Fridays for Future Fulda zu Gast bei Fulda aktuell

Eine Demo der „Fridays for future“-Bewegung.
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Eine Demo der „Fridays for future“-Bewegung.

In einigen Regionen kommt es immer häufiger zu extremen Wetterereignissen und zunehmenden Niederschlägen, während andernorts verstärkt extreme Hitzewellen und Dürren auftreten die Klimakrise ist eine reale Bedrohung. „Fulda aktuell“ hat mit Vertreterinnen der „Fridays for Future“- Bewegung aus Fulda über das Thema Klimakrise und Lösungsansätze auf lokaler Ebene gesprochen.

Fulda. Die Schülerin Fenja Hilgert (14) und die Studentinnen Charlotte Schneider (21) und Karoline Sinning (22) verbindet ein Ziel: Sie wollen gemeinsam eine bessere Zukunft schaffen und Menschen dazu anregen, sich klimabewusst zu verhalten. „Die Klimakrise betrifft uns alle und die Politik macht einfach zu wenig. Ich möchte meinen persönlichen Anteil dazu beitragen, damit wir in eine sicherer Zukunft steuern. Ich finde, jeder kann das. Man muss sich uns nicht anschließen, aber jeder kann sich informieren und sich in seinem Rahmen der Möglichkeiten umweltfreundlich verhalten“ so Hilgert. Schneider: „Für mich fühlt es sich an wie eine Pflicht, etwas für unsere Erde zu tun, und ich finde es erschreckend und unverständlich, wie wenig noch getan wird. Wir wollen auf lokaler Ebene ansetzen. Natürlich ist das große Ganze auch wichtig, gerade das Engagement auf europäischer Ebene, aber ich denke, wir hier in Fulda müssen erst einmal vor Ort beginnen. Die Menschen müssen sich der Realität stellen. Es ist eine politische Frage des Willens.“

Das Ziel des Pariser Klimaabkommens ist es, die Erderhitzung möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Dies ließe sich übersetzen mit “die schlimmsten Folgen für den Planeten noch abwenden” - also Meeresspiegelanstieg, Hitzewellen, Sturmfluten und Artensterben zumindest noch einzudämmen. „Wir können das noch schaffen - aber nur, wenn wir sofort handeln und unseren Treibhausgasausstoß signifikant reduzieren“. so Schneider.

Vertreterinnen von „Fridays for future Fulda“ zu Gast bei Fulda aktuell: Fenja Hilgert, Charlotte Schneider und Karoline Sinnig mit Redaktionsvolontärin Martina Lewinski (von links)

Sinnig: „All die Naturkatastrophen machen einen traurig und wütend. Aber ich möchte meinen Fokus lieber darauf legen, positiv eingestellt zu sein“. So engagiert sich die Studentin gemeinsam mit ihren „Fridays for future“- Kollegen und Kolleginnen auch noch in dem seit März entstandenen „Bündnis für Klima und Nachhaltigkeit“ in Fulda. „Wir wollen größer denken und lokal etwas bewirken. Uns stehen Gespräche mit lokalen Politikern, wie dem Oberbürgermeister, bevor. Wir wollen uns für einen Klimarat stark machen und dafür sorgen, dass gewisse Entscheidungen klimabewusst getroffen werden“, so Sinnig.

„Wir sind überparteilich und dafür da, Druck zu machen und nicht Politik“, so Schneider: „Es war auch nie geplant, dass die Sache sich so lang zieht. Wir wollten einen Sprint hinlegen und daraus ist nun ein Marathon geworden. Wir gehen jetzt seit drei Jahren auf die Straße, und es ist immer noch zu wenig passiert.“ „Aber dennoch konnten wir schon erreichen, dass keine Partei um das Thema Umweltschutz und Klima herum kommt. Das Thema ist präsent“, so Sinnig.

Die „Fridays for Future“-Bewegung stehe seit 2019 auch immer wieder in der Kritik. Bei ihren Demonstrationen und Veranstaltungen spüre man den Gegenwind. Dazu sagen die Vertreterinnen: „Meistens sind es nur Pöbeleien und es handelt sich dabei nicht um konstruktive Kritik. Wenn aber doch mal jemand Fragen hat oder Diskussionsbedarf hat, kommen wir auch gerne mit den Menschen ins Gespräch“.

Die drei Klimaschützerinnen haben auch schon eine genaue Vorstellung, wie das Leben aussehen könnte, wenn jeder etwas für die Umwelt tun würde: „Klimaschutz macht Spaß. Nicht nur, dass du etwas Gutes für dich und die Erde tust, man lernt auch tolle Menschen kennen und es bilden sich neue Freundschaften. Ich glaube, in einer umweltbewussten Welt hätten wir mehr Lebensqualität, bessere Luft, mehr Bewegung, mehr Miteinander. Es lohnt sich, dafür zu kämpfen und man sollte seine eigenen Werte immer überdenken“, sagt Sinnig. Schneider fügt hinzu: „Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren, es ist noch nicht zu spät. Aber wir fordern mehr Solidarität und mehr Mitbestimmung“.

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