Fischsterben soll verhindert werden: Großeinsatz an Fuldaer Aueweihern

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Feuerwehr, THW, DLRG und Angelverein sind vor Ort

Fulda - Niedriger Wasserstand, hohe Temperaturen, eine starke Algenblüte durch hohe Phosphatwerte und ein relativ trockener Sommer: Diese Konstellation führt seit Jahren an den Fuldaer Aueweihern zum Sauerstoff-Notstand im Gewässer. In diesem Sommer ist die Lage besonders extrem. Jetzt rückte das Technische Hilfswerk (THW) mit großem Gerät und mit Manpower an, um das Gewässer vor dem „Umkippen“ zu bewahren und damit die Tierwelt im und am See zu schützen. Nach Angaben des Angelvereins Fulda sind bereits mehrere Dutzend Fische verendet.

Nachdem der Angelverein Ende vergangener Woche angesichts eines bedrohlich niedrigen Sauerstoffwerts und erster toter Hechte, Karpfen und Brassen Alarm geschlagen hatte, rückte zunächst die Feuerwehr Fulda aus. Wie in der Vergangenheit schon häufiger erprobt, so versuchte die Feuerwehr auch diesmal, mit Pumpen Wasser in den beiden Weihern umzuwälzen und so mit Sauerstoff anzureichern. Zusätzlich wurde sauerstoffreicheres Wasser aus der Fulda in die Aueweiher gepumpt. Ohnehin laufen die seit mehreren Jahren fest installierten „Aqua Jets“ im Dauerbetrieb.

Da die Werte jedoch weiter im für die Fische kritischen Bereich blieben und die Feuerwehr mit ihren technischen Möglichkeiten an ihre Grenzen kam, forderte die Stadt Fulda auf dem Wege der Amtshilfe die Unterstützung des Technischen Hilfswerks an. Die THW-Experten verfügen über Pumpen mit enormer Leistungskraft, die zum Beispiel bei Hochwasserkatastrophen zum Einsatz kommen. Sie können bis zu 5.000 Liter Wasser pro Minute umwälzen.

Nach der Alarmierung rückten mehrere Spezialistentrupps aus verschiedenen THW-Ortsgruppen in Hessen aus, um den Einsatz an den Aueweihern zu stemmen. Wie THW-Truppführer Marcel Edelmann vor Ort mitteilte, waren am Mittwoch insgesamt 62 Helferinnen und Helfer des THW in Fulda im Einsatz, dazu kamen Kräfte weiterer Organisationen wie etwa der Deutschen Lebensrettungsgsellschaft (DLRG), die versuchte, mit dem Einsatz eines Rettungsboots mit Außenbordmotor weitere Bewegung und damit Sauerstoffanreicherung in den südlichen Aueweiher zu bringen.

Das THW hat nun vier Großpumpen im Einsatz, mit denen insgesamt 20.000 Liter Wasser pro Minute in den beiden Seen umgewälzt werden. Zusätzlich werden pro Minute 3000 Liter Flusswasser aus Fulda entnommen und eingeleitet. Die Untere Naturschutzbehörde ist in die Maßnahmen eng eingebunden. Gegebenenfalls wird der Einsatz des THW so lange dauern, bis sich das Gewässer stabilisiert hat.

Für die Stadt Fulda ist das erneut drohende „Umkippen“ des Gewässers ein erneuter Beleg für die Dringlichkeit einer nachhaltigen Gewässersanierung, wie sie jetzt mit Blick auf die Landesgartenschau 2023 angestoßen wurde. Die im Moment zur Genehmigung durch die Landesbehörden vorliegende Planung sieht unter anderem die Zusammenlegung der beiden Weiher und eine permanente Pumpanlage vor, die dem Wasser Phosphat entzieht und zugleich mit Sauerstoff anreichert.

Update: Laut Mitteilung der Stadt waren die Sauerstoff-Messwerte von Donnerstagmorgen noch nicht so gut, dass der Einsatz an den beiden Aueweihern hätte beendet werden können. Im Gegenteil: Das THW, das derzeit noch mit rund 30 Kräften vor Ort ist, rechnet damit, dass die Pumpen noch bis mindestens Freitagvormittag laufen werden.

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