michael.“

Diez verwies darauf, dass der neue Fuldaer Bischof im Rahmen der traditionellen Herbst-Vollversammlungen der Deutschen Bischofskonferenz schon sechs Mal in der Barockstadt geweilt habe. Über die Wahl verspüre man „außerordentliche Freude“. Diez: „Wir sind an Deiner Seite!“

Gerber gestand zu, mit der Wahl "kalt erwischt" worden zu sein, "weil ich im Vorfeld nichts mitbekommen habe". Wörtlich betonte der neue Fuldaer Oberhirte: "Als ich den Anruf zur erfolgten Wahl erhielt, ging mir in der Bedenkzeit vieles durch den Kopf. In Freiburg stehe ich mitten in vielen Prozessen. Zusammen mit denjenigen, für die ich dort Verantwortung trage, haben wir Ziele formuliert, welche Wegstationen wir in der kommenden Zeit ansteuern wollten. Mir wurde schnell bewusst, dass eine Entscheidung für Fulda auch für nicht wenige Menschen im Erzbistum Freiburg sehr weitreichende Folgen haben würde".

Zugleich habe er sich in den vergangenen Monaten, insbesondere auch in seinen Exerzitien, die er vor jenem Anruf aus Fulda hatte, intensiv mit der Apostelgeschichte befasst. "Da lesen wir davon, dass die Christen der ersten Generation oft unvermittelt vieles, was ihnen wertvoll geworden war, loslassen mussten. Sehr unvorbereitet mussten sie sich auf eine neue Wirklichkeit einlassen". Dann habe er erkennen müssen, "dass es Dich selbst eingeholt hat, was Du immer wieder in Vorträgen dargestellt hast.“ Das sei sein vorherrschender Gedanke nach dem Telefonat gewesen. Im Blick auf die Apostelgeschichte, auf die gewissermaßen apostolische Zeit der Kirche, habe er sich gefragt: „Ist jetzt, wo der Ruf zum Grab und Wirkungsort des ‚Apostels der Deutschen‘ ergangen ist, für Dich selbst und zusammen mit den Menschen im Bistum Fulda in ganz neuer Weise so eine ‚Apostelzeit‘ gekommen?“

Und weiter: "Als in meinem Beten in der Zeit nach dem Telefonat dieser Gedanke zentral blieb, konnte ich schließlich mein ,Jawort' geben zu der großen Aufgabe". Er dankte dem Papst und dem Domkapitel zu Fulda von ganzem Herzen für das Vertrauen, das sie ihm als einem relativ jungen Mitbruder schenkten. Sein Dank galt besonders auch Bischof  Algermissen, der über viele Jahre in großer Treue dieses Bistum geleitet habe. Gerber: "Auf vieles, was Du, lieber Heinz Josef, gewirkt hast, werde ich aufbauen dürfen". Sein Dank galt zugleich  Diözesanadministrator Weihbischof Diez, der in diesen Monaten sehr gefordert sei. Er habe einen großen Respekt davor, wie Diez diese Aufgabe wahrnehme.

Der erste Weg des neuen Bischofs von Fulda führte – wie könnte es anders sein – zum Grab des Heiligen Bonifatius. Gerber: "Wenn ich jetzt – unmittelbar vor Weihnachten – zu diesem Grab heruntergestiegen bin, dann hat mich das erinnert an die Geburtskirche in Bethlehem, wo man ebenfalls vorne in der Kirche auf zwei Seiten zur Geburtsgrotte hinuntersteigen kann".

Zusammen mit den Christen aller Konfessionen seien wir in diesen Tagen unterwegs zum Herrn in der Krippe. Der neue Bischof: "Das verbindet uns mit den Kirchen des Ostens, die oft in sehr leidvollen Situationen leben. Das verbindet uns aber auch mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern. Fulda ist ja auch der Sitz der Geschäftsstelle des ,Deutschen Evangelischen Kirchentages'. Wenn der dritte ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt ausgerichtet wird, dann findet er damit bekanntlich auch im Bistum Fulda statt, zu dem ja einige Frankfurter Stadtteile gehören. Ich verstehe dies als ein Zeichen der Ermutigung, als Christen gemeinsam nach dem Weg des Herrn zu suchen".

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