Fast ausgestorben, nun wieder heimisch

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Rhön. Wiederansiedlung: Edelkrebs-Projekt in der hessischen Rhön läuft gut.

Rhön. Seit mehr als zehn Jahren ist die Rhön wieder Heimat des zuvor nahezu ausgestorbenen Deutschen Edelkrebses. Gemeinsam mit der Oberen Fischereibehörde des Regierungspräsidiums Kassel und dem Biosphärenreservat wurde systematisch über viele Jahre die Wiederansiedlung betrieben. Mit Erfolg, wie die jährlichen Kontrollen zeigen.

Auch im Jahr 2014 wurden wieder Krebsbereusungen zur Bestandskontrolle im Rahmen des Artenschutzprojekts durchgeführt. Die beiden Studenten des Studiengangs Landschaftsentwicklung der Hochschule Osnabrück, Adrian Zentgraf und Dominik Scholz, haben im Rahmen eines Praktikums das diesjährige Monitoring vorgenommen. Angeleitet wurden sie dabei von Ranger Joachim Walter und dem Gewässerbiologen Christoph Dümpelmann.

Es wurden acht Bäche im hessischen Teil der Rhön bereust. Dabei wurden mehrfach Krebse aller Altersstufen gefangen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die in den vergangenen Jahren besetzten Krebse reproduzieren und erfolgreich wieder eingebürgert werden konnten.

Problematisch ist, dass in den Hauptbächen Ulster, Haune, Fulda und Lütter die aus Amerika eingeschleppten Signalkrebse vorkommen, welche meist Überträger der sogenannten Krebspest sind. Die Krebspest selbst ist ein pilzähnlicher Erreger, der auf den heimischen Edelkrebs tödlich wirkt. In der Ulster und der Haune wurden nun von den Studenten amerikanische Signalkrebse entnommen, um sie von der Universität Landau mit einem neuen Verfahren auf den Erreger der Krebspest untersuchen zu lassen.

Bei den bisherigen Besatzmaßnahmen mit Edelkrebsen wurde darauf geachtet, dass sich keine Signalkrebse in den Besatzgewässern befanden. Allerdings vermehren sich die Signalkrebse in der Ulster stark und bedrohen damit die Edelkrebsbestände u. a. in den Nebenbächen wie dem Brand- und dem Scheppenbach. Deshalb wurde das Ausbreitungsgebiet der Signalkrebse in der Ulster untersucht; sie sind noch nicht bis nach Tann vorgedrungen.

In diesem Zusammenhang wurden auch die Querbauwerke am Bandbach und am Scheppenbach untersucht. Die alten Wehre sollen hinsichtlich ihrer Längsdurchlässigkeit entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie verbessert werden. Dies könnte die bisher erfolgreiche Edelkrebsansiedlung gefährden. Die jetzigen Wehre stellen für die Signalkrebse wichtige Hindernisse da, die von den Signalkrebsen wohl kaum überwunden werden können. Damit trennen die Wehre die Populationen von Edelkrebs und Signalkrebs. Diese Situation erfordert einen schwierigen Abwägungsprozess für die Behörden.

Zwei weitere Bäche, Bieber und Thalaubach, welche im Besitz des Forstamtes Hofbieber sind, wurden ebenfalls auf einen möglichen Krebsbestand untersucht. Beide Bäche weisen keinerlei Krebsbestände auf, sind aber potentiell geeignet. Auf Grund der Expertise der Studenten sollen nun auch diese beiden Bäche in das Wiederansiedlungsprogramm Edelkrebs aufgenommen werden. Noch in diesem Jahr soll ein erster Besatz mit jungen Edelkrebsen durchgeführt werden.

Seitens des Biosphärenreservats ist man sehr angetan, von der Arbeit der Studenten. Im Rahmen des dreimonatigen Praktikums wurden wichtige Ergebnisse erzielt, die die Grundlage für weitere Naturschutzmaßnahmen bilden, so Martin Kremer von der Verwaltung.

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