Fastnacht auf Dauer in der Karnevals-Hochburg

Im Fuldaer „Vonderau Museum“ wird demnächst eine Dauerausstellung über die Fuldaer Fastnacht gezeigt.
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Im Fuldaer „Vonderau Museum“ wird demnächst eine Dauerausstellung über die Fuldaer Fastnacht gezeigt.

Neue Ausstellung im „Vonderau-Museum“ zum Karneval in Fulda

Fulda. „Udeti – savita!“, „Matte-biddel“, „Uah – uhh!“ oder „Wei – wei!“ – was für Außenstehende fremdartig bis kurios klingt, sind für Fuldaer Fastnachter altvertraute „Mutterlaute“: Die Schlachtrufe der sogenannten Randstaaten gehören seit vielen Jahrzehnten zur „Fulder Foaset“ wie die Fasanenfedern zur Prinzenkappe. Künftig wird auch das Fuldaer „Vonderau-Museum“ diesen Eigenheiten und Besonderheiten des osthessischen Fastnachts-Brauchtums eine eigene Dauerausstellung widmen. Die Planungen und Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, während der nächsten Fastnachtskampagne 2021/22, die hoffentlich wieder gefeiert kann, soll die Ausstellung in den Räumen im Kellergeschoss des Stadtschloss-Nordflügels eröffnet werden und dort für längere Zeit ihr Domizil bekommen. Jetzt wurden erste Exponate sowie zwei Medienstationen, die eigens für die Fastnachtsausstellung entwickelt wurden, vorgestellt.

Museumsleiter Dr. Frank Verse präsentierte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld im Beisein von Christian Wighardt „Förderverein Fastnachtsmuseum“) und der Foaset-Expertin Annette Hamperl die beiden Medienstationen. Die erste Station bietet ein interaktives Fastnachtsglossar mit interessanten Informationen rund um die Fuldaer Fastnacht; in der zweiten Station stellen sich die Fuldaer Randstaaten vor, die zumeist in ihren jeweiligen Quartieren oder Stadtteilen beheimatet sind. Die Fertigstellung dieser Station wurde von den Vertretern der Randstaaten erheblich unterstützt, die Texte, Fotos und Ausstellungsobjekte kostenlos zur Verfügung stellten. Das Design und die technische Umsetzung der Stationen erfolgte durch Isabel Hahner von der Firma „mecom vision GmbH“.

Wingenfeld zeigte sich begeistert von der Konzeption sowie vom großen Engagement der Vereine für das Museumsprojekt. „Die Foaset ist ein wesentlicher Teil der Fuldaer Kultur, und gerade in diesen Zeiten – in denen alle Veranstaltungen abgesagt-wurden - erleben wir schmerzlich, wie viel Anteil die Fastnacht auch an dem hat, was den Fuldaer Gemeinschaftssinn ausmacht“, sagte Wingenfeld. Sein besonderer Dank galt Annette Hamperl für die Konzeptionierung und umfangreiche Beratung, dem Verein Fastnachtsmuseum Fulda und allen Vereinsvorständen der Randstaaten, die umfangreiche Zuarbeiten leisteten sowie dem Museumsteam um Dr. Verse.

Wighardt, der auch stellvertretend für den Fastnachts-„Archivar“ Bernd Heil gekommen war, betonte, dass die Fastnachtsgeschichte Fuldas immer auch ein Teil der Stadtgeschichte sei. In den geplanten Museumsräumen im Stadtschloss werde man diese Wechselbeziehung zwischen Stadthistorie und Fastnacht anhand eines Zeitstrahls darstellen. Bei den Exponaten der einzelnen Vereine gehe es nicht um eine Ordensschau, so Wighardt, sondern darum, anhand prägnanter Einzelstücke die Besonderheiten der Randstaaten und ihrer Historie anschaulich zu machen.

Hamperl erläuterte die Idee hinter den Medienstationen. Hier werden insbesondere für den Foaset-Neuling die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte bestimmter Fuldaer Fastnachtsbräuche erläutert. Aber auch altgediente Fastnachter werden in den 156 Stichworten des Glossars noch Entdeckungen machen können wie zum Beispiel die Fuldaer Klapphornverse Vorläufer der Büttenreden), den Brauch des Fastnachtshuhns oder die Vereins-Patenschaften ein älterer Fastnachtsverein wird jeweils „Pädder“ für eine Neugründung). Die Beiträge der Randstaaten sowie der „FKG“ sind mit vielen Illustrationen bebildert, die die Lektüre spannend und unterhaltsam zugleich machen.

Verse ergänzte, dass der eigentliche Plan, diese Medienstationen in Form einer kleinen Sonderausstellung zum Höhepunkt der Fastnachtssaison im „Vonderau-Museum“ als kleines Dankeschön für die bisher von allen Seiten geleistete Unterstützung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wegen der pandemiebedingten Beschränkungen leider ausfallen müsse. „Die heutige Präsentation soll daher nun zumindest den aktuellen Stand der Planungen wiedergeben und als kleiner Motivationsschub und zur Information aller Unterstützer dienen“, erläuterte der Museumsleiter. Zugleich kündigte er dann, dass die Informationen aus der Medienstation zu den Randstaaten in Kürze auch online abrufbar sein werden.

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