Frontalzusammenstoß bei Willofs: Beide Todesopfer kannten sich

Gestern kam es zu einem tödlichen Unfall bei Willofs. Die Todesopfer führten bis vor kurzem eine Beziehung.

Schlitz/Willofs - Wie die Polizei bereits berichtete, ereignete sich am Montagnachmittag gegen 17.15 Uhr auf der Landesstraße L3140 ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem die beiden Fahrzeugführer nach einem Frontalzusammenstoß tödlich verunglückten.

Ein 34-Jähriger befuhr die Landesstraße zunächst von Willofs kommend in Richtung Lauterbach. Nach Zeugenangaben wendete der Mann in einem Waldstück in Höhe einer Einmündung sein Fahrzeug und fuhr wieder in die entgegengesetzte Fahrtrichtung. Nach einigen Hundert Meter kam er aus bisher noch unbekannten Gründen mit seinem Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem entgegenkommenden Pkw, an dessen Steuer eine 27 Jahre alte Frau saß, frontal zusammen. Beide Fahrer aus dem Vogelsbergkreis wurden durch den Zusammenstoß in ihren Personenkraftwagen so schwer verletzt, dass für sie jede Hilfe zu spät kam und sie noch an der Unfallstelle verstarben. Die alarmierte Feuerwehr musste die eingeklemmten Personen aus den zertrümmerten Wagen herausschneiden. Die Straße war für rund sechs Stunden voll gesperrt.

Im Rahmen der Ermittlungen wurde bekannt, dass sich die beteiligten Personen kannten und bis vor kurzem eine Beziehung führten. Zur Rekonstruktion und Klärung der Unfallursache ordnete die Staatsanwaltschaft Gießen die Hinzuziehung eines Sachverständigen sowie die Obduktion der Leichname an. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern derzeit noch an.

Im Auto der 27-Jährigen befand sich auch ein Hund. Der Labrador-Mischling überlebte den Unfall. "Dem Hund geht es gut", sagt Wolfgang Keller, Pressesprecher der Vogelsberger Polizei.

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Zwischenruf von Antonia Schmidt: Eine Tragödie

Zwei Tote nach einem Unfall, das allein ist schon schlimm genug. Doch bereits kurz nach der Meldung begann die Gerüchteküche in der Region zu brodeln. Jeder weiß etwas, jeder hat etwas dazu zu sagen. Der Unfallhergang und die frühere Beziehung der beiden Opfer lassen leider viel Platz für einen schlimmen Verdacht. Sollte der Unfall vielleicht gar kein Unfall gewesen sein, sondern Absicht? Man hört nun viel über die frühere Beziehung der beiden Menschen. Der 34-Jährige soll die Trennung nicht akzeptiert haben und kurz vor dem Unfall soll es Streit gegeben haben. Noch ist von all dem nichts bewiesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall.

Das Auslöschen des Lebens, eine Rache für nicht erfüllte Liebe? Das macht Angst. Lässt den Gedanken zu: Wie weit können Ex-Partner gehen? Die Menschen, die für eine gewisse Zeit ein wichtiger Teil des eigenen Lebens waren. Trennungen sind immer schwer. Egal für welche Partei. Denn das Leben ändert sich von einem auf dem anderen Tag. Noch schwerer wird es, wenn ein Teil des ehemaligen Pärchens die Trennung nicht akzeptieren kann. Der Grad zwischen nicht erfüllter Liebe und Stalking ist schmal. Es gibt Rettungsversuche, die gut beim Ex-Partner angekommen und sicherlich ist es verständlich, dass man das Gefühl braucht, alles für die Liebe getan zu haben. Jeden noch so kleinen Versuch ausgenutzt zu haben. Doch man muss auch akzeptieren, dass Beziehungen zu Ende gehen. Man nicht mehr kämpfen muss. Den Ex-Partner hinter sich lassen muss. Und den Neuanfang genießen. Denn auch ein Beziehungsende kann eine Chance sein – die Chance sein Leben umzugestalten. Und Platz für jemanden zu lassen, mit dem die Liebe klappt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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