3 Fragen – 3 Antworten: Der Bundestags-Kandidatencheck im Wahlkreis 174

Der Bundestags-Kandidatencheck im Wahlkreis 174
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Der Bundestags-Kandidatencheck im Wahlkreis 174

Am Sonntag steht mit der Wahl zum Bundestag eine politische Richtungsentscheidung an. „Fulda aktuell“ hat den osthessischen Kandidaten Fragen gestellt. Zu den Stichworten „Lieblingsort“, „Klimaschutz“ und „Familie“ sollten kurze, prägnante Antworten gegeben werden. Gefragt wurden Michael Brand (CDU), Birgit Kömpel (SPD), Gianina Zimmermann (Grüne), Jürgen Lenders (FDP), Martin Hohmann (Afd), Nuha Sharif-Ali (Die Linke) und Dagmar Heil (Volt).

Birgit Kömpel (SPD) gehörte schon einmal dem Bundestag an, und zwar von 2013 bis 2017. Sie ist Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Fulda und wohnt in Büchenberg.

Birgit Kömpel (SPD)

Lieblingsorte: „Es gibt in der Tat zwei Lieblingsorte: Mein Heimatdorf Büchenberg. Hier bin ich aufgewachsen, hier lebt meine Familie und hier gibt es viele Freundschaften, die schon seit meiner Kindheit bestehen. Mein zweites „Zuhause“ ist – zumindest im Sommer – der Nieder-Mooser See. Hier verbringen mein Mann und ich im Sommer viel Zeit und lieben das einfache Leben auf dem Campingplatz.“

Klimaschutz: „Der Klimaschutz ist das Thema unserer Zukunft. Wir müssen sofort nach der Wahl alle Weichen stellen, um für die Wirtschaft und die Menschen in unserem Land Planungssicherheit herzustellen. Es bedarf wesentlich mehr Strom aus Erneuerbaren Energien und viel mehr Tempo beim Kohleausstieg. Aber all dies soll bitte nicht mit Verboten geschehen sondern durch Anreize. Zum Beispiel Sonderabschreibungen für Investitionen in Zukunftstechnologien. Aber nicht nur die Wirtschaft sondern auch die Menschen müssen wir mitnehmen. Bei all der Euphorie für E-Autos müssen wir auch an die Menschen denken, die sich vielleicht (noch) kein E-Auto leisten können aber trotzdem keine Möglichkeit haben mit dem Bus oder der Bahn zum Arzt, zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. Um die Energiekosten von privaten Haushalten möglichst gering zu halten, schaffen wir die EEG-Umlage bis 2025 ab. Wir müssen ein großes Investitionsprogramm auflegen, um den Nahverkehr auszubauen und diesen eben auch bezahlbar machen. Das unterscheidet uns im übrigen von der Union: Wir halten nicht an der schwarzen Null fest sondern sehen die Notwendigkeit, jetzt bei einem nullprozentigen Zinsniveau zu investieren, damit die nachfolgenden Generationen eben nicht noch viel mehr Schulden zurückzahlen müssen durch unterlassene Investitionen in unsere Infrastruktur, in zukunftsorientierte Technologien und in Forschung. Weiterhin müssen wir in neue Arbeitsplätze investieren und die Menschen dabei mitnehmen. Die Möglichkeit, bei einer Qualifizierung das Arbeitslosengeld I bis zu drei Jahre zu beziehen, soll dabei unterstützen, dass auch der 55-jährige Handwerker und die 60-jährige Angestellte noch weitergebildet werden und eine sichere und gut bezahlte Anstellung bekommen“.

Familie: „Familie bedeutet für mich ein sicherer Hafen und Zusammenhalt. Mein Mann und ich sind sehr froh darüber, dass unsere beiden Kinder sich sehr gut verstehen; zwischen diese beiden passt kein Blatt Papier. Meine Eltern wohnen in der Nähe und waren und sind für unsere Kinder aber auch für uns immer eine Stütze und für uns da. Wir versuchen, diese Unterstützung so gut es geht auch zurückzugeben. Man hilft sich, man ist füreinander da. Im übrigen wohnt auch die Familie meines Mannes in der Nähe (Motten-Kothen). Familie ist für uns die Gewissheit, dass es immer jemanden gibt, der bedingungslos zu uns hält – egal was kommt. Frei nach dem Sprichwort: Blut ist dicker als Wasser.“

Michael Brand (CDU)

Michael Brand vertritt für die CDU den Wahlkreis 174 Fulda/Vogelsberg seit 2005 in Berlin. Er engagiert sich unter anderem im „Ausschuss für Menschenrechte“ und im Verteidigungsausschuss. Brand ist Vorsitzender des Hospiz-Förderverein „LebensWert“ Fulda.

Lieblingsort: „Der Florenberg. Am Fuß der schönen Wehrkirche, in Engelhelms, bin ich aufgewachsen. Gefühlt kenne ich hier jeden Baum, habe als Kind rund um den Berg gespielt, später beim Bedienen im Gasthof mein erstes Geld verdient, viele Feste gefeiert, unsere Kinder wurden hier getauft. Hier fühlt sich alles an wie ,zu Hause‘.“

Klimaschutz: „Wie jeder normal denkende Mensch, nämlich mit voller Energie dahinter. Allerdings muss man Umwelt- und Klimaschutz intelligent machen, und nicht ideologisch, auch mit wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung zusammenbringen.

Ziel ist: Klimaneutral werden, ohne aber mit Verboten und falschen Vorgaben die Industrie und die Arbeitsplätze zu zerstören. Klima ist bekanntlich global, deshalb können wir es nur global schützen, gemeinsam mit anderen. Deshalb ist es richtig, statt auf Verbote auf neue und saubere Technologien zu setzen, die wir global exportieren, das schützt das Klima und Jobs bei uns“.

Familie: „Bedeutet mir alles“.

Gianina Zimmermann (Grüne)

Fulda Die in Rumänien geborene Gianina Zimmermann ist seit 2019 Frauenpolitische Sprecherin des Landesverbandes der hessischen Grünen, für die sie sich auch um einen Sitz im Bundestag bewirbt. Vier Jahre lang war sie Kreisvorsitzende ihrer Partei in Main-Taunus.

Lieblingsort: „Meine Kinder haben zum ersten Mal in ihrem Leben auf der Wasserkuppe Sternschnuppen gesehen. Das war für sie ein Erlebnis, und für uns als junge Familie auch. Wegen dieser schönen Erinnerung spontan: die Wasserkuppe. Hier ist man dem Himmel nahe, in herrlicher Natur auf dem Boden deutscher Geschichte. Und auch in der Rhön, in Fulda, im Vogelsberg – dort gibt es so viele Lieblingsorte.“

Klimaschutz: „Gute Luft, sauberes Wasser und gesunde Lebensmittel sind überlebenswichtig. Und der Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen ist Teil der grünen DNA. Fazit: Ohne Klimaschutz ist alles nichts – weder gesunde Menschen noch gute Jobs und schon gar keine gute Wirtschaft. Klimaschutz ist deshalb unsere gemeinsame Aufgabe, die im Zentrum unseres Handels stehen muss – politisch, gesellschaftlich und individuell.“

Familie: „Familie (und dies in ihrer ganzen Vielfalt) ist mein Anker – zusammen bedeutet sie Erdung, Halt, Geborgenheit, Liebe, Vertrauen. Familie ist der Ort, an dem die Seele beheimatet ist.“

Jürgen Lenders (FDP)

Fulda Jürgen Lenders aus Fulda ist seit 2008 Mitglied des Hessischen Landtags und stellvertretender Landesvorsitzender der FDP, für die er sich um einen Sitz im Bundestag bewirbt.

Lieblingsort: „Am liebsten bin ich in der Fuldaer Innenstadt. Hier treffe ich immer Freunde und Bekannte, ganz zufällig. Sie hat alles, um sich wohl zu fühlen, Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und Veranstaltungen.“

Klimaschutz: „Klimaerwärmung und Treibhauseffekt werden in der Politik schon seid Jahrzehnten diskutiert. Bekämpfen wir den Klimawandel endlich mit technischen Innovationen, nicht mit Verboten.“

Familie: „Meine Familie ist der sichere Hafen. In schweren Zeiten sind es mein Mann und meine Familie, die mich unterstützen und verstehen“.

Nuha Sharif-Ali (Linke)

Die Politologin Nuha Sharif-Ali setzt sich als Spitzenkandidatin der Linken in Fulda „für eine gerechte, soziale und offene Stadt ein“.

Lieblingsort: „Die Liobakirche, denn die Aussicht von dort ist einzigartig“.

Klimaschutz: „Der Klimaschutz ist uns sehr wichtig und es gehört untrennbar mit sozialer Gerechtigkeit zusammen, denn ohne Klimagerechtigkeit wird es keine soziale Gerechtigkeit geben. Die Klimakrise trifft die zuerst, die sozial schlechter gestellt sind. Wir müssen für eine bessere, klimagerechte Zukunft kämpfen. Wir stehen an der Seite der Klimabewegung und unterstützen Forderungen nach einer sozial gerechten Klimawende. Dazu gehört auch ein kostenloser und barrierefreier ÖPNV, damit wirklich keine Person mehr auf das Auto angewiesen sein muss.“

Familie: „Familie bedeutet mir sehr viel. Daher setze ich mich auch für eine gerechtere Gesellschaft ein, in der alle Personen ihre Mieten bezahlen können und für einen höheren Mindestlohn (13 Euro)“.

Dagmar Heil (Volt)

Dagmar Heil bezeichnet sich selbst als „Europäerin aus Künzell“ und bewirbt sich auf Listenplatz 1 von Volt für den Bundestag.

Lieblingsort: „Mein Lieblingsort ist der Florenberg, den mehrmals wöchentlich erklimme beziehungsweise erjogge, bei jedem Wetter. Von dort aus habe ich einen herrlich freien Blick in die Rhön und kann zugleich einen Kurzurlaub aus dem Alltag nehmen“.

Klimaschutz: „Klimawandel macht nicht an der Grenze halt! Wir brauchen dringend europäische Lösungen für Emissionshandel, Energieinfrastruktur und Mobilität. Jeder kann und muss aber auch bei sich selber anfangen: Ich fahre Rad, kaufe möglichst klimaneutrale Produkte, esse wenig Fleisch“.

Familie: „Meine Familie – das sind die Menschen, auf die ich mich immer verlassen kann und die ich liebhabe, auch wenn es mal kracht. Mein Herz geht auf, wenn ich mit meinen beiden Enkeln (dreieinhalb und eins) zusammen bin und ihre Liebe und Lebensfreude spüre“.

Martin Hohmann (Afd)

Martin Hohmann aus Neuhof war von 1998 bis 2005 und ist seit 2017 Mitglied des Bundestages. Das frühere CDU-Mitglied kandidiert wieder für die AfD.

Lieblingsort: „Der heimische Wald, in dem ich mit meinen Enkelkindern auf Entdeckungstour gehe und wo ich gerne Fitness-Läufe mache. Dabei genieße ich den Duft, die äußere Ruhe und das unmittelbare Erleben von Hitze, Kälte, Regen, Wind und Schnee“.

Klimaschutz: „Die ständig steigenden Rufe nach mehr Klimaschutz machen die Energiekosten für den einfachen Bürger langsam aber sicher unbezahlbar. Energieintensive Industrie wandert zunehmend ab. Deutschland droht ein wirtschaftlicher Kollaps. Aber selbst wenn wir alle Forderungen der Grünen nach Klimaschutz erfüllen würden, könnte das kleine Deutschland die Welt nicht retten“.

Familie: „Meine drei Kinder und sechs Enkelkinder sind eine liebenswerte Herausforderung, aber zugleich auch eine dankbar wahrgenommene Bestätigung. Jedem jungen Menschen sage ich aus meiner Erfahrung heraus: Lebenslange Bindung, Treue und Zusammenhalt sind ein festes Fundament. Das hält auch in Stürmen stand“.

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