Falsche Polizisten, falsche Paketboten & Co: Schämt Euch, Betrüger!

"Klartext"-Kommentar von "Fulda aktuell"-Redaktionsleiter Bertram Lenz

Fulda - Mitunter packt mich beim Lesen der Polizeimeldungen die blanke Wut. Und das ist immer dann der Fall, wenn wieder einmal ein „lebensälterer“ (Originalton Polizei) Herr oder Dame Betrügern zum Opfer gefallen ist. Dies kommt trotz Information und Aufklärung auch in unserer Region leider noch viel zu häufig vor. Alleine in jüngster Vergangenheit wurden aus Stadt und Kreis Fulda verschiedene Fälle bekannt, wonach entweder falsche Polizisten, falsche Paketboten oder ein angeblicher Kunsthändler sein Unwesen getrieben haben. Und mit dieser betrügerischen Masche auch noch Erfolg hatten.

Kurz und knapp: Diese Typen, die sich der Gutgläubigkeit und manchmal auch Hilflosigkeit ihrer mitunter gebrechlichen Opfer bedienen, sollten sich in Grund und Boden schämen! Denn sie nutzen auf infame Art und Weise soziale Isolation und Vereinsamung der alten Menschen aus, die sich darüber freuen, wenn jemand bei ihnen an der Türe klingelt oder ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Besonders dann, wenn es sich um den angeblichen Enkel handelt, der seit Jahren nichts von sich hatte hören lassen. . .

Und selbst der ansonsten sehr aufgeklärte Mensch kann darauf reinfallen, wenn der Betrüger an Gefühle appelliert. Und den erwähnten Enkel mimt, der sich plötzlich des Opas erinnert. Der sich wiederum möglicherweise einsam fühlt, so dass schnell das eine zum anderen kommt. Dann setzt jede Vernunft aus, denn Sehnsucht und Wille sind groß, diesem anscheinend in eine Notlage geratenen Menschen zu helfen. Dabei gehen die Betrüger derart raffiniert vor, dass es den alten Menschen schwer fällt, die Lüge zu enttarnen.

So werden zum Beispiel die Gespräche am Telefon so geschickt geführt, dass der Angerufene mit nur wenigen Fragen aus der Reserve gelockt wird und plötzlich viel mehr von sich preisgibt als ihm lieb ist. Der klassische Einstieg ist dabei laut polizeilicher Erfahrung die Aufforderung: „Na, rat‘ mal, wer dran ist!“

Dabei sollte man sich keinerlei Illusionen hingeben, dass die Täter unbedarfte Typen sind. Vielmehr sind die meisten von ihnen bandenmäßig organisiert und gehen bei ihrem – ich muss es leider so ausdrücken – ruchlosen Verhalten höchst professionell vor. Und wenn die Polizei das Glück hat, den einen oder anderen von ihnen dingfest zu machen, dann handelt es sich meistens um ein kleines Rädchen im Getriebe. Denn die großen Bosse, die im Hintergrund die Fäden ziehen und sich mit dem Geld der Betrogenen ein schönes Leben machen – die sitzen meist irgendwo im Ausland. Und reiben sich die Hände.

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