Folgt Wingenfeld Möller als OB?

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Das Personal-Karussell innerhalb der Fuldaer CDU dreht sich schnell. Kommentar zum möglichen Machtwechsel.

Fulda. Am Freitagabend eröffnete Oberbürgermeister Gerhard Möller den Fuldaer Weihnachtsmarkt.  Nächstes Jahr wird dies wohl ein anderer OB tun. Gab es in den vergangenen Wochen und Monaten zahlreiche öffentliche Spekulationen, ob denn nun Möller als Stadtoberhaupt der Barockstadt weitermachen und in eine dritte Amtsperiode gehen wird, so dürfte die Entscheidung (persönlich und intern) schon längst gefallen sein.

Wie "Fulda aktuell" von einer zuverlässigen Quelle aus dem CDU-Stadtverband erfuhr,  wird Möller am 12. Dezember auf der Sitzung des Stadtverbandes verkünden, dass er nicht mehr bei der Fuldaer OB-Wahl am 15. März 2015 antreten wird. Dann dürfte sich mit ziemlicher Sicherheit Erster Kreisbeigeordneter Heiko Wingenfeld für die CDU dem Wählervotum stellen – der zweite Mann im Kreis ist erste Wahl für den Posten des Fuldaer Oberbürgermeisters.

Noch weitere wichtige Personalentscheidungen stehen am 12. Dezember auf der Tagesordnung des CDU-Stadtverbandes. Nachdem der frühere Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel,  (noch) Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, Staatssekretär in Wiesbaden wurde, bringt er nicht mehr die nötige Zeit mit, sich für das hiesige Amt hinreichend zu engagieren. Als designierter Nachfolger für das Amt des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden gilt Fuldas "neuer" Bürgermeister Dag Wehner.

Bleibt nur noch die Frage offen, wer dann Nachfolger von Wingenfeld als Vize-Chef unter Landrat Bernd Woide wird. Zuletzt fand die Personal-Rotation ja meistens zwischen Stadt und Landkreis Fulda statt – oder umgekehrt. Das dürfte diesmal kaum anders werden.

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Machtübergabe

Ein Kommentar von Redaktionsleiter Hans-Peter Ehrensberger zur anstehenden Personal-Rotation bei der Fuldaer CDU.

Eine Ära nähert sich dem Ende, wenn am Abend des 12. Dezember Gerhard Möller aller Voraussicht nach im CDU-Stadtverband Fulda seine Entscheidung bekanntgeben wird, nicht mehr für die OB-Wahl am 15. März kommenden Jahres zur Verfügung zu stehen. Dann steht sein Nachfolger indes schon in den Startlöchern – Heiko Wingenfeld heißt der heiß gehandelte Kandidat. Der bisherige zweite Mann des Landkreises wird künftig erste Wahl für das höchste Amt der Barockstadt sein. Wenn man zwischen den politischen Verlautbarungen lesen kann und Wingenfelds  (zahlreicher gewordene) öffentliche Auftritte der jüngeren Vergangenheit analysiert, dann braucht man nicht länger mehr spekulieren, sich auf "gewöhnlich gut informierte Kreise"  berufen oder sich auf regionale Auguren oder örtliche Kaffeesatzleser verlassen.  Nein, dann lässt das nur einen Schluss zu: Heiko Wingenfeld ist der CDU-Kronprinz, der kommende Mann, Fuldas künftiger Oberbürgermeister. Der Wachwechsel wird in diesen Tagen vorbereitet, besser gesagt, ist schon längst intern und personell vollzogen und in trockenen Tüchern. Mit Gerhard Möller geht eine politische Größe, die sich nicht nur in der Region sondern weit darüber hinaus, unter anderem als Präsident des Hessischen Städtetages einen Namen gemacht hat. Der scheidende OB war in erster Linie und in des Wortes positivstem Sinn ein Sachverwalter der öffentlichen Finanzen, ein Wächter über die Steuermittel der Bürger, mit denen er höchst verantwortlich über zwei Amtsperioden umging. Möller wirkte zuletzt etwas angeschlagen und angezählt  (Kritiker sagen, von den Umland-Bürgermeistern in der 15-monatigen "Sommerlad-Auseinandersetzung" vorgeführt), um nicht zu sagen amtsmüde. Man merkte ihm deutlich an, dass er nicht länger mehr für die Fehler seiner Vorgänger (Kaiserwiesen, Emaillierwerk, Löhertor, Lokschuppen, Münsterfeld) verantwortlich gemacht werden wollte, er hatte deutlich daran zu knabbern, ungerechtfertigter Weise für alles und jedes den Schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen.  Nun steht also der Wach-, der "Seitenwechsel" zu Wingenfeld an. Der "Hilfs-Landrat", wie er sich kürzlich in einem Interview selbst bezeichnete, hat seit 2006 die typische Laufbahn eines osthessischen CDU-Berufspolitikers durchlaufen, nun muss er beweisen, dass er in noch größere, die Fußstapfen seine Vorgängers treten kann. Die Vielfalt seiner Aufgaben im "Gemischtwarengeschäft Landkreis" wird er auch auf die Stadt Fulda übertragen können. Gepaart mit (s)einer festen Verwurzelung in Heimat und Familie sowie den klaren politischen Mehrheitsverhältnissen in der Region  könnte aus dem "kleinen Landrat" ein großer OB werden.  

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