Das Fuldaer Jubiläumsjahr ist offiziell eröffnet

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Musikalische Vesper im Dom und Start der Ausstellung "Fulda handelt. Fulda prägt" im Vonderau Museum machen den Anfang

Fulda - Das Fuldaer Jubiläumsjahr ist am Dienstagabend offiziell eröffnet worden: Den Auftakt machte eine musikalische Vesper im voll besetzten Hohen Dom, der die Eröffnung der Ausstellung "Fulda handelt. Fulda prägt" im Vonderau Museum folgte.

Mit der musikalischen Vesper gedachte das Bistum der Gründung des Klosters Fulda vor genau 1.275 Jahren. An der Stelle, wo heute der Hohe Dom steht, hatte einst der Heilige Sturmius mit seinen sieben Gefährten im Auftrag des Heiligen Bonifatius ein Kloster errichtet. Der Vesper stand Bischof em. Heinz Josef Algermissen vor, die Ansprache hielt  Domdechant Professor Dr. Werner Kathrein, während Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld ein Grußwort sprach.

Mit zwei Psalmvertonungen „Nisi Dominus“ und „Dixit Dominus“ von Jan Dismas Zelenka und dem „Magnificat“ von Francesco Durante brachten der Domchor und der Jugendkathedralchor die musikalische Pracht des Barocks zum Klingen.  Unterstützt wurden die Chöre dabei von Gesangssolisten und dem Originalklangorchester L’arpa festante (München) unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber. An der Domorgel spielte Domorganist Professor Hans-Jürgen Kaiser Werke von Nicolaus Bruhns, Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi.

OB Wingenfeld erinnerte im Beisein unter anderem von seinen Amtsvorgängerin Dr. Alois Rhiel und Gerhard Möller, Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann und Stadtbaurat Daniel Schreiner an das enge Miteinander von Kirche und Stadt, das die Geschichte Fuldas von frühesten Zeiten an geprägt habe. Wenn das Jubiläum Fuldas gefeiert werde, erinnere man sich zunächst einmal an den Jahrestag der Klostergründung am 12. März 744, also vor 1.275 Jahren. Ohne das Kloster hätten sich dieser Ort und diese Stadt nicht entwickeln können. Er dankte allen, die das vielfältige Festprogramm des Jahres 2019 ermöglichten.

Wingenfeld: "Wer die Zukunft gestalten und damit Neues schaffen will, braucht Orientierung und Ziele. Der Blick in unsere Geschichte kann uns dabei helfen, die Gegenwart und die Möglichkeiten der Zukunft zu bewerten. Der Philosoph Odo Marquard hat einmal treffend die Worte formuliert: ,Neues ist nicht ohne das Alte denkbar', denn ,Zukunft braucht Herkunft'". Vor diesem Hintergrund sei das Jubiläumsjahr 2019 für alle eine große Chance, gemeinsam den Blick auf das Vergangene zu richten, unser Geschichtsbewusstsein, unseren Gemeinschaftssinn und unsere Identifikation mit  Fulda zu stärken, um Perspektiven für die Zukunft zu schaffen.   

Noch vor 100 Jahren lebten in Fulda nur 25.000 Menschen. Aktuell seien es knapp 70.000. Die Bürgerschaft sei in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen und hinsichtlich ihrer Herkunft und ihrer kulturellen, religiösen und weltanschaulichen Bindungen vielfältiger geworden. Ein Beispiel mache dies deutlich: Jedes Jahr wachse Fuldas Bevölkerung im Ergebnis um gut 800 Menschen. Das klinge recht überschaubar. Dahinter stehe jedoch, dass pro Jahr fast 6.000 Menschen neu nach Fulda kommen und rund 5000 wegziehen.

Der Blick auf die Geschichte mit ihren Blütezeiten wie  der Klosterschule im 9. Jahrhundert  und der Barockzeit, aber auch mit ihren dunklen Kapiteln wie der NS-Zeit, werde uns sicherlich in der Einschätzung bestärken, dass wir als gegenwärtige Generationen das historisch einzigartige Glück haben, bereits mehr als 70 Jahre in Frieden und Freiheit leben zu dürfen. Eine solch lange Phase des Friedens habe es in diesen 1.275 Jahren wohl nie zuvor gegeben. Aus diesem Glück erwachse für uns sicher auch eine besondere Verantwortung, dafür einzutreten, dass auch künftige Generationen dieses Glück erfahren dürfen.            

Das Jahr 2019 werde mit insgesamt rund 100 Veranstaltungen wie Ausstellungen, Vorträgen, Konzerten und Festen dazu ermuntern, sich mit der Geschichte Fuldas zu befassen und Gemeinschaft zu leben.

Anschließend wurde im Vonderau Museum die Ausstellung „Fulda handelt. Fulda prägt.“ eröffnet, die den Zusatz „1.000 Jahre Münz-, Markt- und Zollrecht“ trägt. Die Sonderausstellung, die bis zum 4. August zu sehen ist, erzählt die wechselvolle Wirtschafts- und Geldgeschichte der Stadt Fulda im Wandel der Zeit vom zunftgebundenen Handwerk über die fürstlichen Manufakturen bis hin zur modernen Industrie. Zu sehen sind die zeittypischen Produkte, die für den heimischen Markt, aber auch für den Fernhandel gefertigt wurden und noch heute werden. Ebenso verfolgt die Ausstellung das sich stetig verändernde Geld von den ersten geprägten Münzen bis hin zum bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Museums zu sehen. Durch eine Initiative der Stadt wird der Eintritt am jeweils ersten Sonntag im Monat für alle Besucher kostenfrei sein. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten während der gesamten Dauer freien Eintritt.

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