Für den schlimmsten Fall gerüstet

Der Katastrophenschutz in Deutschland ist bei den Landkreisen angesiedelt. Von dort werden im Falle eines Falles alle Maßnahmen, die vor Ort nötig sind, koordiniert.
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Der Katastrophenschutz in Deutschland ist bei den Landkreisen angesiedelt. Von dort werden im Falle eines Falles alle Maßnahmen, die vor Ort nötig sind, koordiniert.

Der Katastrophenschutz in Deutschland ist bei den Landkreisen angesiedelt. Von dort werden im Falle eines Falles alle Maßnahmen, die vor Ort nötig sind, koordiniert.

Osthessen. Um im Falle von Gefahren eingreifen zu können, gibt es in den Landkreisen Bestimmte Fachbereiche. „Der Katastrophenschutz ist ein Sachgebiet des Fachdienstes Gefahrenabwehr. Der Landkreis Fulda hat diesen Bereich, in dem aktuell vier Personen tätig sind, deutlich ausgeweitet. Seitdem wurden regelmäßig Katastrophenschutzübungen mit verschiedenen Szenarien durchgeführt“, so die Pressestelle des Landkreises auf Anfrage von FULDA AKTUELL.

Dabei werde die Zusammenarbeit verschiedener Einheiten geübt. Zu diesen Einheiten gehören neben dem „Technischen Hilfswerk“ THW), dem „Deutschen Roten Kreuz“ DRK), dem „Malteser Hilfsdienst“, der „Deutschen Lebensrettungsgesellschaft“ DLRG) auch Polizei und Bundeswehr sowie alle Städten und Gemeinden. „Eine Katastrophe ist ein Ereignis, das Leben, Gesundheit oder die lebensnotwendige Versorgung der Bevölkerung, Tiere oder erhebliche Sachwerte in so ungewöhnlichem Maße gefährdet oder beeinträchtigt, dass zur Beseitigung die einheitliche Lenkung aller Katastrophen- schutzmaßnahmen sowie der Einsatz von Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes erforderlich sind“, heißt es auf der Website des Landkreises Fulda.

Der Katastrophenschutz solle bei Großschadenslagen, die mit örtlichen Einsatzkräften nicht mehr beherrschbar sind, die notwendigen Maßnahmen ergreifen und organisieren. „Die Katastrophenschutzbehörde ist für alle vorbereitenden und abwehrenden Maßnahmen zuständig, die erforderlich sind, um eine wirksame Gefahrenabwehr zu gewährleisten.“ Im Katastrophenschutz des Landkreises Fulda sind zwei feuerwehrtechnische Beamte, ein Verwaltungsbeamter, eine Verwaltungsfachangestellte beschäftigt.

„Bei den gemeinsamen Übungen ging es in den letzten Jahren um Szenarien wie lang anhaltender Ausfall der Strom- und Trinkwasserversorgung, Tierseuchenbekämpfung, Hochwasserschutz, Moorbrand, Evakuierung nach Bombenfund, Marschübung sowie Terrorlage. Die für 2020 geplante großangelegte Waldbrandübung musste coronabedingt verschoben werden“, so die Pressestelle. „Der Katastrophenschutz kam in den vergangenen Jahren in zahlreichen Fällen der alltäglichen Gefahrenabwehr innerhalb und auch außerhalb des Landkreises Fulda zum Einsatz. Beispiele sind Ausleuchtungsmaßnahmen und Räumungsmaßnahmen etwa nach Scheunenbränden oder in landwirtschaftlichen Anlagen, Einsätze des Erkundungstrupps mit Einsatz der Drohne beispielsweise beim Großbrand im Raiffeisen-Warenzentrallager in Hünfeld, Unterstützung der Evakuierungsmaßnahmen bei einer Bombenräumung in Frankfurt und wegen eines verunglückten Gaskesselwaggons im Bahnhof Neuhof sowie Sandsackbefüllung und Sandsacklogistik insgesamt“, heißt es aus der Pressestelle.

Im Falle der Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurde Kritik an den angeblich ausgebliebenen Warnungen seitens der Behörden laut. „Die Warninfrastruktur im Landkreis Fulda ist modular aufgebaut, um auf möglichst vielen Wegen Warnungen zu verbreiten. Dazu gehören Sirenen, Apps, Print- und Onlinemedien, Rundfunk, TV, Soziale Medien wie ,Insta- gram‘, aber ebenso Lautsprecherdurchsagen und Handzettel“, wie die Kreis-Pressestelle mitteilt. Aus Hessen wurden in der vergangenen Woche rund 600 Kräfte in die überfluteten Gebiete geschickt.

Auch die Bundespolizei Hünfeld war in den Krisengebieten im Einsatz. Aus dem Bereich der Feuerwehr der Stadt Fulda waren rund zwei Dutzend Einsatzkräfte mit insgesamt vier Fahrzeugen zur Unterstützung der dortigen Hilfskräfte in das Hochwassergebiet gefahren. Ein weiteres Fahrzeuge und weitere Kräfte stellte die Feuerwehr Großenlüder. Sie gehörten zu den Katastrophenschutzeinheiten, die über das hessische Innenministerium angefordert und koordiniert wurden.

Und auch am Donnerstagmorgen sind 16 Helferinnen und Helfer des „DRK“ aus Fulda und Hünfeld sowie des „Malteser Hilfsdienstes“ zum Einsatz in den Landkreis Ahrweiler aufgebrochen, um dort angesichts der Hochwasserkatstrophe Unterstützung zu leisten. „Ich bin Ihnen für Ihre Bereitschaft, den Menschen in dieser schweren Krise zu helfen, sehr dankbar“, sagte Vize-Landrat Frederik Schmitt. „Wir alle wissen, dass dieser Einsatz alles andere als leicht ist und körperlich und emotional eine große Belastung. Kommen Sie gesund wieder zurück“, ergänzte Schmitt und überbrachte außerdem den persönlichen Dank von Innenminister Peter Beuth. Die Rettungskräfte aus Tann, Hofbieber, Marbach und Hünfeld werden voraussichtlich fünf Tage im Einsatz sein.

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