Fuldaer Kulturpreis für Elmar Schick und Günter Sagan

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Feierstunde am Freitagnachmittag im Fuldaer Stadtschloss: Hohe Verdienste für "engagierte lokalgeschichtliche Forschung"

Fulda - "Zwei herausragende Vertreter einer engagierten lokalgeschichtlichen Forschung, insbesondere zur Kriegs- und Nachkriegszeit" sind am Freitagnachmittag von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld mit dem Kulturpreis der Stadt Fulda geehrt worden: Günter Sagan und Elmar Schick. Die Feierstunde, an der zahlreiche Vertreter des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens teilnahmen, fand  im Marmorsaal des Stadtschlosses statt. 

Seit mehr als drei Jahrzehnten erforscht Sagan (Jahrgang 1940) die Stadt- und Regionalgeschichte Fuldas von 1933 bis in die Nachkriegsjahre. Seine zahlreichen, auf intensiven Archivrecherchen und Zeitzeugenbefragungen beruhenden Aufsätze und Monographien zu den Themen Widerstand, Zwangsarbeit, Luftkrieg, Vertreibung und Besatzungszeit sind nicht nur zu Standardwerken der Fuldaliteratur geworden, sondern sie stehen in ihrer methodischen und didaktischen Umsetzung wegweisend für eine moderne historische Regionalforschung. Durch die Aufbereitung seiner Forschungsergebnisse für den Schulunterricht habe der Pädagoge wesentlich dazu beigetragen, die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und die unmittelbaren Nachkriegsjahre auch bei der jüngeren Generation zu bewahren und als Auftrag für die Gestaltung der Zukunft begreifen zu können.

Schick (Jahrgang 1922), der als junger Mann noch selbst die Schrecken des Weltkrieges erleben musste, befasste sich nach einem langen und erfolgreichen Wirken als Pädagoge intensiv mit der Geschichte des Fuldaer Landes, die er zunächst in mehreren Ortschroniken darstellte. Sein wichtigstes Forschungsfeld fand Schick in der Geschichte des Nationalsozialismus und seinen regionalen Auswirkungen. In zahlreichen Publikationen widmete er sich Tätern und Opfern der NS-Diktatur in Stadt und Landkreis Fulda. Hierbei bezog Schick unmissverständlich Stellung zu den Verbrechen der Täter und zur Rolle der Mitläufer. Der Quellenreichtum seiner Studien, aber auch die Einbeziehung seiner immensen Kenntnisse als Zeitzeuge,  hätten Schick in seiner Person wie in seinen Publikationen zu einem wichtigen Vermittler des dunkelsten Kapitels Fuldaer Geschichte gemacht.

Um die Verdienste der bei den Autoren zu würdigen, hatte die Stadtverordnetenversammlung in Übereinstimmung mit dem Magistrat beschlossen, beiden Persönlichkeiten den Kulturpreis  zu verleihen. Dieser ist seit 1960 erst zwölf Mal vergeben worden.

Im Anschluss an die Würdigung trugen sich beide ins Goldene Buch der Stadt ein. 

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