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Euros nach Athen tragen?

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Wer kennt ihn nicht, den geflügelten Spruch mit den berühmten Eulen, die nach Athen getragen werden sollen. Oder eben besser nicht, weil man mit die

Wer kennt ihn nicht, den geflügelten Spruch mit den berühmten Eulen, die nach Athen getragen werden sollen. Oder eben besser nicht, weil man mit dieser Redensart des griechischen Dichters Aristophanes sinngemäß eine eher  überflüssige weil unnütze Tätigkeit verbindet. Und schon sind wir mittendrin – in der griechischen Tragödie, und meinen hiermit nicht die großen Werke des Volkes der antiken Dichter und Denker, nein, vielmehr die gegenwärtige Staatskrise, ein Wirtschafts-Drama, das aktuell in der Euro-Zone seinesgleichen sucht.

Wenn man es ehrlich ausdrück­en will, dann ist der Patient Hellas im Prinzip klinisch tot  und wird nur durch den Finanztropf der Europäischen Union künstlich am Leben gehalten und vor dem totalen Kollaps bewahrt. Und nahezu jeder EU-Bürger fragt sich: Macht es denn überhaupt noch Sinn, weitere "Euro  nach Athen" zu tragen, "unser" Geld in ein Fass ohne Boden, in die Pleite zu pumpen?  Wo ist denn die Kohle aus den prall gefüllten Fördertöpfen, was ist mit den bisher  110 Milliarden Euro geschehen, wenn nun noch weitere 120 Milliarden nötig sein sollen? Auch wenn wir Deutschen dabei der größte Nettozahler sind, dann verbieten sich dennoch solch besserwisserische Sprüche wie: "Die Griechen sollen doch gefälligst ihre Akropolis teil- und zeitweise für Werbezweck­e vermieten oder gleich ganz Santorin verpfänden.

Auch wenn tausende Hellenen für ihre Verstorbenen jahrelang noch die Rente kassierten, Geld in Oliven-Plantagen versickerte, in denen schon ewig kein Grashalm mehr wucherte, Money an Pseudo-Schafbauern überwiesen wurde, die sich allenfalls ein Maultier hielten. Auch wenn das schon klamme Griechenland sechs Prozent seines Staatshaushaltes für Rüstung reserviert und schätzungsweise 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Bestechung, Schattenwirtschaft, Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung "abgedeckt" werden, auch wenn auf dem Peleponnes jahrzehntelang eine verfehlte Wirtschaftpolitik betrieben wurde und Politiker in aller Regel  absolutistische Herrscherzüge tragen – trotz allem – sollten wir Griechenland in diesen schweren Zeiten nicht alleine lassen und unsere – auch finanzielle! – Solidarität zeigen.

Die negativen Alternativen wären der totale Staatsbankrott, Generalstreiks, schwere Ausschreitungen, im dramatischsten Falle ein Bürgerkrieg. Und das kann niemand in einem vereinten Europa wirklich wollen. In die Pflicht genommen werden sollten in erster Linie die privaten Banken, die Griechenland mit billigen Krediten überschütteten und gleichermaßen auch die unseriös abwertenden US-Ratingagenturen, die mit dem erhobenene Zeigefiner auf den Anderen zeigen, um von den eigenen Problemen abzulenken. Unter diesen Vorzeichen befürchte ich jedoch,  dass in der griechischen Tragödie noch lange nicht der Schlussvorhang gefallen ist und noch viele Eulen, pardon Euros, nach Athen getragen werden müssen...

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