„Es liegt an uns, wie unsere Stadt zukünftig aussieht“

Die Innenstadt Fuldas ist verwaist, da nahezu alle Geschäfte wegen des Lockdowns geschlossen bleiben müssen.
+
Die Innenstadt Fuldas ist verwaist, da nahezu alle Geschäfte wegen des Lockdowns geschlossen bleiben müssen.

Edi Leib vom „Citymarketing Fulda“ zum Lockdown

Fulda. Die Lage ist ernst. Welche Öffnungsstrategien es für den lokalen Einzelhandel gibt, ist derzeit nur Vermutung. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier kündigte für Anfang März ein System namens „Click Meet“ an, also Beratung im Einzelhandel nach Terminabsprache.

FULDA AKTUELL sprach mit Edi Leib vom „Citymarketing Fulda“ darüber, ob das eine praktikable Möglichkeit für die Ladeninhaber ist. „Alles ist besser als nichts! Für die kleinen inhabergeführten Geschäfte ist es zumindest ein Anfang und die Händler berichten, dass sie viele Kunden haben, die darauf warten, endlich wieder in ihr Lieblingsgeschäft gehen zu dürfen“, sagt Leib. Bei einigen Händlern gebe schon die ersten Terminanfragen. „Allerdings muss es für unsere großen Händler auch eine praktikable Lösung geben – nur ein Kunde je großem Geschäft ist hier keine Option. Dazu muss es einen klaren Plan geben, wie viele Kunden gleichzeitig auf der Fläche sein dürfen“, ist Leib überzeugt.

Der überwiegende Teil der Händler hat sich laut „Citymarketing“ gut auf „Click Collect“ eingestellt. Viele beraten die Kunden auch über Video oder „Whatsapp“, manche haben Online-Shops eingerichtet oder präsentieren schöne Outfits bei „Facebook“ und „Instagram“. „Und es gibt auch Händler, die jeden Tag durch die Gegend fahren und ihren Kunden noch am gleichen Tag die bestellte Ware liefern“, sagt Edi Leib. „Ob es sich lohnt? Es ist besser als nichts! Manche können vielleicht mit dem System gerade so überleben, aber nicht davon leben“, bekräftigt Leib. Das „Citymarketing Fulda“ ist auch mit dem „Handelsverband Hessen“, der „BCSD“ Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland) und anderen Städten in einem engen Austausch, um sinnvolle Maßnahmen und Strategien zu erarbeiten und auch diejenigen zu unterstützen, die digital immer noch nicht sichtbar sind. „Auf unserer Online-Plattform ,Spüre-Fulda‘ haben wir eine Übersicht zusammengestellt, mit allen Abhol- und Lieferservices unserer Händler und Gastronomen.“

Edi Leib und Reginald Bukel vom „Citymarketing Fulda“.

Doch wie geht es nach dem Lockdown weiter? „Das Ausmaß der Auswirkungen der Corona-Pandemie für Fuldas Innenstadt ist bislang noch nicht wirklich sichtbar, aber wir müssen schon jetzt Konzepte und Ideen erarbeiten, um dann rasch handeln zu können. Dazu ist auch der von OB Dr. Wingenfeld eingerichtete ,Runde Tisch‘ ein wichtiges Instrument, um unsere Innenstadt fit für die Zukunft zu machen“, so Leib.

„Wir brauchen unsere kleinen und großen Händler, unsere Gastronomen und Hotels und unsere Dienstleister. Alle zusammen machen Fulda aus. Wir hoffen auf einen Plan, damit unsere Innenstadtakteure endlich wieder arbeiten und überleben können“, formuliert Leib die Hoffnungen an die Politik in der nächsten Bund-Länder-Schalte am 3. Mai.

„Wenn wir unser Fulda wirklich so lieben, wie wir immer sagen, dann müssen wir auch so handeln und dann auch tatsächlich lokal einkaufen. Wir wünschen uns doch alle, dass unsere schöne Innenstadt mit ihren individuellen Händlern, Gastronomen, Hotels und Dienstleistern erhalten bleibt“, appelliert Edi Leib an alle Fuldaerinnen und Fuldaer. „Wie unsere Innenstadt zukünftig aussehen wird, liegt auch zu einem Teil an uns selbst.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Hünfeld erleben: Citymarketing wählte neuen Vorstand

Mit Markus Vogt an der Spitze startet das Citymarketing Hünfeld in das Jahr 2016. Dagmar Siebert hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt.
Hünfeld erleben: Citymarketing wählte neuen Vorstand

Aus Marie wird Noah - Im falschen Körper geboren: Ein Jugendlicher erzählt

Noah aus Osthessen war bis vor kurzem Marie. Mit 16 Jahren hat sich der Teenager geoutet.
Aus Marie wird Noah - Im falschen Körper geboren: Ein Jugendlicher erzählt

Erfolgreiches Projekt: 20 Jahre "Lohn & Brot" der Fuldaer "AWO"

Feierstunde mit Rückschau auf die Anfänge und die Entwicklung des "AWO"-Projekts in Fulda
Erfolgreiches Projekt: 20 Jahre "Lohn & Brot" der Fuldaer "AWO"

Bewahrung der natürlichen Dunkelheit in der Fuldaer Region

Dr. John Barentine, Repräsentant der "International Dark-Sky Association" zu Besuch in Fulda und in der Rhön
Bewahrung der natürlichen Dunkelheit in der Fuldaer Region

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.