Fragen an „IHK“-Hauptgeschäftsführer Michael Konow zum Thema Corona-Online-Petition

Michael Konow beantwortet fünf Fragen zum Thema Corona-Online-Petition.

Mehr als 200 Unterschriften, aber auch kritische Stimmen, das ist die Zwischenbilanz der Corona-Online-Petition.

Fulda. Wie läuft die erste Online-Petition der IHK Fulda?

Wir freuen uns, dass unsere Online-Petition „Lockdown nutzen, um klare Konzepte für wirtschaftliches Leben in Zeiten der Corona-Pandemie zu erarbeiten“ auf großes öffentliches Interesse stößt. Bislang haben über 200 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem gesamten Landkreis, aus unterschiedlichen Branchen und unterschiedlicher Größe mit ihrem guten Namen unterzeichnet. Für uns ist es das erste Mal, dass wir zur Online-Partizipation aufrufen. Das führt natürlich auch zu einer Art von Meinungsaustausch in den sozialen Medien, an die wir uns erst gewöhnen müssen. Wir lernen derzeit viel.

Gibt es nur Zuspruch zur Online-Petition?

Uns ist sehr bewusst, dass der Umgang mit der Corona-Pandemie in Gesellschaft und Wirtschaft polarisiert. Deshalb bekommen wir natürlich auch kritische Rückmeldungen. Insbesondere mein Zitat „In der Corona-Krise wird der

Internethandel zu Lasten des stationären Einzelhandels demokratisiert“ führte zu Missstimmung, da es aus Sicht einiger Unternehmen unterschiedliche Branchen gegeneinander ausspiele. Wenn dies so verstanden wurde, bedauere ich das sehr. Wir freuen uns auf jede Rückmeldung aus der Unternehmerschaft und treten gerne in den Dialog.

Worum ging es Ihnen mit diesem Satz denn eigentlich?

Die Industrie- und Handelskammer Fulda vertritt die Interessen aller Gewerbetreibenden des Kammerbezirks, sowohl der Unternehmen, die digitale Geschäftsmodelle verfolgen als auch aller anderen. Deshalb lautete der nächste Satz des Zitates auch „Es herrschen keine gleichen Wettbewerbsbedingungen.“ Wir sind davon überzeugt, dass zum Beispiel bezogen auf den Einzelhandel der stationäre und der Online-gebundene Handel koexistieren und sich sogar gegenseitig stärken können. Dies kann aber nur dann eintreten, wenn der stationäre Einzelhandel auch öffnen kann. Ein Umschalten auf digitale oder hybride Vertriebswege ist für die

meisten oftmals inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfte nicht von jetzt auf gleich möglich. Und bei einem Vertrieb über große Internethandelsplattformen haben sie nur wenig Einfluss auf die Konditionen.

Als Industrie- und Handelskammer muss die IHK Fulda per Gesetz das Gesamtinteresse der Gewerbetreibenden ihres Bezirks vertreten.

Wie passt denn eine Online-Petition dazu?

Wir haben zu keiner Zeit behauptet, dass die Online-Petition das Gesamtinteresse der Wirtschaft des Landkreises Fulda darstellt. Vielmehr fangen wir ein aktuelles Stimmungsbild von Unternehmen völlig unterschiedlicher Branchen aus der gesamten Region ein. Insofern bewegen wir uns in unserem gesetzlichen Rahmen. Die Ergebnisse der Online-Petition samt der kritischen Rückmeldungen unterstützen genauso wie unsere Konjunkturumfragen die gewählten Unternehmensvertreterinnen und -vertreter der Vollversammlung der IHK Fulda bei der Ermittlung des Gesamtinteresses.

Wie geht es nun weiter?

Wir hoffen, dass noch möglichst viele Gewerbetreibende

aus dem Landkreis Fulda unsere Online-Petition unter https://www.ihk-fulda.de/online-petition unterstützen.

Über den Hessischen Industrie- und Handelskammertag werden wir weiterhin zu den Corona-Maßnahmen im konstruktiven Austausch bleiben. Aber was noch viel wichtiger ist: Das Corona-Helpdesk https://www.ihk-fulda.de/corona), das viele Kräfte unserer Region bündelt, steht bis sich die Corona-Lage für die Wirtschaft wieder beruhigt allen Unternehmerinnen und Unternehmern mit Rat und Tat zur Seite.

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