Frank Sommerlad reagiert

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Fulda. Nach der Vorstellung des Gutachtens reagiert Frank Sommerlad nun und bietet der Politik einen Kompromiss an.

Osthessen.  Die geplante Verkaufsfläche für Möbel im neuen Möbelhaus "Sommerlad" soll reduziert werden. Das haben die Gutachter Junker und Kruse in ihrer Verträglichkeitsanalyse vorgeschlagen. Die Gutachter haben drei Varianten untersucht.

Die Varianten 2 und 3 werden aktuell von Politikern und interessierten Kreisen diskutiert.Variante 2: Sollte sich im Sommerlad-Altbau die noch freie Fläche von 11.500 Quadratmetern wieder an ein Möbelunternehmen vermieten lassen, empfehlen die Gutachter, die Verkaufsfläche für Möbel im Neubau auf 15.500 Quadratmeter zu reduzieren.

Variante 3: Die Gutachter halten es für eher unwahrscheinlich, dass sich neben dem Möbel-Discounter Poco, der im Altbau 8000 Quadratmeter angemietet hat, und in einem Kilometer Entfernung vom Neubau Sommerlad ein weiterer Möbelanbieter ansiedeln wird. Bei dieser Variante empfehlen die Gutachter, die Möbel-Verkaufsfläche im Neubau auf 21.000 Quadratmeter zu begrenzen.

Fuldas Oberbürgermeister hat jedoch gegenüber der Tageszeitung zu erkennen gegeben, dass er sich trotzdem an der Variante 2 orientieren wird. Unternehmer Frank Sommerlad hat deshalb im "Fulda aktuell"-Gespräch mitgeteilt, dass er sich auf diese politischen Planungen einstellen will.

lokalo24.de: Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Bürgermeisterkreis entscheiden?

Sommerlad: Ich muss davon ausgehen, dass nicht die wahrscheinliche Variante Grundlage der Planungen sein wird, sondern Variante 2.

lokalo24.de: Das hat Konsequenzen für Ihr Unternehmen?Sommerlad: Ja. Wir haben uns entschlossen, die Möbel-Verkaufsfläche im Neubau inunseren Planungen auf 17.500 Quadratmetern zu reduzie- ren. So wollen wir den Politikern entgegen kommen.

lokalo24.de:Welche Auswirkungen hat das für Sie?

Sommerlad: Es war eine schwierige betriebswirt-schaftliche Entscheidung. Durch die Reduzierung derVerkaufsfläche für Möbel sinkendie Bau- und Betriebskosten nur unwesentlich. Dagegen müssen wir bei der kleineren Fläche nach der Prognose von Junker und Kruse mit einer Umsatzeinbuße von 8,5 Millionen Euro rechnen. Es wird schwierig sein, dies zu kompensieren..lokalo24.de: Warum haben Sie sich trotzdem für die Reduzierungentschieden?

Sommerlad: Ich habe meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Familien versprochen, alles zu unter -nehmen, damit ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben. Deshalb bin ich bereit, dieses unternehmerische Risiko einzu-gehen.”

Herrgott, lass Ruhe einkehren!

Sehr geehrter Oberbürgermeister Gerhard Möller,

Sie leiten die Geschicke der Stadt Fulda und müssen versuchen, alle Interessen der Bürger und Unternehmer Ihrer erfolgreichen Stadt unter einen Hut zu bekommen. Sicher keine Aufgabe, die vergnügungssteuerpflichtig ist – und aktuell sowieso nicht.Die Wellen schlagen hoch im beschaulichen Fuldaer Umfeld – gezielt und geplant künstlich, hysterisch angeheizt. Jetzt wird es höchste Zeit, allmählich wieder ruhig zu werden und besonnen eine Entscheidung zu fällen, die für viele Menschen der Region existentiell ist.

Das Möbelhaus Sommerlad möchte seinen Standort um sage und schreibe einen Kilometer nach Osten an die Autobahn verlagern. Das alte Gebäude, in dem die Firma sich seit dreißig Jahren aufhält, ist den modernen Anforderungen nicht gewachsen und reicht höchstens noch für Möbel-Discounter wie Poco,  die dort ja auch schon  einen Mietvertrag unterschrieben haben.  Damit ist das zentrale Sahneschnittchen des Gebäudes vergeben. Übrig bleiben noch rund 11.500 Quadratmeter, die selbst nach einer umfassenden Sanierung im Objekt für einen Möbler kaum noch infrage kommen. Das haben auch bundesweit anerkannte Fachleute bestätigt, die für ihre Stadt und die Gemeinden Künzell, Eichenzell und Petersberg ein Gutachten erstellt haben.

Jetzt gilt es, solide mit diesem Gutachten zu arbeiten ohne allzu viel Lobbyisten mit an den Tisch zu nehmen. Denn eines ist klar, wenn sich in unserer heutigen Gesellschaft irgend etwas ändert, geht alles auf die Barrikaden. Man kann noch nicht einmal mehr den Gartenzaun streichen, ohne dass die Nachbarn   meckern.

Im Falle Sommerlad handelt es sich immerhin um ein Unternehmen, das seit dreißig Jahren erfolgreich und qualitativ hochwertig in der Region tätig ist. Natürlich ist es verständlich, wenn die Konkurrenz versucht, mit Hilfe der  Tageszeitung diese Firma loszuwerden. Warum die Tageszeitung allerdings dieses Spiel nicht nur mitspielt, sondern sogar anheizt, steht auf einem ganz anderen Blatt.Sie, Herr Oberbürgermeister, werden Montag Ihre Ratsmitglieder offiziell  informieren und ihnen die Möglichkeit geben, sich umfassend durch die Gutachter auf den aktuellen Stand bringen zu lassen.Mittlerweile scheint ja auch eine Lösung in Sicht zu sein, nämlich eine Reduzierung der ursprünglich geplanten Möbelverkausfläche.  Damit gäbe es laut Gutachtern auch keine negativen Auswirkungen auf die Innenstadt – die ja  im Vorfeld herauf beschworen wurden.Einer schnellen Entscheidung steht also wenig im Wege.

Mit möblierten GrüßenRainer HahneChefredakteur

PS: Wenn man heutzutage Möbel einkauft, sucht man mindestens drei Möbelhäuser auf.PPS: Die Innenstadtkaufleute, die Angst vor Sommerlad haben,  täten gut daran, ihr eigenes Angebot mal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Wer selber gut ist, braucht vor anderen keine Angst zu haben.

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