Es tut sich was bei der „IHK Fulda“

Redaktionsgespräch am frühen Mittwochmorgen mit „IHK“-Hauptgeschäftsführer Michael Konow (links, vorne). Mit dabei „Fulda aktuell“-Verlagsleiter Michael Schwabe, Redaktionsleiter Bertram Lenz (rechts) und Mediaberater Andreas Duchrow (links, hinten).
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Redaktionsgespräch am frühen Mittwochmorgen mit „IHK“-Hauptgeschäftsführer Michael Konow (links, vorne). Mit dabei „Fulda aktuell“-Verlagsleiter Michael Schwabe, Redaktionsleiter Bertram Lenz (rechts) und Mediaberater Andreas Duchrow (links, hinten).

Dies vorweg: Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der „IHK Fulda“, versteht es, seine Gesprächsteilnehmer zu begeistern. Besonders dann, wenn es um eines seiner Lieblingsthemen „New Work“ geht. Das war so beim jüngsten „Marketingtag“ vor einer Woche im Propsteihaus Petersberg, und das war so am frühen Mittwochmorgen beim Austausch mit „FULDA AKTUELL“. Der 40-Jährige war eingeladen worden, um über den Veränderungsprozess zu sprechen, den er für die „IHK“ angestoßen hat und den er auf höchst spannende Weise zu schildern versteht.

Fulda Doch zunächst zu „New Work“: Konow zitiert hier den vor Kurzem erst gestorbenen „geistigen Vater“ dieses Denkansatzes, den Philosophen Frithjof Bergmann. Dieser habe damit ausdrücken wollen, „dass das Arbeit ist, die man wirklich wirklich will“. Damit eng verbunden sei der Begriff des „purpose“; also des Zweckes, warum man eine Arbeit mache. „Je mehr Menschen die gleiche Einstellung haben und ihrer Tätigkeit einen tieferen Sinn zu geben versuchen, umso besser werden die Ergebnisse“, zeigt sich Konow überzeugt.

Der 40-Jährige hatte seine neue Position zum 1. April 2020 angetreten – „in der zweiten Woche des ersten Lockdowns wegen Corona“. Zuvor war er neun Jahre lang in der „Handelskammer Hamburg“ in unterschiedlichen Positionen tätig gewesen. Die durch das Virus verursachte Ausnahmesituation habe ihm kurz nach seinem Start gezeigt,dass die „IHK Fulda“ zwar gut aufgestellt gewesen sei, aber auf die herausfordernde neue Situation nicht flexibel genug habe reagieren können: So habe es weder eine ausreichende digitale Infrastruktur gegeben noch eine die einzelnen Abteilungen übergreifende Philosophie („Mindset“).

Es sind verschiedene Begriffe, die Konow benutzt, um den Veränderungsprozess, den „Change“, darzulegen. Daran beteiligt sind alle 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „IHK Fulda“, die sich in Gruppen permanent zu den unterschiedlichsten Themen und Fragestellungen austauschen. Für ihren Hauptgeschäftsführer spielen Hierarchiegrenzen keine Rolle, sondern der Einzelne, der entsprechend gefördert werden müsse. Wenn es eine wertschätzende Organisation und ein motivierendes Umfeld gebe, dann sei eine bessere Leistung das Ergebnis. Ganz wichtig sind ihm Transparenz nach innen und außen, Glaubwürdigkeit, Vertrauen, Kreativität, eigenverantwortliches Arbeiten und die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Aber der 40-Jährige gesteht auch ein, dass die Nahbarkeit, das System der „offenen Tür“ oder des Einander-Duzens, einen selbst angreifbar und verletzlicher machen könne.

Konow schwärmt noch heute von einem „Teamtag“, der im Anschluss an den diesjährigen „Wirtschaftstag“ gemeinsam mit dem Referentenehepaar Anna und Nils Schnell veranstaltet worden war. Beide hatten auf ihrer „Modernen Walz“ durch insgesamt 34 Länder und 130 Unternehmen zwei Jahre lang spannende Erfahrungen und neues Wissen rund um modernes Arbeiten gesammelt. Bei diesem umfassenden Gedankenaustausch hätten alle Überlegungen und Ideen vorgebracht werden dürfen, wie eine moderne „IHK“ aussehen sollte: „Nichts war verboten“. Denn Wirtschaft sei vielfältig mit Politik und Gesellschaft verknüpft und umfasse auch Ziele einer nachhaltigen Entwicklung.

Die „neue Denke“ bei der „IHK Fulda“ zeige sich inzwischen auch schon in der Kommunikation nach außen: Die Kammer trete anders auf, sei auch hier transparenter und nahbarer geworden. Es gebe nun Kontakte zu Unternehmen, die vorher nicht bestanden. Konow: „Wir sind offen und ansprechbar – und man kann uns über viele Kanäle erreichen, auch über Social Media“. Neu sei auch das Online-Partizipationsportal, über das Unternehmer im besten Wortsinne mitreden können.

Unter den erwähnten 40 „IHK“-Mitarbeitenden gebe es natürlich unterschiedliche Gruppen: Viele seien froh darüber, dass – und wie (!) – sich Neues entwickele. Andere wiederum warteten ab und seien gespannt darauf, was sich noch so tue. Und dann gebe es Kollegen, die seit vielen Jahren die gleiche Tätigkeit verrichteten und daran nicht unbedingt etwas verändern wollten.

Abschließend gesteht Konow ein, dass das „Changing“ ein ergebnisoffener Prozess sei, der einen „sehr langen Atem“ erfordere. Und er hoffe, „nach den dreieinhalb Jahren, die meine Amtszeit hier in Fulda zunächst noch andauert, weiter machen zu dürfen“. Die Verantwortlichen in Präsidium und Vollversammlung der „IHK Fulda“ hätten jedenfalls gewusst, was sie bei ihm zu erwarten hätten. Bei seiner Bewerbung nämlich habe er sehr deutlich dargelegt, wie seine „andere und moderne Arbeitsweise“ aussehen würde.

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