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„Friedensdorf International“

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Nach langem Leidensweg Hoffnung auf ZukunftHnfeld. Graciano ist sechs, Alberto neun Jahre alt. Trotzdem haben die beiden angolanischen Kinder be

Nach langem Leidensweg Hoffnung auf Zukunft

Hnfeld. Graciano ist sechs, Alberto neun Jahre alt. Trotzdem haben die beiden angolanischen Kinder bereits einen langen Leidensweg hinter sich. Vermutlich waren es Minen aus dem Brgerkrieg oder Schusswunden, die ihre Beine schwer verletzt haben. Darauf deuten zumindest die Art der Verletzungen hin, die Dr. Andreas Rgamer, Chefarzt fr Chirurgie an der Helios St. Elisabeth Klinik Hnfeld, festgestellt hat. Beide Kinder wurden bereits fnf Mal seit Anfang Mai in Hnfeld operiert und haben nun gute Chancen, dass sie eine Zukunft in ihrem Heimatland Angola haben. Die beiden Kinder sind durch das Hilfswerk Friedensdorf International nach Deutschland gekommen. Das Konzept dieser Hilfsorganisation sieht vor, dass durch Kriegseinflsse verletzte Kinder, die in ihrem Heimatland nicht ausreichend behandelt werden knnen, nach Europa gebracht werden, wo sie in Kliniken eine kostenlose Behandlung erhalten. Insgesamt beteiligen sich 250 Kliniken in ganz Europa an diesem Projekt, die zwischen 150 und 180 Kinder pro Jahr medizinisch versorgen. Graciano und Alberto wiesen beide komplizierte Knochenverletzungen auf, die zudem von schweren Infektionen begleitet waren. In fnf Operationen ist es Dr. Rgamer seit dem 8. Mai gelungen, die schwerwiegenden Infektionen erfolgreich zu therapieren und die Unterschenkelknochen teilweise durch Knochenverpflanzungen so weit zu stabilisieren, dass fr beide Jungen die Hoffnung besteht, dass sie ein selbst bestimmtes Leben auf zwei Beinen fhren knnen. In ihrem Herkunftsland Angola htte aufgrund der medizinischen Versorgung nur die Mglichkeit bestanden, die Beine zu amputieren.

Whrend der jngere Alberto schon fast erfolgreich austherapiert ist und munter im ganzen Krankenhaus unterwegs ist, wird die Behandlung von Graciano voraussichtlich noch drei Monate in Anspruch nehmen. Beide Kinder sind den Stationsschwestern sehr ans Herz gewachsen, die Kinder auch auerhalb ihrer Dienstzeit liebevoll betreuen und, wie eine Schwester hervor hob, auch mal trstend in den Arm nehmen, wenn sie Schmerzen oder Heimweh haben. Auch andere Patienten der Station kmmern sich liebevoll um ihre Mitpatienten, spielen und basteln mit ihnen und sorgen so dafr, dass den beiden nicht zu sehr langweilig wird. Besonders schwierig war fr die Kinder die Zeit nach der Ankunft. Vieles mussten sie neu lernen, und immer wieder faszinierend ist es fr die Kinder, dass im Krankenhaus frisches, sauberes Wasser ganz einfach aus einem Wasserhahn in der Wand kommt, wie Dr. Rgamer berichtete. Insgesamt hat der chirurgische Chefarzt in seiner beruflichen Ttigkeit seit Anfang der 90er Jahre mittlerweile mehr als vierzig Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten wie Afrika oder Afghanistan in Zusammenarbeit mit der Organisation Friedensdorf International behandelt. Wenn ihre Behandlung in Hnfeld, fr die die Klinik nach Angaben von Geschftsfhrerin Melanie Klingel bislang rund 30 000 Euro aufgewendet hat, abgeschlossen sein wird, so werden sie in ihren Heimatlndern auch weiterhin ber Friedensdorf International und deren Partnerorganisationen betreut.

Melanie Klingel betonte, dass die Schwestern, rzte und die Patienten die beiden kleinen Gste aus Afrika sehr ins Herz geschlossen htten, so dass der Abschied sicherlich schwerfallen werde. Deshalb solle der jngere Alberto, dessen Genesung schon weit fortgeschritten sei, nach Mglichkeit so lange bei Graciano bleiben, bis auch dieser soweit gesund geworden sei, dass sie gemeinsam ihre Reise antreten knnten. Gemeinsam mit Dr. Rgamer versicherte sie, dass die Klinik und die Mitarbeiter gern dazu beitragen wollten, damit beide Kinder die Chance fr ein ein zweites Leben bekommen knnen.

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