Falsche Warnung: In Osthessen gibt's keine Rauchmelder-Kontrollen

+

Ein Internet-Hoax macht die Runde, in dem vor bandenmäßig organisierten Rauchmelder-Kontrolleuren gewarnt wird.

Osthessen. "Wenn jemand klingelt und nach den Rauchmeldern gucken will, die seit Januar gesetzlich vorgeschrieben sind, nicht reinlassen und Polizei anrufen! Eine Verbrecherbande ist mit dieser Masche hier im Umkreis unterwegs!! Bitte weitersagen!”

In den vergangenen Tagen ist eine solche oder ähnlich lautende Meldung duch die meisten sozialen Netzwerke oder Chat bundesweit verbreitet worden. "So viele angebliche Rauchmelder-Kontrolleure, wie jetzt gemeldet wurden, gibt es in ganz Deutschland nicht”, sagt Christian Stahl von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Osthessen auf Nachfrage von FULDA AKTUELL. "Es handelt sich um eine offensichtliche Falschmeldung”, fügt er hinzu.

Auch andere Polizeidienststellen haben ähnliche Erfahrungen gemacht: "Jeder ,teilt’, wie das heute heißt, jeder warnt, aber keiner weiß, wo tatsächlich etwas passiert ist. Auch die polizeilichen Nachforschungen nach dem Urheber der Warnung blieben bislang ohne jeden Erfolg. Viele können noch den direkten Kontakt benennen, aber irgendwann verliert sich die Spur, wie sich das für einen Fake gehört, im Sande; oder um im Bilde zu bleiben, auch im Rauch”, schreibt beispielsweise das Polizeipärsisium Aalen im Ostalbkreis in einer Pressemitteilung. "Menschen auf diese Art und Weise daran zu erinnern, dass sie niemanden ins Haus lassen sollen, den sie nicht kennen, ist ja im Ergebnis wenigstens nicht ganz verkehrt. Deshalb an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich: es gibt keine Überprüfungen, ob die vorgeschriebenen Rauchmelder installiert sind oder nicht”, heißt es weiter.Im Übrigen ist die Alarmierung der Polizei dann, wenn einem wirklich ein falscher Rauchmelder-Kontrolleur oder ein Strom- und Wasserableser ohne Ausweis verdächtig vorkommt, mit Sicherheit die bessere Variante als in sozialen Netzwerken eine Nachricht zu posten oder per Chat zu verschicken.

Ein Fakt ist, dass es beispielsweise in Bremen einen Fall gab, in dem zwei Männer sich unter Vortäuschung der Rauchmelder-Kontrolle Zutritt zur Wohnung einer 79-jährigen Frau verschafften. Geld und ein goldener Ring verschwanden laut Meldung der Bremer Polizei.

In Osthessen gab es bisher keine derartig gelagerten Fälle. Unternehmen, die Rauchmelder auf Funktionstüchtigkeit prüfen, kündigen sich normalerweise vorher per Aushang oder Benachrichtigung im Briefkasten an und geben einen konkreten Zeitraum der Kontrolle an.

Grundsätzlich sollten laut Polizei vor allem ältere und alleinstehende Menschen keine Fremden in ihre Wohnung lassen.

Gesetzes-Grundlage

"In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Die Eigentümerinnen und Eigentümer vorhandener Wohnungen sind verpflichtet, jede Wohnung bis zum 31. Dezember 2014 entsprechend auszustatten. Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzerinnen und Besitzern, es sei denn, die Eigentümerinnen oder die Eigentümer haben diese Verpflichtung übernommen”, so der Gesetzestext in der "Hessischen Bauordnung” (HBO).

+++ Polizeimeldung vom heutigen Dienstag, 11.12 Uhr +++

Eine rasant kursierende Handymeldung mit der Warnung vor angeblichen Kontrolleuren, die die Installation von Rauchmeldern überprüfen, beschäftigt seit Montag (18.01.) auch die Menschen in Osthessen. "Es könnte sich um eine außer Kontrolle geratene Warnung vor einem Fall handeln, der sich vielleicht tatsächlich einmal irgendwo ereignet hat", erklärt Christian Stahl, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Osthessen, "bei uns in den Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und dem Vogelsbergkreis sind solche Fälle bislang nicht bekannt geworden." Wer Zweifel daran hat, ob eine Person, die als Kontrolleur für irgendetwas, als Zählerableser, Paketbote oder was auch immer Einlass in eine Wohnung verlangt, tatsächlich damit beauftragt ist, sollte nach einem Ausweispapier verlangen.

"Jeder, der für eine Behörde oder ein Unternehmen unterwegs ist, hat in der Regel auch ein Legitimationspapier bei sich", sagt Polizeisprecher Stahl. Wer dann noch nicht sicher ist, kann mit einem Anruf bei der angeblich entsendenden Stelle schnell Klarheit erlangen. Wenn auch dann noch Zweifel bestehen, sollte man Fremden lieber den Einlass verwehren und erforderlichenfalls die Polizei verständigen. Kein Besuch ist so dringend, dass die Angelegenheit nicht auch noch später erledigt werden könnte.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Nach 67-Jähriger nun auch 69 Jahre alter Ehemann in Großenlüder gestorben 

Mann war mit schweren Verletzungen neben seiner toten Frau gefunden worden
Nach 67-Jähriger nun auch 69 Jahre alter Ehemann in Großenlüder gestorben 

„Wir ticken anders als andere“: Wie Familie Hack mit dem Asperger-Syndrom des neunjährigen Jacob umgeht

Leben mit Autismus: Wir besuchten Familie Hack aus Osthessen und zeigen, wie das Leben mit einem von Autismus betroffenen Kind aussieht.
„Wir ticken anders als andere“: Wie Familie Hack mit dem Asperger-Syndrom des neunjährigen Jacob umgeht

Unter Alkohol verkehrt im "Bronnzeller Kreisel" unterwegs: Unfall

21-jähriger BMW-Fahrer aus Fulda flüchtet zunächst nach Zusammenstoß mit Jeep-Fahrer aus Eichenzell
Unter Alkohol verkehrt im "Bronnzeller Kreisel" unterwegs: Unfall

18-jähriger Motorradfahrer aus dem Raum Hünfeld stirbt bei Unfall auf A 7

Krad prallt gegen Lkw / Soziafahrerin schwer verletzt 
18-jähriger Motorradfahrer aus dem Raum Hünfeld stirbt bei Unfall auf A 7

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.