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Zu alt fürs All

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Von HANS-PETER EHRENSBERGER Die Frage muss erlaubt sein: Was um Himmels willen hat ein Mann im fortgeschrittenen Alter von 56 Jahren noch im All

Von HANS-PETER EHRENSBERGER

Die Frage muss erlaubt sein: Was um Himmels willen hat ein Mann im fortgeschrittenen Alter von 56 Jahren noch im All zu suchen? Nun hat er den Salat, der Herr Schlegel. Der kranke Hans schwchelt in der Schwerelosigkeit, klagt vergleichbar der Seekrankheit ber Schwindel, belkeit, den Gleichgewichtssinn strende sowie weitere qulende Gefhle. Und die ganze irdische Welt lacht sich ins Fustchen ber unseren Softie im Space Shuttle. Da halfen auch die Liebes-Botschaften nur wenig, welche Gattin Heike per Mail in den Orbit sandte. Schlegel sollte sich mal ein Beispiel an John Glenn nehmen, der 1988 siebenundsiebzigjhrig um die Erde rotierte. Oder war das ganze seinerzeit vielleicht doch wie im Film Unternehmen Capricorn in den Hollywood-Studios inszeniert? Zweifel bleiben!

So mussten im aktuellen Falle also einmal mehr die Amis in die Bresche springen und ins All aussteigen, um das europische Weltraumlabor Columbus an der ISS-Raumstation zu montieren. Das wenigstens zeigt noch Qualitten deutscher Wertarbeit, ist mit sieben Metern Lnge, 13 Tonnen Gewicht und Produktionskosten von 880 Millionen Euro freilich ein ziemlich teurer Arbeitsplatz rund 400 Kilometer ber der Erde. Ursprnglich sollte Columbus ja eigentlich schon 2004 ins All starten, gut 500 Jahre, nachdem sein Namensgeber Amerika entdeckt hatte das Unterfangen wurde aber wegen der Katastrophe der Raumfhre Columbia und zuletzt wegen defekter Sensoren am Tank immer wieder nach vorne verschoben. Die biologische Uhr indes lsst sich nur schwer zurckdrehen, so dass jetzt zwar endlich Columbus, nicht aber unser Spaceman in der Neuen Welt angekommen zu sein scheint.

Der schlappe Schlegel macht eines deutlich: Das grte Problem in der Weltraumfahrt der Zukunft sind nicht Raketen und Raumschiffe, sondern ihre Besatzung. Nicht die Technik, vielmehr die menschliche Natur stt bei den in den kommenden Jahren geplanten galaktischen Entfernungen an ihre Grenzen. So ist schon der Griff nach unserem roten Nachbarplaneten Mars eigentlich eine mission impossible, besser gesagt eine Reise ohne Wiederkehr. Rund 1.000 Tage wren die Raumfahrer unterwegs, mit schwindender Muskulatur, permanent aggressiven kosmischen Strahlen und krperlichen Belastungen ausgesetzt. Selbst dies alles soll angeblich tausende potenzielle Astronauten nicht davon abhalten knnen, sich um die One-Way-Tickets zu bewerben. Peter Schillings Major Tom lsst gren...

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