Ernüchternde Großübung zum neuen Neuhofer Tunnel

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Fulda/Neuhof. Unbefriedigendes Unfall-Szenario und Übungs-Abbruch: "Verletzte" erreichen Klinikum Fulda nicht.

Fulda/Neuhof. Das Szenario: im neu errichteten Tunnel der A 66 in Neuhof stößt ein vollbesetzter Reisebus mit einem Kleintransporter zusammen. Zehn Tote und 34 Schwerverletzte so die erste Bilanz. Um die Übung möglichst realistisch ablaufen zu lassen sind die Verletzten vor Ort sorgfältig geschminkt und spielen ihre Rolle so real wie möglich. Das Klinikum Fulda wird gegen 9:00 Uhr über die Leitstelle unterrichtet. Die primäre Krankenhauseinsatzleitung konstituiert sich unter Führung des diensthabenden anästhesiologischen Oberarztes Dr. Thomas Rathjen.

Schnell wird klar: das Ausmaß des Unfalls erfordert die Aktivierung der Krankenhauseinsatzleitung. Alles läuft nach Plan. Der maßgebliche Plan für solche Szenarien ist der Krankenhauseinsatzplan des Klinikums, der erst kürzlich unter der Leitung von Fr. Dr. Petra Zahn (Direktorin der Zentralen Notaufnahme) aktualisiert worden ist. Dieser Krankenhauseinsatzplan für den Brand- und Katastrophenschutz beinhaltet Verfahrens- und Handlungsanweisungen zur wirksamen Bewältigung von internen und externen Gefahrenlagen. Die Verantwortlichen der Krankenhauseinsatzleitung werden über Mobiltelefon alarmiert. Bereits 1 Stunde später ist die Krankenhauseinsatzleitung vollständig versammelt und koordiniert die Vorbereitungen für die geplante Aufnahme von mindestens 20 Schwerverletzen. Dazu wurde die Rettungswagenhalle im Rettungszentrum des Klinikums in ein Einsatzzentrum umfunktioniert: Die Verkehrsleitung auf dem Gelände wird aktiviert, eine Sichtungsstelle für die eintreffenden Verletzen  eingerichtet. Die Verfügbarkeiten der Zentralen Notaufnahme, des Schockraums, der Radiologie, des Zentral-OP, der Intensivstationen uns vieles mehr werden abgefragt und dokumentiert. Auch Mitarbeiter des OP, der Anästhesie, Unfallchirurgie und Pflegekräfte werden kontaktiert, die erwartete Ankunftszeit abgefragt und die Bettenkapazitäten überprüft. Alle Vorbereitungen klappen weitgehend reibungslos - an der einen oder anderen Stelle wird auch Verbesserungspotential sichtbar.Als dann um 12 Uhr noch kein Verletzter des Übungs-Tunnelunglücks das Klinikum erreicht, nimmt die Einsatzleitung des Klinikums erneut Kontakt mit der Leitstelle auf. Von dort kommt die für alle an der Übung Beteiligten etwas ernüchternde Information: Aufgrund von Verzögerungen im Ablauf am Tunnel wird die Übung beendet.Auch wenn letztlich keine Verletzten  der Katastrophenübung bis ins Klinikum gefahren wurden, so war es doch für alle Beteiligten eine gute Übung für den Notfall. Gegen Mittag beendet der Krankenhaueinsatzleiter Privatdozent Dr. Thomas Menzel die Aktion, verbunden mit einem herzlichen Dank an alle, die sich an diesem Samstagmorgen im Klinikum eingefunden haben.

Fotonachweis: Barbara Froese

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