Freiwillige im Einsatz für den  Skabiosen-Scheckenfalter im Roten Moor

1800 Teufelsabbiss-Setzlinge wurden in Rhöner Erde gepflanzt

Hilders - 1800 Pflanzen, neun Freiwillige, eine Woche Naturschutzarbeit: Erneut hat das LIFE-Projekt „Hessische Rhön“ Unterstützung vom Bergwaldprojekt bekommen. Unter der Leitung von Ranger Jan Knittel haben Ehrenamtliche vergangene Woche auf verschiedenen Flächen in der Hessischen Rhön Teufelsabbiss-Setzlinge gepflanzt.

Der Korbblütler ist die einzige Wirtspflanze des Skabiosen-Scheckenfalters, einer bedrohten Schmetterlingsart, die im LIFE-Projekt des UNESCO-Biosphärenreservates durch besondere Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen gefördert werden soll. Auf den mageren Wiesen im Naturschutzgebiet Rotes Moor findet der seltene Falter eigentlich optimale Bedingungen, um sich zu vermehren. Er hat nur ein Problem: Seine Raupen fressen ausschließlich die Blätter einer Pflanze, die früher hier oben weit verbreitet war, durch veränderte Bewirtschaftung jedoch immer weiter verdrängt wurde: den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis).

Im Botanischen Garten der Philipps-Universität von Marburg herangezogen, wurden vergangene Woche 1800 Mini-Ausgaben des kugeligen Korbblütlers an vier verschiedenen Standorten in Rhöner Erde gepflanzt. Für den Falter, der in der Hessischen Rhön derzeit nur rund um das Rote Moor vorkommt, soll auf diese Weise ein größerer Korridor entstehen, in dem er sich weiter ausbreiten kann.

Diplom-Biologe Benno von Blanckenhagen von der Uni Marburg erklärte den Ehrenamtlichen vom Bergwaldprojekt, in welchen Abständen die Pflänzchen in die zuvor gemähten Flächen gesetzt werden müssen: „Im Juni legt jedes Schmetterlingsweibchen etwa 300 Eier auf eine Pflanze. Wenn die Raupen schlüpfen, fressen sie sich an den Blättern benachbarter Pflanzen satt, daher sollten immer vier bis fünf in Gruppen stehen.

Die neun Frauen und Männer, die hier eine Woche lang mit anpackten, kommen aus ganz Deutschland – und den unterschiedlichsten Berufen. Gemeinsam wollen sie etwas gegen das Artensterben und für die Natur tun. Manche waren zum ersten Mal dabei, andere sind Wiederholungstäter. Die Nachfrage nach Freiwilligeneinsätzen wie diesem, sei enorm groß, sagt Projektleiter Philipp Fritz vom Bergwaldprojekt aus Würzburg. Draußen sein, konkret etwas für die Natur tun, den Fortschritt der eigenen Hände Arbeit sehen – all das sowie ein gesteigertes Umweltbewusstsein motiviere immer mehr Menschen, aktiv zu werden.

„Wir begleiten 120 Projekte im Jahr, an 45 Standorten. Und bringen Menschen zusammen, die sich im normalen Leben nie treffen würden“, berichtet Fritz. Die von den Freiwilligen im Naturschutzgebiet Rotes Moor eingepflanzten jungen Teufelsabbisse sorgen dafür, dass der Skabiosen-Scheckenfalter auch im kommenden Jahr in der Rhön genug zu fressen findet.

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