Merkel: "Fulda ist immer wieder eine Reise wert"

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Gab sich trotz der Anspannung des Hessen-Wahlkampfes entspannt und locker: Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel am Donnerstagnachmittag im Gespräch mit „Fulda aktuell“: Redaktionsleiter Bertram Lenz (rechts), Antonia Schmidt und Christopher Göbel.

"Fulda aktuell"-Interview mit der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden

Fulda - In der finalen Phase des hessischen Landtagswahlkampfes und als Unterstützung für Ministerpräsident Volker Bouffier beziehungsweise die beiden heimischen Kandidaten Thomas Hering (Wahlkreis 14) und Markus Meysner (Wahlkreis 15) war Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel am Donnerstagnachmittag in der Fuldaer „Esperantohalle“ zu Gast. Im Vorfeld der Veranstaltung stand Merkel „Fulda aktuell“ für ein Interview zur Verfügung.

Fulda aktuell: Fulda gilt seit Alfred Dregger als „schwarze Hochburg“. Kommen Sie deshalb so gerne hierher?

Angela Merkel: Hier in Fulda gibt es viele engagierte CDU-Mitglieder und viele leidenschaftliche CDU-Anhänger, die ich gerne treffe und mit denen ich gerne diskutiere. Aber die Domstadt Fulda ist natürlich einfach auch eine wunderschöne Stadt und schon deshalb immer wieder eine Reise wert.

FA:  Was entgegnen Sie Menschen, die sagen, sie würden nicht zur Landtagswahl gehen, weil sie nicht wüssten, wen sie wählen sollten?

Merkel:  Wenn man die Landtagswahlprogramme der Parteien vergleicht, findet man deutliche Unterschiede. Das zeigt sich vor allem in Fragen der Haltung, wie wir Politik gestalten wollen. Die CDU und Volker Bouffier setzen auf Zusammenhalt, auf Respekt, auf Mut und Optimismus, auf Lust an der Zukunft. Das ist der richtige Weg. Als Entscheidungshilfe gibt es außerdem ja immer noch die vielen Veranstaltungen der CDU und die Gespräche, die mit unseren Wahlkämpfern an den Ständen geführt werden können. Auf jeden Fall gilt am 28. Oktober: Wählen gehen! Am besten mit beiden Stimmen CDU.

FA:  Glauben Sie, dass sich die AfD auf längere Sicht etablieren kann – auch in den Parlamenten – oder eine vorübergehende Erscheinung darstellt, deren Wahl vornehmlich auf Protest beruht?

Merkel: Unsere Aufgabe als CDU ist es, mit unserer konkreten Arbeit zu überzeugen. Wir müssen die Probleme, die die Menschen benennen, lösen, dann können wir auch viele Wähler zurückgewinnen. Für uns ist zugleich klar, dass die CDU mit aller Entschlossenheit gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass und jede Form von Antisemitismus steht.

FA: Wie können es die etablierten Parteien schaffen, wieder verstärkt die Bürger zu erreichen?

Merkel:  Das Wichtigste ist, dass wir immer wieder den Bürgerinnen und Bürgern zuhören und dann ihre konkreten Probleme anpacken. Da haben wir in der Bundesregierung schon viel getan: Ich denke hier an das Baukindergeld, das Gute-Kita-Gesetz oder Verbesserungen in der Pflege. Wir wollen noch mehr erreichen. Zum Beispiel mit der Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse, die viele Sorgen gerade der Menschen in den ländlichen Regionen aufnehmen soll. Leider hat mancher Streit in der Koalition die gute Arbeit überdeckt. Ich setze hier alles daran, das Vertrauen zurückzugewinnen.

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