Forstamt Hofbieber  hat Vorbildfunktion für ganz Hessen

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Hessens Umweltministerin ernennt Forstamt Hofbieber zum "Modellbetrieb für Waldbiodiversität PLUS"

Hofbieber - Mit viel Lob ist das Forstamt Hofbieber am Mittwochvormittag von der hessischen Umweltministerin Priska Hinz bedacht worden. Die Behörde um Forstamtsleiter Florian Wilshusen übe eine Vorbildfunktion für die  anderen hessischen Forstämter aus, betonte Hinz, die die Einrichtung zum "Modellbetrieb für Waldbiodiversität PLUS" ernannte.

Die grüne Ministerin machte nach gut zwei Jahren wieder einmal Halt beim Forstamt Hofbieber, und zwar im Rahmen ihrer Sommertour. Mit vor Ort waren mehrere Vertreter von "Hessen Forst", von Natur- und Umweltschutzverbänden sowie die drei heimischen  Landtagsabgeordneten Markus Meysner (CDU), Silvia Brünnel und Markus Hofmann (beide Grüne) sowie der Fuldaer Grünen-Vorstandssprecher Knut Heiland. Hinz würdigte besonders auch die hohe Motivation der Forstamts-Mitarbeiter.

Um den Wald als wichtigen Lebensraum zu stärken, etabliere man im Forstamt Hofbieber einen Modellbetrieb für die Biodiversität. Das Forstamt werde nun zusätzliche Maßnahmen für den Erhalt der biologischen Vielfalt umsetzen und diese in Einklang mit den anderen Funktionen des Waldes bringen. "Die Erkenntnisse, die wir hier gewinnen, wollen wir auf den ganzen Staatswald übertragen“, erklärte Hinz. Dazu gehöre auch die Schulung von Förstern und Forstbediensteten.

Das Forstamt reiche über viele verschiedene Höhenlagen von 220 bis 920 Meter. Man finde hier eine Vegetation und Tierwelt vor, die in vielen Wäldern Hessens typisch ist. „Das Forstamt Hofbieber kann als Vorbild für viele Forstämter herangezogen werden, da es repräsentativ ist für ganz Hessen. Außerdem wurde hier im Forstamt bereits viel Erfahrung bei Maßnahmen für die biologische Vielfalt gesammelt, auf die aufgebaut werden kann“, erklärte Hinz.

Im Forstamt Hofbieber soll das Ziel der Biodiversität noch deutlicher gewichtet werden. Die Auswirkungen dieser zusätzlichen Maßnahmen auf den Naturschutz und die Holzwirtschaft sollen unter Einbeziehung von Fachexperten systematisch erhoben und bewertet werden. Die Projektlaufzeit ist auf zehn Jahre ausgelegt. Hierzu wird eine zusätzliche Stelle im Forstamt Hofbieber eingerichtet.

Bereits jetzt setze sich das Forstamt Hofbieber besonders für den Schwarzstorch, den Feuersalamander und die Mopsfledermäuse ein. Der Modellbetrieb soll prüfen, durch welche Maßnahmen im Rahmen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung positive Effekte für die Vielfalt und Qualität von Habitaten erreicht werden. Zukünftig sollen unter anderem Maßnahmen entwickelt werden, die den Lebensraum von Arten verbessern, die beispielsweise auf Alt- und Totholz angewiesen sind. Dazu gehören der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer und höhlenbrütende Vogelarten, wie der Schwarzspecht. Dafür verbleiben teilweise umgestürzte Bäume im Wald, die ansonsten aufgearbeitet worden wären.

Auch krumme Bäume mit vielen Ästen, die nicht optimal für die Holzverarbeitung geformt sind, aber häufig für Tiere, wie Fledermäuse, wichtige Unterschlüpfe bieten, sollen vermehrt stehen gelassen werden. Salweiden, Birken oder Aspen werden normalerweise im Zuge von Durchforstungen frühzeitiger entnommen, sie haben jedoch eine hohe Bedeutung für die Biodiversität. So kommen zum Beispiel die Tagfalterarten Schillerfalter und der Eisvogel nur an Weiden und Aspen vor. Im Biodiversitätsforstamt wird man sie zukünftig häufiger sehen.

Bereits im Vorfeld wurde im Forstamt ein so genanntes Marteloskop eingerichtet. Es handelt sich dabei um eine Waldfläche, auf der jeder Baum mit seinen Eigenschaften genau erfasst ist, mit Größe und Wuchsrichtung, ob es Risse und Höhlen gibt, welche Schäden und Faulstellen vorliegen, welchen ökonomischen Wert der Baum hat und auch welchen ökologischen Wert. Hier werden die Förster zukünftig geschult, um die wichtigen Funktionen des Waldes noch besser in Einklang zu bringen. Auch dieses Marteloskop wurde der Besuchergruppe um Ministerin Hinz am Mittwochvormittag ebenso gezeigt  wie drei weitere Projekte in unmittelbarer räumlichen Nähe des Forstamtes: ein "Bat-Logger" zum Erfassen der (Mops)-Fledermäuse, ein Blühstreifenprojekt und "Fort Knox", ein Projekt, wo Frauenschuh angepflanzt worden ist. 

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