Ein Motivator für das Bistum Fulda

Klartext-Kommentar: "Fulda aktuell"-Redaktionsleiter Bertram Lenz zum neuen Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber

Fulda - Wenn am Sonntagnachmittag die Kirchenglocken läuten, dann wird – im übertragenen Sinne – im Bistum Fulda eine neue Ära eingeläutet. Es sind keine kleinen Fußstapfen, in die Bischof Dr. Michael Gerber tritt, der in sein Amt eingeführt wird. Denn sein Vorgänger, der emeritierte Bischof Heinz Josef Algermissen, hatte dem Bistum Fulda in 17 Jahren seinen ganz eigenen Stempel aufgesetzt und Projekte angestoßen, die sein Nachfolger ganz im Sinne der Gläubigen zu einem guten Ende bringen muss.

Denn der Zusammenhalt war (und ist) Algermissen stets ein großes Anliegen gewesen. Vor diesem Hintergrund wurde der emeritierte Bischof Motor und Ideengeber zugleich für den Prozess, der unter das Motto „Zusammen wachsen – Bistum Fulda 2030“ gestellt wurde. Um die Kirche von Fulda zukunftssicher zu machen, sind bislang 43 Pastoralverbünde von Kirchengemeinden gegründet worden. An ihnen sollen sich die künftig zu errichtenden größeren Pfarreien orientieren. Algermissen wurde dabei nicht müde zu betonen, dass der Weg mühsam werden würde und der Unterstützung sowie des Willens vieler Menschen zur Veränderung bedarf.

Nach einer ersten persönlichen Begegnung mit Bischof Gerber, der sich am Dienstagvormittag regionalen und überregionalen Medien vorstellte, sollte um die Zukunft des Bistums nicht bange sein. Er präsentierte sich auf überaus herzlich-sympathische Art und als Gesprächspartner, der es durchaus versteht, andere Menschen zu begeistern und mitzureißen. Nicht umsonst gilt der neue Oberhirte als Motivator und „Netzwerker“, dem es stets ein Anliegen ist, verschiedene Kompetenzen und Initiativen zusammen zu führen und auf ein gemeinsames Ziel hin auszurichten.

Und er hat schon jetzt Ideen für Fulda: In Freiburg, seiner bisherigen Wirkungsstätte, gibt es ein Modell „Seelsorge für Seelsorger“, bei dem Priester pastoral betreut werden. Auch für sein neues Bistum kann sich Gerber eine solche Maßnahme gut vorstellen. Wenn man den 48-Jährigen hört, wie er mit großer Begeisterung und Überzeugungskraft dieses Projekt vorstellt, dann hofft man mit ihm, dass dieses in Fulda bald Realität werden möge.

Bischof Gerber jedenfalls täte man großes Unrecht, würde man ihn nur auf das Attribut „Jüngster Bischof Deutschlands“ reduzieren. Vielmehr ist ihm durchaus zuzutrauen, gemeinsam mit den Gläubigen des Bistums Fulda in einen neuen Aufbruch einzutreten. Gewissermaßen als ein Mutmacher, der vorneweg geht. Beziehungsweise als Pilger, wie er sich gerne sieht, der insbesondere die Jugend inspirieren möchte, sich verstärkt mit dem Glauben zu befassen.

Sein Wirken in Fulda mit einer Pilgerwanderung einzuläuten – vortrefflicher hätte der Beginn wahrlich nicht sein können.

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