Flucht vor dem Krieg und Hilfe in Fulda

Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
1 von 8
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
2 von 8
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
3 von 8
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
4 von 8
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
5 von 8
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
6 von 8
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
7 von 8
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.
8 von 8
Dienstags organisiert die Fuldaer Ukraine-Gruppe ein Mittagessen im Mehrgenerationenhaus am Aschenberg und sammelt Spenden für Kriegsopfer.

Eine Geflüchtete erzählt bei der Ukraine-Gruppe und der „AWO Fulda“

Fulda. Das Artilleriefeuer der russischen Invasoren prägt Swetlanas (Name geändert) Erinnerung an ihre letzte Nacht in Kiew. Die anschließende Flucht aus ihrer ukrainischen Heimat führt die 21-Jährige nach Fulda, wo sie gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen Spenden für ihre im Krieg lebenden Landsleute sammelt.

Freiwillige der Fulda-Ukraine-Gruppe organisieren dafür jeden Dienstag von 12 bis 14 Uhr mit Unterstützung der „AWO Fulda“ ein Mittagessen vor dem Mehrgenerationenhaus am Aschenbergplatz (MGH). Menschen, die die im Krieg Lebenden unterstützen möchten, erhalten gegen eine Spende eine warme Suppe, unterschiedlich gefüllte Teig-

taschen, Pfannkuchen oder Kuchen. „Die Aktion entstand aus dem Gefühl heraus, etwas tun zu müssen, denn der Krieg geht weiter“, erklärt Margarete Klär, Leiterin des MGH.

Vergangenen Dienstag konnten so rund 1.000 Euro an Spenden gesammelt werden. Von dem Geld wurden Medikamente, Verbandsmaterial und Infusionen gekauft und nur zwei Tage später an die ukrainische Grenze geliefert. „Die Menschen kamen nicht nur aus vielen Fuldaer Stadtteilen, sondern auch aus anderen Orten des Landkreises Fulda. Einige waren zum ersten Mal auf dem Aschenberg“, sagt Klär. „Mit dieser Aktion wollen wir ein Zeichen der Solidarität setzen und den vom Krieg Betroffenen Mut machen. Sie sind nicht alleine.“

Flucht-Erlebnisse

So werden auf dem Aschenbergplatz nicht nur Spenden gesammelt, sondern auch Kontakte geknüpft. Menschen, die ein Zimmer frei haben, treffen auf Geflüchtete. Geflüchtete wie Swetlana treffen auf Ehrenamtliche und bekommen so eine Chance, sich selbst zu engagieren.

„Ich helfe beim Englischunterricht für Erwachsene im MGH und schaue, wo sonst noch Hilfe gebraucht wird“, sagt Swetlana. „Es ist gut, nicht nur zu Hause zu sitzen, denn dort kann ich an nichts anderes als den Krieg denken.“ Am dritten Kriegstag floh sie mit ihrer Mutter aus Kiew. Heute leben sie bei einer deutschen Gastfamilie. Bis zuletzt hat sie mit sich gehadert. „Kiew ist meine Stadt, die Ukraine meine Heimat. Aber ich wollte nicht sterben. Deshalb bin ich gegangen.“

Sie planten mit dem Zug in die Westukraine oder nach Polen zu flüchten. Am Tag ihrer Flucht herrscht Chaos. Soldaten schießen, Raketen fliegen an ihr vorbei, beschreibt sie die Situation. „Im Zug legten wir uns auf den Boden, schützten uns mit Kissen und allem, was wir finden konnten.“ Sie hatten Angst, die Fenster könnten im Kugelhagel bersten und Glassplitter auf sie herabregnen.

Aus Furcht, die russische Armee könnte auf die Flüchtenden aufmerksam werden, schalteten sie ihr GPS und ihre Smartphones aus. Sie wussten nicht, wohin sie fuhren. „Es war dunkel und laut. Dennoch war die Flucht mit dem Zug am sichersten. Ich habe Videos gesehen, von Familien, die während der Gefechte mit dem Auto flüchteten und starben“, berichtet Swetlana am Rande der Spendenaktion auf dem Aschenberg.

Auch Thomas Gerhardt, Lkw-Fahrer der Firma „Zufall“, ist an diesem Tag auf dem Aschenbergplatz. Gemeinsam mit einem Freund liefert er Spenden privat an die rumänisch-ukrainische Grenze und bringt Menschen auf der Flucht von dort nach Fulda. „Die Cousine meiner Frau floh aus der Ukraine und kam zunächst bei einem Rumänen unter. So knüpften wir Kontakt zu ihm. Zuletzt konnten wir von dort neun Menschen retten, der jüngste war kein Jahr alt“, sagt Gerhardt. Die rund 1.500 kilometerweite Fahrt dauerte fast 15 Stunden.

„Herzzerreißend“

Für die Situation an der rumänisch-ukrainischen Grenze hat Gerhardt nur ein Wort: „Herzzerreißend“. Er berichtet von Menschen, die auf dem Boden einer Turnhalle ausharren, glücklich über das Dach über dem Kopf. Über Familien, die getrennt werden, weil der Mann zurück in den Krieg muss. Rumänen, die selbst nicht viel haben, und doch mit dem Wenigen Geflüchteten so gut wie möglich helfen.

Gerhardt und sein Freund planen weitere Fahrten an die Grenze, zur Not finanziert aus privaten Mitteln. „Man muss den Menschen doch irgendwie helfen“, sagt er.

Swetlanas Familie wird er jedoch nicht in seinem Sprinter nach Deutschland bringen können. Ihre Großeltern, Tanten und Onkel sind noch immer in Kiew und können aus gesundheitlichen Gründen nicht flüchten. „Viele haben mir gesagt, du sprichst deutsch, du hast studiert. Deine Perspektive dich zu integrieren, ist gut. Aber ich frage mich, was passiert mit meiner Familie in der Ukraine?“, sagt sie. Der Krieg, so meint Swetlana, wirkt noch immer surreal auf sie. Es fällt ihr schwer zu begreifen, wie sich die angespannte Situation in ihrer Heimat zu einem Krieg entwickeln konnte.

„Aber wenn ich die Hilfsbereitschaft hier sehe, fühle ich mich gut. Ich habe so viele nette Menschen kennengelernt“, sagt sie. Das motiviere sie, selbst etwas zu tun. Und so unterstützt sie die Fulda-Ukraine-Gruppe und deren Spendenaktion.

Vor dem Krieg in der Ukraine bestand die Gruppe aus rund 20 Mitgliedern, heute sind es 70, erläutert Tanja Teppich, die ebenfalls Mitglied ist. „Bei uns helfen sowohl Geflüchtete aus der Ukraine, russisch-stämmige Menschen und hier Ansässige mit.“ Tanja stammt selbst aus der Ukraine, ihr Sohn ist dort geboren. Ihr Neffe studiert Medizin beim ukrainischen Militär. Er ist im Krieg.

Rubriklistenbild: © AWO Fulda

Meist Gelesen

Rumänischer Lkw-Fahrer tickt aus und wird festgenommen
Fulda

Rumänischer Lkw-Fahrer tickt aus und wird festgenommen

Lkw-Fahrer aus Rumänien bremst Kollegen aus, Fährt Shclangenlinien auf der Autobahn und widersetzt sich Polizeibeamten.
Rumänischer Lkw-Fahrer tickt aus und wird festgenommen
Hünfelder Juwelier misstrauisch: Wem gehört der Goldschmuck?
Fulda

Hünfelder Juwelier misstrauisch: Wem gehört der Goldschmuck?

Schmuckgegenstände könnten aus einer Straftat stammen: Polizei erbittet Hinweise
Hünfelder Juwelier misstrauisch: Wem gehört der Goldschmuck?
Schwarzbuch 2018/19: Taubenhaus in Fulda bemängelt
Fulda

Schwarzbuch 2018/19: Taubenhaus in Fulda bemängelt

Stadt Fulda nimmt Stellung zum Taubenhaus und zum Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler
Schwarzbuch 2018/19: Taubenhaus in Fulda bemängelt
Sebastian Mock übernimmt Klinikleitung bei Helios St. Elisabeth Hünfeld
Fulda

Sebastian Mock übernimmt Klinikleitung bei Helios St. Elisabeth Hünfeld

Nach mehrmonatiger Vakanz hat die Hünfelder Klinik nun den neuen Geschäftsführer Sebastian Mock vorgestellt.
Sebastian Mock übernimmt Klinikleitung bei Helios St. Elisabeth Hünfeld

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.