Verpackungskunst made in Fulda

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Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit werden groß geschrieben bei „DS Smith“: Hier Verkaufsleiter und Prokurist Rainer Fugmann (rechts) beim Rundgang mit „Fulda aktuell“-Objektleiter Michael Schwabe (Mitte) und Redaktionsleiter Bertram Lenz.
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Stolz auf den „EFIA Print Award“, den man für den „Wodka Gorbatschow“-Druckbogen erhielt. Links General Manager Rüdiger Lindner, rechts Druckereileiter Steffen Blankenburg.
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"Fulda aktuell" zu Besuch beim Fuldaer Unternehmen "DS Smith" / Pro Tag verlassen eine Million Verpackungen das Werk

Fulda - Die Kunden des Fuldaer „DS Smith“-Werkes lesen sich wie das „Who is Who“ der Markenartikelindustrie. Öffentlich diese Namen zu nennen, sei leider nicht möglich, wird „Fulda aktuell“ bei einem Redaktionsbesuch in der Bellingerstraße nahegelegt. Der im Übrigen sehr ausführlich gerät und mit vielen Details aufwartet, die man als Außenstehender wahrscheinlich gar nicht vermuten würde.

Führungskräfte und Mitarbeiter präsentieren sich als sehr innovativ, wobei den Begriffen „Qualität“ und „Flexibilität“ höchste Bedeutung beigemessen wird. Mindestens ebenso wie den Themen „Arbeitsschutz“ und „Arbeitssicherheit“.

„Wir sind ein sehr attraktiver Arbeitgeber, der sehr gute Arbeitsbedingungen bietet. Das Arbeitsklima und, nicht ganz unwichtig, auch die Bezahlung stimmen“, unterstreicht General Manager Rüdiger Lindner, der seit zweieinhalb Jahren die Geschicke des Werkes lenkt. Eine Aussage, die Prokurist und Verkaufsleiter Rainer Fugmann nur unterstreichen kann. Und der muss es wissen, ist er doch bereits seit 45 Jahren mit an Bord. Der Grund? „Ich identifiziere mich voll und ganz mit dem Unternehmen, fühle mich hier sehr wohl“.

Auch Personalverantwortliche Eva-Maria Bachmann verweist auf die „extrem geringe Fluktuation“ und auf die hohen Entwicklungsmöglichkeiten, die jeder der gut 340 Mitarbeiter habe. Darunter seien übrigens 21 Auszubildende und Duale Studenten. Sie alle tragen mit dazu bei, dass das Fuldaer Unternehmen „außergewöhnlich erfolgreich ist“ wie Anja Röhrle feststellt, zuständig für Marketing und Kommunikation. Und sie liefert beeindruckende Zahlen: Die Werksgröße liegt bei 70.000 Quadratmetern, davon sind rund 40.000 Produktionsfläche. Pro Tag verlassen im Schnitt etwa eine Million Verpackungen das Werk.

Der Mutterkonzern „DS Smith“, der seinen Hauptsitz in Großbritannien hat, beschäftigt in 37 Ländern und über 250 Werken mehr als 28.500 Mitarbeiter. General Manager Lindner: „Wir sind bei unseren Kunden bekannt für Displays, die sehr viel Aufmerksamkeit hervorrufen, und für innovative Verpackungslösungen“. Diese werden, ergänzt Prokurist Fugmann, „seit nunmehr über 50 Jahren aus dem umweltfreundlichen Basismaterial Wellpappe gefertigt.“

Und er wirft einen kurzen Blick auf die Historie: „Das Werk Fulda wurde 1964 in Kohlhaus auf die grüne Wiese gebaut und war Teil der ehemaligen ,Stabernack‘-Gruppe. 2002 verkaufte Gustav Stabernack seine Verpackungswerke, darunter auch das in Fulda, an den schwedischen ,SCA-Konzern‘.“ Etwa zehn Jahre später, im Juli 2012, übernahm der britische Verpackungskonzern „DS Smith“ die gesamte Verpackungssparte von „SCA“ und somit auch das Werk in Fulda.

 „DS Smith“ zählt weltweit zu den führenden Anbietern nachhaltiger Verpackungen und Displays. Apropos Nachhaltigkeit: Die „DS Smith“-Standorte sind FSC-zertifiziert: Diese Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, eine umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung der Wälder zu gewährleisten. General Manager Lindner: „Wir schreiben die Begriffe Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit sehr groß. Das bedeutet, sowohl Unternehmensführung als auch Mitarbeiter haben die Auswirkungen unseres Tuns auf die Natur ebenso im Auge wie unsere ökonomischen Beziehungen und unsere soziale Verantwortung“.

Wenn Lindner weiter davon spricht, dass jedes Produkt ein Unikat und maßgeschneidert für den jeweiligen Kunden und seine Anforderungen sei, dann kommt neben der Qualität ein weiterer Begriff ins Spiel: Kreativität, für die unter anderem die eigene Designabteilung verantwortlich zeichnet. „Wir geben unseren Kunden ein Werteversprechen“, erläutert Lindner. Dahingehend, „dass jede Verpackung wie ein Maßanzug sitzt und wir auf allerhöchstem Niveau drucken“.

Dies hat seinen Ursprung schon kurz nach der Werksgründung in 1964, als das Werk ein Alleinstellungsmerkmal erhielt: die erste Flexo-Vordruckmaschine in Europa. Bei diesem Druckverfahren wird die Papierbahn, die später die Außendecke der Wellpapp-Verpackung ist, im Hochdruckverfahren mehrfarbig bedruckt. Das Ergebnis ist ein sehr hochwertiges Druckbild. Inzwischen ist das Fuldaer Werk innerhalb von „DS Smith“ in der Region „Central Europe“ zu einem Kompetenz-Center für Vordruck avanciert – seit kurzem auch für den revolutionären digitalen Rollenvordruck.

Ende Mai feierte das Unternehmen am Standort in Fulda nämlich die Inbetriebnahme der zweiten Rollen-Digitaldruckmaschine im Konzern. Damit wolle man den Kunden völlig neue Wege der Markenaktivierung und des Markenschutzes eröffnen. Allein die grafischen Möglichkeiten seien grenzenlos und böten dem Marketing ganz neue Gestaltungsspielräume: Verpackungen und Displays könnten grafisch auf Zielgruppen, Konsumanlässe, Regionen und besondere Ereignisse maßgeschneidert werden. Das Projekt hatte ein Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro und wurde innerhalb von knapp zwölf Monaten realisiert.

Um den notwendigen Platz für die neue Maschine zu schaffen, wurde ein ehemaliges Papierlager am Standort Fulda entkernt und mit neuen Fundamenten ausgestattet. Dann begannen der Aufbau der Maschine, die Probeläufe sowie die ersten Produktionsläufe. Fugmann: „Das Werk Fulda produziert den digitalen Vordruck nicht nur für den eigenen Weiterverarbeitungsbedarf, sondern beliefert damit europaweit weitere ,DS Smith‘- Standorte, die den Vordruck dann vor Ort zu Verpackungen und Displays weiterverarbeiten. Unsere größte Stärke ist es, dass wir in Fulda von einfachen bis zu hochwertigsten Verpackungen alles herstellen können.“

Im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen 2.300 Quadratmeter großen Papierlagers ist man übrigens dankbar für die „sehr gute Unterstützung“ seitens der Stadt Fulda. Zudem wurde eine „Bobst Flachbett-Stanze“ mit einer Stanzkapazität von über 25 Millionen Quadratmeter installiert.

Wie einfallsreich die Designer von „DS Smith“ sind, zeigt sich an den zahlreichen Verpackungspreisen, die das Fuldaer Unternehmen alljährlich gewinnt. Beispielsweise Gold beim „EFIA Print Award 2018“, beziehungsweise bei den „POPAI Awards 2018“ mit einem Display für „Nestlé“.

Nachwuchs gesucht

Am Standort in Fulda bietet „DS Smith“ fünf vielseitige Ausbildungsberufe und vier Duale Studienmöglichkeiten im technischen, gestalterischen und kaufmännischen Bereich an: Packmitteltechnologe, Medientechnologe Druck, Elektroniker, Industriemechaniker, Industriekaufmann, Bachelor of Arts-Industrie, Bachelor of Arts- International Business Administration, Bachelor of Engineering-Papierverarbeitung, Bachelor of Engineering- Internationales Technisches Vertriebsmanagement. Weitere Infos unter www.dssmith.com/karriere

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