90 Jahre Autohaus Sorg: Die Zukunft stets im Blick

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Edmund Sorg (rechts), der Begründer der Unternehmensgruppe, im Jahr 1928.
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Die Gründung des Unternehmens erfolgte in der Langebrückenstraße
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Die Anfänge des Unternehmens in der Fuldaer Kreuzbergstraße. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1963.
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Helmut Sorg (links) und sein Bruder Dr. Klaus Sorg
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Dr. Mascha Sorg und "Fulda aktuell"-Objektleiter Michael Schwabe
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Der in Kooperation mit der Fuldaer Firma „EDAG“ entwickelte Transporter „Ford Transit“ mit Doppeltrittstufe. Stolz darauf sind Dr. Mascha Sorg (Mitte), Helmut Sorg und Dr. Klaus Sorg (rechts).
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Fuldaer Unternehmensgruppe Sorg handelt seit 90 Jahren nach dem Motto: "Immer eine Idee voraus"

Fulda - 90 Jahre alt und dennoch fest davon überzeugt sein, „dass die Zukunft vor uns liegt“? – Was auf den ersten Blick paradox klingen mag, erschließt sich beim gemeinsamen Gespräch mit Helmut Sorg und Dr. Klaus Sorg. Denn die beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Fuldaer Unternehmensgruppe Sorg zitieren ihr Motto „Immer eine Idee voraus“, untermauern es mit Beispielen und ziehen zum Ausklang der gut zweieinhalb Stunden das Fazit: „Es macht einfach Spaß!“

Ans Aufhören verschwenden die Söhne des Unternehmensgründers Edmund Sorg noch keinen Gedanken, obgleich die Weichenstellung für die Zukunft bereits begonnen hat: Dr. Mascha Sorg, Tochter von Helmut Sorg, führt die Geschäfte von „Sorg Premium Cars“. „Zudem haben wir tolle Leute in der zweiten Reihe, bei denen es langsam Zeit wird, in der ersten Reihe zu marschieren. Die kriegen ihre gute Chance“, wie Helmut Sorg prophezeit. Sein Bruder Klaus ergänzt: „Wir sind besser gerüstet als viele andere und verstehen vom Markt auch ein bisschen mehr als viele andere. Dies alles wollen wir auch weiterhin im Sinne unserer Kunden umsetzen“. Und unterstreicht in diesem Zusammenhang das seit nunmehr 90 Jahren gültige Credo des Autohauses: „Die Leistung muss bezahlbar sein. Und dem Kunden muss freundlich, ehrlich und sauber gegenüber getreten werden“.

Familiär

Diese Haltung werde sowohl von Mitarbeitern als auch von den Auszubildenden verlangt. Im 100-Kilometer-Radius um Fulda herum gehören übrigens elf Unternehmen und zehn Agenturen zur Sorg-Gruppe, die 250 Beschäftigte sowie 35 Lehrlinge zählt und 2017 einen Umsatz von 100 Millionen Euro erzielte. Von den 38.500 Betrieben der Automobilbranche in Deutschland belegt man derzeit Position 84. „Wir sind ein Familienunternehmen im besten Sinne des Worten“, lächelt Klaus Sorg. Denn außer ihm, seinem Bruder und seiner Nichte gibt es auch verschiedene Beispiele unter den Mitarbeitern dafür, dass eine Tätigkeit bei Sorg regelrecht vererbt werden kann und beispielsweise Vater und Sohn unter einem Firmendach tätig sind.

Beim Blick auf das 90-jährige Bestehen, das am Montagabend feierlich begangen wird, spricht Helmut Sorg davon, „dass wir vielleicht das spannendste Jahr in unserer Geschichte hinter uns haben“. Wichtig sei, dass man bei allem unternehmerischen Erfolg nicht die in die Zukunft gerichtete Strategie aus den Augen verliere: Innovation lautet auch hier das Zauberwort, kombiniert mit dem schon zitierten Motto „Immer eine Idee voraus“. Dazu zählt beispielsweise auch, sich immer mehr Spezialisten im Servicebereich zu bedienen und die Kunden mit Sachen wie dem kostenlosen Video-Check zu überraschen, mit dem der Werkstattbesuch noch transparenter werden soll.

Automobiles Zentrum

Einem Leuchtturm-Projekt nicht unähnlich mutet das geplante „Automobile Zentrum“ mit Werkstatt, Aufbereitung, Lager, Reparaturservice und Fotostudio auf dem Areal des einstigen „Max Bahr“ und damit in unmittelbarer Nähe zum Firmengelände in der Kreuzbergstraße an. Rund 12.000 Quadratmeter stehen hier zur Verfügung, darunter etwa 5.000 Quadratmeter Halle. Die Sorg-Gruppe hat die Räumlichkeiten zum Teil auch an andere Unternehmen vermietet, die dort Dienstleistungen anbieten. Grund für die Maßnahme war laut Helmut Sorg, „dass wir aus allen Nähten geplatzt sind".

Nebenan findet sich das „Jaguar Land Rover Service-Center“, das im März eröffnet wurde. Weil die Nachfrage nach dieser Marke seit einiger Zeit regelrecht explodiere, sei man gezwungen gewesen, diesen Bereich komplett zu modernisieren und auch zu vergrößern. An acht Arbeitsplätzen kümmern sich die Mitarbeiter gleichzeitig um Fahrzeuge der beiden Premium-Marken. Ein Hingucker ist zweifellos der vollelektrische „Jaguar I-Pace“. Mascha Sorg: „Jaguar ist quasi der erste echte Automobilhersteller, der ein reines Elektrofahrzeug in diesem Segment hat“. Daher wurden Mitarbeiter im Bereich Technik und Verkauf extra ausgebildet.

Außerdem hat man die Halle der einstigen „SB-Union“ gekauft und dort ein Lager eröffnet, in dem bis zu 2.000 „Ford“-Reifensätze gelagert werden können. Die Reifen von „Land Rover“ und „Jaguar“ sind separat untergebracht.

Kooperation mit "EDAG"

Ins Schwärmen gerät Helmut Sorg, wenn er von der Kooperation mit „EDAG“ erzählt: Herausgekommen ist dabei ein Transporter „Ford Transit“ mit Doppeltrittstufe, dessen Vertrieb unter anderem auch online erfolgen soll. Behinderte Menschen könnten nun viel einfacher in den Kleinbus mit Lift und Trittstufe einsteigen und befördert werden. Eine weitere Idee, die nach Fulda nun beispielsweise auch von der „Tafel“ in Hünfeld aufgegriffen werde, sei es gewesen, die jeweiligen Autos zu Transportern mit Kühlung umzubauen, um die Lebensmittel möglichst lange frisch zu halten. Zudem solle aus dem „Transcity“, der vor 25 Jahren schon einmal auf dem Markt war, ein Bürgerbus werden. Denn Helmut Sorg weiß, dass das Wachstum gerade im Transportbereich enorm ist und geht von einem Plus in einer Größenordnung von fast 50 Prozent aus.

Das „Online“-Stichwort ist bereits gefallen: Auch beim Blick auf den Internet-Handel ist den beiden Brüdern klar, dass schnell und innovativ gehandelt werden müsse. „Daher sind wir immer auf der Suche nach Projekten, die wir online vertreiben können“, wie Helmut Sorg bestätigt. Anders verhalte es sich beispielsweise bei Gebrauchtwagen: „Da brauchen Sie Fläche und müssen permanent dazu kaufen.“ So stünden auf dem Gelände immer zwischen 300 und 500 Gebrauchtwagen, denn der Kunde wünsche eine große Auswahl.

Die Formulierung „Platzte aus allen Nähten“, die Helmut Sorg auf die jüngste Vergangenheit bezog, passt trefflich auf das Jahr 1962, als der von Edmund und Maria Sorg in der Maberzeller Straße geführte Betrieb zu klein wurde. Zehn Jahre zuvor war „Ford“ in das Verkaufsprogramm mit aufgenommen worden, und nun musste eine große Lösung gefunden werden. Klaus Sorg: „Der damalige Oberbürgermeister Dr. Alfred Dregger empfahl dieses Grundstück in der Kreuzbergstraße, was zum damaligen Zeitpunkt mit 20.000 Quadratmetern von vielen als völlig überdimensioniert empfunden wurde“. Mit dem Eintritt von Helmut Sorg in 1966 und von Klaus Sorg 1972 habe die Phase der räumlichen Ausweitung des Marktgebietes sowohl durch Übernahmen als auch durch Neubauten begonnen. Parallel dazu lief übrigens die Einführung von zwei besonders erfolgreichen „Ford“-Modellen: „Capri“ und „Fiesta“.

Um die Verbindung zur Gegenwart zu bekommen: ein solches Gespräch mit den geschäftsführenden Gesellschaftern einer Fuldaer Autohausgruppe ist natürlich nicht möglich, ohne sich der „Diesel“-Problematik zu widmen. Hier bemängelt Klaus Sorg besonders, „dass jeder vor der Diskussion wegläuft. Die Politik ebenso wie der Handel“. Vielmehr verfalle die Politik in Aktionismus und fahre Ablenkungsmanöver, um dem Verbraucher gegenüber nicht untätig zu erscheinen. Für ihn und seinen Bruder Helmut ist der Diesel eine „ganz feine moderne Technologie und weiterhin die Zukunft, gerade bei den SUVs und wenn man sowohl entspannt als auch bequem unterwegs sein will“. Die Wissenschaft werde ihn so sauber hinbekommen, dass keine gesundheitlichen Belastungen mehr zu befürchten seien und der Diesel nicht mehr durch die „Deutsche Umwelthilfe“ oder Gerichte schlecht gemacht werden könne, die Fahrverbote verhängten. Die Branche müsse jetzt eine Hardware-Nachrüstung der Abgasnorm „Euro 5“ auf den Weg bringen. Gerade auch für Vielfahrer sei der Diesel ohne Alternative und könne auch durch Elektroautos nicht ersetzt werden.

Das Schlusswort der beiden Sorg-Brüder gilt Fulda, wo sich die Repräsentanten der Gruppe seit Jahrzehnten auf den unterschiedlichsten Gebieten ehrenamtlich und sozial engagieren: „Wir kommen aus dieser Region, wir haben uns hier entwickelt und wir arbeiten hier“.

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