Fast eine Fakultät: Medizinstudium ab fünftem Semester in Fulda absolvieren

Bei Unterzeichnung der Absichtserklärung für die Kooperation zwischen zwei Hochschulen, dem Klinikum und dem Land Hessen.
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Zukünftige Kooperation der Philipps-Universität Marburg, der Hochschule Fulda und des Klinikums Fulda besiegelt.

Fulda - „Es ist eine historische Entscheidung, denn Fulda hatte zuletzt im Jahr 1805 eine kleine, aber feine medizinische Fakultät“, sagte Fuldas Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Fulda, Dr. Heiko Wingenfeld, am Dienstag im Stadtschloss. Grund war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen dem Land Hessen, der Hochschule Fulda, der Philipps-Universität Marburg und dem Klinikum Fulda. Die Erklärung besagt, dass diese vier Institutionen dafür Sorge tragen, dass bis zum Jahr 2020 insgesamt 185 Medizinstudierende ihre Kliniksemester in Fulda absolvieren können."

Bindungseffekt“

„Hessen bildet bereits viele Ärzte aus, doch wir wollen die Anzahl der Medizinstudierenden erhöhen“, sagte Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein bei der Unterzeichnung. Durch die medizinische Ausbildung in Fulda solle ein „Bindungseffekt an den ländlichen Raum“ geschaffen werden. Zudem sollten die Teilstudienplätze im Studiengang Humanmedizin an der Philipps-Universität in Marburg verringert werden. „Im kommenden Wintersemester soll in einer Pilotphase 40 Studierenden ab dem 5. Semester, die ihr Studium mit einem Teilstudienplatz in Marburg begonnen haben, der Übergang in das klinische Studium ermöglicht werden“, so Rhein. Ein Jahr später sollen es 80 klinische Studienplätze in Fulda sein, bis im Jahr 2020 die 185 Studierenden erreicht sind.

„Wir sind mutig und optimistisch“, so Prof. Dr. Katharina Krause, die Präsidentin der Philipps-Universität Marburg. Sie dankte allen Partnerinstitutionen. Prof. Dr. Karim Khakzar, der Präsident der Hochschule Fulda, brachte die Fachbereiche Pflege und Gesundheit in Fulda ins Gespräch. Zusammen mit den Medizinstudenten würden die verwandten Fachgebiete „näher zusammenrücken“. Die Hochschule Fulda werde die zukünftigen Medizinstudierenden unterstützen und eine vertrauensvolle Kooperation mit allen Partnern eingehen. Oberbürgermeister Wingelfeld sagte den Institutionen zu, von städtischer Seite die Rahmenbedingungen zu schaffen, vor allem im Bereich studentischen Wohnraumes. „Es kommt jetzt Arbeit auf uns zu“, sagte er optimistisch. Er hoffe, dass die in Fulda ausgebildeten Mediziner „auch in der Region Wurzeln schlagen werden“.

"Wir wollen Ärzte ausbilden"

„Wir wollen Ärztinnen und Ärzte ausbilden“, konstatierte Dr. Thomas Menzel, der Vorstandssprecher des Klinikums Fulda. Bereits seit Ende 2014 besteht mit dem „Campus Fulda“ der Marburger Uni eine Kooperation mit dem Klinikum in Fulda. „Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Klinikums“, so Menzel. Das sei gut für Hessen, für die Region und für das Klinikum Fulda.

Hohe Fördersummen

Zu Beginn werden aus Landesmitteln 750.000 Euro für das Pilotprojekt zur Verfügung gestellt. Wenn dereinst drei Jahrgänge mit jeweils 185 Medizinstudenten in Fulda ausgebildet werden, wird sich die Summe auf 26,8 Millionen Euro belaufen, die zum Teil aus dem „Hochschulpakt“ finanziert werden sollen. „In der jeweils auf fünf Jahre angelegten Pakt mit dem 14 Hochschulen des Landes Hessen beläuft sich die Gesamtsumme auf neun Milliarden Euro“, so Rhein.

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