„Fulda verbindet...“: Mit Herzblut die Landesgartenschau im Blick

Ulrich Schmitt und Marcus Schlag (linke Seite) im Gespräch mit Verlagsleiter Michael Schwabe, Mediaberater Andreas Duchrow, Volontärin Martina Lewinski und Redaktionsleiter Bertram Lenz. 
+
Ulrich Schmitt und Marcus Schlag (linke Seite) im Gespräch mit Verlagsleiter Michael Schwabe, Mediaberater Andreas Duchrow, Volontärin Martina Lewinski und Redaktionsleiter Bertram Lenz. 

Am 27. April 2023 wird der Startschuss gegeben für ein Großereignis, das Fulda schon in 1994 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit weit über Hessen hinaus gerückt hatte: Dann nämlich wird die „7. Hessische Landesgartenschau“ eröffnet, gewissermaßen als 2.0. „Fulda verbindet…“ lautet das Motto, und was lag für „FULDA AKTUELL“ näher, als einmal die beiden Geschäftsführer der „Landesgartenschau Fulda 2.023 gGmbH“ einzuladen. Marcus Schlag und Ulrich Schmitt standen sehr gerne Rede und Antwort.

Fulda Für beide ist, dies wurde sehr rasch deutlich, die „LGS 2023“ eine Herzensangelegenheit. Für dieses zeitlich begrenzte Projekt haben sie sichere Positionen bei der Verwaltung der Stadt Fulda und beim Fuldaer „Garten- und Landschaftsbauunternehmen Kümmel“ aufgegeben.

Die „LGS Fulda 2.023 gGmbH“ wurde am 1. Oktober 2019 gegründet. Gesellschafter sind mit einem Anteil von 80 Prozent die Stadt Fulda und mit einem Anteil von 20 Prozent die „Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen und Thüringen mbH“. Das Land Hessen beteiligt sich mit einer Förderung von 3,4 Millionen Euro netto, wobei der investive Haushalt bei gut 16 Millionen Euro brutto liegt. „Dieser Investition muss man den Mehrwert neuer Grünanlagen für die Bürgerinnen und Bürger Fuldas gegenüberstellen“, betont der 56-jährige Schlag. Er und sein zwei Jahre jüngerer Geschäftsführerkollege Schmitt führen auf, was an die „LGS 1994“ erinnert: Unter anderem der Dahliengarten, das Wohngebiet „Tränke“ mit Wasserspielplatz, das Umweltzentrum, die Erschließung der Fulda-Auen, der völlig neu gestaltete Schlossgarten und und und...

Im Gespräch mit den beiden wird sehr schnell deutlich, wie viel Herzblut sie in das Projekt investieren, und sie es „für unsere Stadt“ machen – auch wenn Schmitt gebürtig aus Großenlüder ist. Es mache großen Spaß, dabei zu sein; besonders auch, wenn man mit Menschen spreche, die 1994 die Landesgartenschau erlebt hatten: „Da sieht man dann in strahlende Augen“, so Schlag, dessen Ansicht nach Fulda nichts Besseres hat passieren können als die Grenzöffnung, der „Hessentag“ in 1990 und vier Jahre später die „LGS“. Im Gegensatz zu manch anderen Städten habe man bislang überproportional hohe Zustimmung für das Großereignis vom 27. April bis 8. Oktober 2023 erfahren.

Über das Leitmotto

Schlag und Schmitt haben ein Team um sich herum, das zum Schluss gut 20 Köpfe zählen soll. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter decken die unterschiedlichsten Bereiche ab, und alle wollen das „LGS“-Motto „Fulda verbindet... “ mit Leben füllen. Ausdrücken soll das Leitmotiv unter anderem das große Selbstbewusstsein, das in der Stadt spürbar sei, aber auch das grüne Band zwischen „Fulda Galerie“ und den Aueweihern, die Verbindung zwischen 1994 und 2023 sowie Verknüpfendes zwischen den Generationen. Denn die „LGS 2023“ soll nicht nur etwas für die klassischen Besuchergruppen „55 plus“ sein, sondern gerade auch Jüngere ansprechen. „Wir wollen die Landesgartenschau aus ihrer Nische holen und modern präsentieren“. Dazu gehöre unter anderem auch, dass es eine spezielle App geben soll.

Poesie spielt bei einer Gartenschau immer eine Rolle, und so verwundert es nicht, dass die vier Austellungsflächen so klangvolle Namen tragen wie „SONNENGARTEN“, „KULTURGARTEN“, „GENUSSGARTEN“ und „WASSERGARTEN“. In allen vier Parkteilen, für die man Eintritt zahlen muss, wird es Angebote regionaler Gastronomen geben, „und das 165 Tage lang“. Schlag erinnert sich noch gerne an 1994, als „Zuspann“ erstmals als Caterer aufgetreten war – „was eine sehr beeindruckende Pionierleistung gewesen ist“. Begleitende städtische Maßnahmen sind zum Beispiel die „Brücke überm Engelshaus“, der „Badegarten“, „Tiergarten“, Fuß- und Radwege sowie die Fahrradbrücke Bardostraße.

Dass die Stimmung bei der Fuldaer Bevölkerung gegenüber der „LGS“ sehr positiv sei, werde auch an der guten Beteiligung beispielsweise bei Baustellenbegehungen deutlich. Und auch im Zusammenhang mit Erstellung der Machbarkeitsstudie habe es viele Wünsche der Bürger gegeben; unter anderem bezüglich Radwegen, einem Baumwipfelpfad oder dem Umbau des Aueweihers zu einem Badesee. Dieser durchaus reizvolle Gedanke sei von der Stadt nach intensiver Prüfung als „nicht umsetzbar“ abgelehnt worden. Beide Geschäftsführer gehen auch an die verschieden geäußerte Kritik des „Nabu“ ein, wo man befürchte, aus den Aueweihern könne ein „Rummelplatz“ gemacht werden: Es sei zentrale Aufgabe des „Nabu“, sich für eine intakte Natur einzusetzen. Die Zusammenlegung der beiden Aueweiher aber diene der Gewässersanierung, und die Schaffung der großen Mittelinsel „bedeutet mehr für den Naturschutz als vorher“.

Überhaupt betonen beide, dass es eine „LGS“ werden soll, in der die Begriffe Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und Artenvielfalt dominieren. So werde beispielsweise der Bodenaushub auf dem Gelände verteilt und nicht auf eine Deponie gebracht. Zudem werde auf den großen Wiesenflächen heimisches Saatgut ausgesät, und auch Müllvermeidung werde groß geschrieben.

Wer will mitmachen?

Nicht unerwähnt sollen auch die gut 2.000 Einzelveranstaltungen bleiben, die von Lesungen über musikalische Darbietungen bis hin zu Kleinkunst und Ausstellungen reichen. Für das so genannte „Grüne Klassenzimmer“, in dem Kindergärten und Schulklassen der richtige Umgang mit der Natur nahegebracht werden soll, können sich schon jetzt Erzieher/Lehrer anmelden: Die ist per E-Mail möglich an info@lgs-fulda-2023.de .

Zudem werden noch zahlreiche ehrenamtliche Helfer gesucht, die sich mit viel Engagement einbringen wollen, damit es den erwarteten rund 600.000 Landesgartenschau-Besuchern an nichts mangelt. Diese können sich ebenfalls an die erwähnte E-Mail-Adresse wenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Klartext: Für Ungeimpfte ist das Jahr gelaufen
Fulda

Klartext: Für Ungeimpfte ist das Jahr gelaufen

Redakteur Christopher Göbel zu den neuen 2G-Regelungen im Handel und die Situation Ungeimpfter
Klartext: Für Ungeimpfte ist das Jahr gelaufen
Effektiver Schutz vor Corona ist möglich
Fulda

Effektiver Schutz vor Corona ist möglich

Bernd Kronenberger (HJK) sieht keine ausreichende Disziplin gegen das Coronavirus
Effektiver Schutz vor Corona ist möglich
Erneute Verschiebung der „Abenteuer & Allrad“-Messe
Fulda

Erneute Verschiebung der „Abenteuer & Allrad“-Messe

Die Messe „Abenteuer & Allrad 2021“ wird erstmals in ihrer über 20-jährigen Historie im Spätherbst in Bad Kissingen stattfinden. Der ursprünglich für Ende Juli …
Erneute Verschiebung der „Abenteuer & Allrad“-Messe

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.