E-Autos: Für kurze Strecken okay, für lange eher nicht

Innungsobermeister Thorsten Krämer zum Thema E-Autos.
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Innungsobermeister Thorsten Krämer zum Thema E-Autos.

Der Fuldaer Kfz-Innungsobermeister Thorsten Krämer im Gespräch über E-Autos

Fulda. E-Automobile oder kurz E-Autos sind in Zeiten der Energiewende und des Klimaschutzes in aller Munde. Kommen die Elektro-Autos an die Leistungsfähigkeit der Verbrenner-Autos heran und wie sieht es mit Lademöglichkeiten in der Region aus? FULDA AKTUELL fragte Thorsten Krämer, den Obermeister der Kfz-Innung Fulda.

FULDA AKTUELL: Wie läuft der Verkauf von E-Autos in der Region Fulda?

THORSTEN KRÄMER: Die genauen Zulassungszahlen von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen, Hybriden oder Plug-In-Hybriden kann ich momentan nicht sagen. Aus den Gesprächen mit meinen Kollegen kann ich jedoch berichten, dass diese Fahrzeuge in den letzten Monaten stark nachgefragt wurden Ich gehe davon aus, dass sie einen ähnlich hohen Anteil wie im Bundesgebiet, also etwa 35 Prozent der Gesamtzulassungen, haben. Sicher ist, dass dies die Fahrzeuggruppen mit den höchsten Zuwachsraten sind.

FA: Stimmen die genannten Kilometer-Angaben laut Akkuladung mit den tatsächlich fahrbaren Kilometern eines E-Autos überein?

KRÄMER: Grundsätzlich kann man schon feststellen, dass die angegebenen Reichweiten erreicht werden. Allerdings haben verschieden Faktoren wie beispielsweise Außentemperatur, die Anzahl der eingeschalteten elektrischen Verbraucher und ganz entscheidend die Fahrweise Einfluss auf die Reichweite, so dass diese auch erheblich geringer ausfallen kann.

FA: Werden diese Werte unter Laborbedingungen gemessen?

KRÄMER: Sicher gibt es auch hier ein standardisiertes Messverfahren, sonst könnte man die Fahrzeuge ja nicht miteinander vergleichen. Dies kann natürlich vom Praxisbetrieb abweichen.

FA: Wie ist es um Ladestationen bestellt – gibt es genügend im Landkreis Fulda?

KRÄMER: Für den momentanen Bestand an elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Fulda wird die Anzahl der Ladesäulen wohl ausreichend sein. Sollte der Bestand jedoch erheblich steigen, müssen auch entsprechend mehr Ladestationen zu Verfügung stehen. Aber damit alleine ist es auch nicht getan. Die Leitungswege müssen entsprechend dimensioniert sein, die Haus- und/oder Garageninstallationen müssen ausreichend abgesichert sein und die Menge an Strom muss natürlich auch bereitgestellt werden können. Hier sehe ich derzeit noch erhebliche Hürden.

FA: Wo können beispielsweise Durchreisende ihre E-Fahrzeuge aufladen?

KRÄMER: Es gibt bereits auf vielen Autobahnraststätten, Autohöfen und an anderen Stellen wie beispielsweise Einkaufsmärkten Schnellladesäulen und die Möglichkeit, mehrere Fahrzeuge gleichzeitig zu laden. Entscheidend hierfür ist die Wahl des Stromanbieters und die Nutzung der entsprechenden Apps. Sonst kann das „Tanken“ schnell zu einem teuren Spaß werden. Es empfiehlt sich, längere Fahrten auch entsprechend zu planen.

FA: Lohnt sich momentan die Anschaffung eines E-Fahrzeuges?

KRÄMER: Dies hängt entscheidend von der Nutzung des Fahrzeugs ab. Viele Kunden nutzen ihre E-Fahrzeuge als Zweitwagen mit relativ geringen Tagesfahrleistungen. Dies kombiniert mit einer eigenen Photovoltaik auf dem Hausdach ist sicher eine lohnende Investition. Für Langstreckennutzer und Außendienstmitarbeiter sehe ich die Hürden derzeit noch zu hoch.

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