Flammen-Infernos in der Rhön: Serientäter in Sägewerken am Werk?

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Sägewerks-Großbrände: Wohl kein gemeinsamer Feuerteufel, sagt die Polizei.

Osthessen/Unterfranken. Die Verunsicherung in der Bevölkerung, vor allem aber bei Sägewerks-Betreibern in der Region, ist spürbar. In der Nacht von Freitag auf Samstag vergangener Woche brannte das Sägewerk "Feuerstein" in Dipperz bis auf die Grundmauern nieder. Der vorläufig letzte Fall in einer Reihe von Großbränden in der Rhön, die bis ins benachbarte Unterfranken reicht. Muss man gar von einer Brand-Serie sprechen? Geht womöglich ein Feuerteufel um?Auch wenn bisher gottlob keine Menschenleben zu beklagen waren, allerdings jeweils hoher Sachschaden, der mitunter in Millionenhöhe lag,  sind Ängste vorhanden – begründete offenbar. Was auch daran zu ersehen ist, dass die Polizei länderübergreifend zusammenarbeitete und zum Austausch eine gemeinsame Koordinierungsstelle bildete. Unter Federführung des hessischen Landeskriminalamtes, der "K10"-Brandkommission beim Polizeipräsidium Osthessen, der Polizei in Unterfranken und der Brandversicherung, die zudem eigene Sachverständige (meist frühere Polizeibeamte) beauftragte, wurde länderübergreifend akribisch ermittelt.

"Die Häufung vergleichbarer Fälle war schon auffällig", informiert Christian Stahl, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen. "Es wurden die Brände miteinander verglichen, Spuren über- und nebeneinander gelegt, geschaut ob gleiche Elemente aufgetreten sind, etwa Brandbeschleuniger oder ähnliches eingesetzt wurden. Oder, ob es sich  ,nur’  um eine nicht vergleichbare zufällige Ansammlung von Einzelbränden handelt."

"Die Brände passten nicht zueinander. Es besteht kein weiterer Bedarf für eine gemeinsame osthessische-unterfränkische Ermittlungskommission mehr", sagt Peter Häusinger, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken in Würzburg. "Es gab eine Vielzahl von Ermittlungsansätzen und -einsätzen, aber eine heiße Spur für einen definitiv gemeinsamen Täter bei den Sägewerks-Bränden, für handfeste Parallelen in Osthessen und Unterfranken gab es nicht."

Insgesamt sechs SägewerksBrände in der Region Rhön können in diesem Jahr in diesen Kontext gebracht werden – drei in Unterfranken, drei in Osthessen:

• In Nüsttal-Silges gibt es am 23. Januar um 2 Uhr am frühen Freitagmorgen in einem Sägewerk in der Ortsmitte ein flammendes Inferno, welches das ganze Dorf in helle Aufregung versetzt.  Hier liegt ein technischer Defekt vor.

• In Oberleichtersbach-Modlos (Landkreis Bad Kissingen) ist im Mai ein technischer Defekt die Ursache für einen Sägewerks-Brand. Der Sachschaden geht in die Zehntausende.

• In Hainzell (Landkreis Fulda) wird am 11. Juli das Sägewerk "Hosenfeld" durch einen Brand total zerstört.  Es entsteht ein Millionenschaden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

• In Burgpreppach (Landkreis Hassberge) brennt am 14. Juli eine Sägewerkshalle nieder. Der Schaden beträgt rund 100.000 Euro. Laut unterfränkischer Polizei lag auch hier  ein technischer Defekt vor.

• Im Hammelburger Ortsteil Untererthal  (Landkreis Bad Kissingen) brennt nur vier Tage später ein großes Sägewerk komplett nieder. Für den Millionenschaden schließen die Brandermittler einen technischen Defekt aus, die Polizei vermutet Brandstiftung.

• In Dipperz kämpfen 500 Feuerwehrleute, das "THW" und "DRK" vergeblich gegen das Abbrennen des Sägewerks "Feuerstein". Die Brandursache stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, es deutet indes einiges auf Brandstiftung hin.

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