Fuldas CDU-Kreisvorsitzender Meysner: Politiker mit Leib und Seele

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CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Markus Meysner (links) im Gespräch mit "Fulda aktuell"-Redaktionsleiter Bertram Lenz

Landtagsabgeordneter und ehemaliger Tanner Bürgermeister zu Gast der "Fulda aktuell"-Redaktion

Fulda - Ein Gespräch mit CDU-Mann Markus Meysner entwickelt sich mitunter völlig anders als geplant: Der 51-Jährige nimmt schon am Anfang des Treffens die Antworten auf die eigentlich vorbereiteten Fragen vorweg, kommt dann vom Hundertsten ins Tausendste und entpuppt sich als äußerst humorvoller Interviewpartner, der immer wieder spannende und amüsante Episoden seines Lebens als Kommunal-, Landes- und Parteipolitiker einstreut. Erwähnt sei nur ein  ominöses  Schränkchen, das Meysner einst für 80 Euro erstanden hat, und das inzwischen einen legendären Ruf über Parteigrenzen hinweg genießt. Eingeweihte wissen, was gemeint ist…

Und noch etwas wird bei dem Gespräch auf Einladung der „Fulda aktuell“-Redaktion deutlich: Der gebürtige Fuldaer, in Petersberg aufgewachsen, ist mit Leib und Seele Politiker – und mit einer ganz gehörigen Portion Enthusiasmus bei der Sache, die er auch seinen Parteifreunden in Stadt, Kreis und Land vermitteln möchte. Im Januar hat er mit dem Traumergebnis von 92,2 Prozent Dr. Walter Arnold als CDU-Kreisvorsitzender beerbt, im Herbst möchte er für seine zweite Legislaturperiode in den Landtag gewählt werden.

„Als ich zum ersten Mal, als Nachfolger von Dr. Norbert Herr, nach Wiesbaden gekommen bin,  konnte  ich das beste hessische Wahlkreisergebnis verbuchen“, erinnert sich Meysner. Der sehr großen Wert darauf legt, dass man ihn stets „gerufen“ habe, um eine neue Aufgabe anzutreten. So war es gewesen, als er sich um den Tanner Bürgermeisterposten bewarb (und diesen zwölf Jahre lang innehatte), so war es mit Dr. Norbert Herr, und so war es zuletzt mit Dr. Walter Arnold.

Der aktive Feuerwehrmann („Ich bin seit 40 Jahren dabei und habe es zum Oberbrandmeister geschafft“) beendete nach dem Abitur in der Gemeindeverwaltung Petersberg seine Ausbildung zum Verwaltungsbeamten im gehobenen Dienst als Diplom-Verwaltungswirt und arbeitete  dort anschließend für weitere elf  Jahre in den verschiedenen Abteilungen, bevor er Tanner Bürgermeister wurde. „2001 war schon ein sensationell tolles Jahr“, betont Meysner, denn als frischgebackener Verwaltungschef des Rhönstädtchens fungierte der begeisterte Fastnachter parallel als „Jubelprinz Markus L. von Amt und Würde“ des Carnevalvereins Petersberg. Und  wurde in dieser Eigenschaft auch vom damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch empfangen.

Dem 51-Jährigen ist sehr wohl bewusst, dass die CDU gerade keine sehr einfache Zeit durchmacht, „und deshalb ist es für mich vorerst oberstes Ziel, den Mitgliedern wieder den Spaß und die Freude an der Parteiarbeit zu vermitteln“. Ein erster Schritt in diese Richtung sei die Zusammenkunft „unter Ausschluss der Öffentlichkeit, also der Presse“, am 22. Januar im Künzeller Gemeindezentrum gewesen, wo von den gut 230 Anwesenden Tacheles geredet und aufgezeigt worden sei, „wo den Einzelnen der Schuh drückt“.

„Wir wollten zeigen, dass wir die Leute ernst nehmen und bei unserer Arbeit mitnehmen wollen. Das Feedback wird ausgewertet und an die Entscheidungsträger in Bund, Land und Kreis zur Bewertung und Umsetzung weitergeleitet“.  Dieser gelungenen Premiere sollen weitere Durchgänge folgen.

Für den Landtagsabgeordneten ist Politik aber nicht nur mit Spaß und Freude, sondern auch mit einer gehörigen Portion Ehrlichkeit und der Fähigkeit verbunden, vor einer Entscheidung Dinge sorgsam abzuwägen. „Und man muss Schwerpunkte setzen und über den Tellerrand hinausblicken“, betont Meysner. Den im Übrigen noch eine andere Eigenschaft auszeichnet: Er ist ein hervorragender Netzwerker und weiß solche geknüpften Verbindungen für die Menschen in der Region Fulda zu nutzen.

Da sei er seinem  Vorgänger in der Position des CDU-Kreisvorsitzenden, Dr. Walter Arnold, nicht unähnlich,  formuliert Meysner und erinnert daran,  wie viele Dinge der „Mann mit dem direkten Draht“ in Wiesbaden für Osthessen in die Wege habe leiten können. Klinikum Fulda und Hochschule Fulda seien da nur zwei Stichworte. 

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund sei es schade, dass Arnold nicht wieder für den Landtag antreten werde, betont Meysner, der auch die Kritiker nur schwer verstehen kann, die Arnold mangelnde Präsenz im Wahlkreis vorgeworfen hatten. Dass sich jetzt gleich vier Kandidaten um die Nachfolge bewerben, damit habe er im Übrigen nicht gerechnet, unterstreicht der 51-Jährige zum Ende des Gesprächs.

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