Wie geht es weiter mit der "STI Group"? Viele offene Fragen

Klartext-Kommentar von Fulda aktuell-Redaktionsleiter Bertram Lenz zum geplanten Verkauf der "STI Group"

"Unternehmerischer Paukenschlag aus Lauterbach: Wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde, will Dr. Kristina Stabernack, die 59 Jahre alte Inhaberin und Beiratsvorsitzende der „STI Group“, die Firmengruppe mit Stammsitz in Lauterbach verkaufen. Die erläuternde Pressemitteilung nennt nur die dürren Fakten und verzichtet auf Hintergründe, was Spekulationen Tür und Tor öffnet. Zumal auch auf Nachfrage keine näheren Details zu erfahren waren.

Der Schritt kommt auch aus dem Grunde überraschend, als dass nach Jahren personellen Wechselspiels in der Geschäftsführung seit einiger Zeit mit Andrea Wildies und dem aus dem familiären Umfeld Stabernacks stammenden Jakob Rinninger eigentlich Ruhe eingekehrt und die Neuausrichtung zu greifen schien.

Dieses Duo hatte bis September 2017 gemeinsam mit Michael Apel die Geschicke des Familienunternehmens gelenkt. Der Controlling- und Finanzfachmann aber hatte „STI“ dann mit sofortiger Wirkung verlassen und war damit seinen Vorgängern Alexander Stojanovic, Dr. Tom Giessler, Frank Ohle und Peter Irish gefolgt. Die sich entweder entschieden hatten, selbst zu gehen oder aber auf Weisung von Kristina Stabernack wohl hatten gehen müssen. Personelle Kontinuität jedenfalls sieht anders aus.

Und so darf seit Mittwoch heftig gerätselt werden, was Stabernack zu diesem Schritt bewogen haben könnte. Offen ist auch, ob es bereits potenzielle Kaufinteressenten gibt und ob entsprechende Gespräche möglicherweise bereits laufen.

Fakt jedenfalls ist, dass die Nachricht vom Mittwoch, die den Mitarbeitern zeitgleich per Aushang und im Intranet mitgeteilt wurde, zu erheblicher Verunsicherung im gesamten Vogelsberg geführt hat. Denn das Unternehmen ist mit seinen Standorten in Lauterbach, Grebenhain und Alsfeld dank der über 1.000 Beschäftigten größter Arbeitgeber in Fuldas Nachbarkreis.

In Grebenhain hatte man übrigens schon einmal zittern müssen: 2015 war bereits 80 Arbeitnehmern vor dem Hintergrund von Restruktierungsmaßnahmen gekündigt worden, bis sich Geschäftsführung und Betriebsrat nach äußerst zähen Verhandlungen doch noch auf einen Kompromiss geeinigt hatten."

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