Fuldaer Abend der Hochschule

Fulda. Der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften empfing mit ihnen zwei Praktiker aus der Entwicklungszusammenarbeit. Die Referenten konnten re

Fulda. Der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften empfing mit ihnen zwei Praktiker aus der Entwicklungszusammenarbeit. Die Referenten konnten reiche persnliche Erfahrungen in ihren Vortrag einflieen lassen - und machten die Zuhrer bekannt mit Problemfeldern der Entwicklungszusammenarbeit aus so unterschiedlichen Regionen der Welt wie Mali, Ecuador oder Jemen.

Der Deutsche Entwicklungsdienst arbeitet seit 1963 in der Entwicklungszusammenarbeit. Im Zuge einer Orientierung weg von einseitiger Hilfe hin zu Kooperation mit dem Entwicklungsland ersetzte dieser Begriff denjenigen der Entwicklungshilfe. Der Verband entsendet momentan ca. 1000 Entwicklungshelfer in 45 Lnder.

Kultur und Entwicklung hingen stark zusammen, Kultur beeinflusse wirtschaftliches Verhalten und Entwicklungszusammenarbeit sei immer Einmischung in Kultur, betonte Markus Sterr. Eine Studie vom Beginn der 90er Jahre habe aber aufgezeigt, dass 50 Prozent der zu dieser Zeit vom DED gefrderten Projekte spezifische soziokonomische, politische oder eben kulturelle Gegebenheiten in den Projektlndern ignorierten. In seinem Vortrag erluterte Sterr anhand von Praxisbeispielen, wie der Aspekt der Kultur in den letzten Jahren strker in die Arbeit in Entwicklungslndern einfliee. Er sprach zum Beispiel ber den Erhalt traditionellen Handwerks im Niger oder Straentheater zum Thema Gewalt in Ecuador. Interkulturelle Problemfelder mssten neu definiert werden. Der DED arbeitet dialogorientiert, sagte Sterr, der in Bonn, dem Sitz des DED, als Fachreferent fr Wirtschafts- und Beschftigungsfrderung ttig ist und selbst lange als Entwicklungshelfer in Ghana und Ecuador arbeitete.

Sandra Poschmanns Beitrag bot noch mehr Einblicke in die Praxis und die interkulturellen Aspekte der Entwicklungszusammenarbeit. Sie brachte frische Erfahrungen aus einem Kulturprojekt in der Stadt Sana'a in Jemen mit, aus dem sie erst vor zwei Monaten zurckgekehrt ist. Anschaulich stellte sie dar, wie sich soziale und kulturelle Tradition in der historischer Bausubstanz im alten Stadtkern spiegele, und wie die Einzug haltende Moderne diese Strukturen verndere. Die Architektin und Denkmalpflegerin arbeite ber zwei Jahre lang mit am Erhalt des historischen Zentrums der Stadt, das als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Diese Arbeit am traditionellen Gesicht der Stadt sei auch eine Arbeit fr die Menschen vor Ort, indem sie deren kulturelle Wurzeln erhalte und Lebensbedingungen verbessere, so Poschmann.

Im Anschluss an den Vortrag mussten sich die Referenten den kritischen und kompetenten Fragen des Publikums stellen. Fr die Professoren und Studierenden des Fachbereichs war der Abend ein sowohl rtliches als auch inhaltliches Heimspiel beschftigen sich doch sowohl der Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen als auch der Masterstudiengang Intercultural Communication and European Studies intensiv mit dem Thema der interkulturellen Kommunikation und mit Projektmanagement im globalen Kontext. Die Veranstaltung einer der eher punktuellen Berhrungspunkte der Praktiker mit der Wissenschaft, wie Sterr erklrte - trug so fr Referenten wie Publikum Frchte.

Der nchste Fuldaer Abend findet erst im Frhjahr zum nchsten Semester statt. Termine und Inhalte werden frhzeitig verffentlicht. Die Bilanz dieses Semesters lsst auf Interessantes hoffen.

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