Fuldaer „Media Markt“-Geschäftsführer Peter Henkelmann im Ruhestand

Im Oktober 2012 wurde der neue „Media Markt“ am Fachmarktzentrum „Emaillierwerk“ nach dem Umzug aus der Rangstraße eröffnet. Peter Henkelmann (rechts) durfte sich dabei über die Anwesenheit von „MediaMarkt“-Gründer Leopold Stiefel freuen.

Auch Fulda aktuell - Verlagsleiter Michael Schwabe, bedankt sich bei Herrn Henkelmann, für viele Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit.

Fulda - Mit Fug und Recht darf man von einer Ära sprechen, die mit dem 30. September zu Ende gegangen ist: Denn zum 1. Oktober hat Peter Henkelmann, geschäftsführender Gesellschafter der „Media Markt TV-HiFi-Elektro GmbH Fulda“, die Leitung des Elektronikgeschäfts am Fachmarktzentrum „Emaillierwerk“ an Stephan Stoltenberg abgegeben. Zum Abschied in den Ruhestand stellte sich der frühere Präsident des „Lions-Clubs Fulda-Bonifatius“ (2011-2012) den Fragen der „Fulda aktuell“-Redaktion. Mit dem 1. Oktober 2020 schloss sich für den 64-jährigen Henkelmann, dessen Ehefrau Annette und die Söhne Christian und René auch weiterhin für den Fuldaer „Media Markt“ tätig sind, ein Kreis, war er doch seit dem 1. Oktober 1985 – genau 35 Jahre – geschäftsführender Gesellschafter bei „Media Markt“. Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte er eine Ausbildung zum Großhandels-Kaufmann, war dann mit dem Schwerpunkt Vertrieb für „Bosch“ tätig und ging 1979 zu „Miele“ als Bezirksleiter. Der aus Ützhausen bei Schlitz stammende Henkelmann schildert, wie es dazu kam, dass er am 25. Oktober 1985 in der Fuldaer Rangstraße den ersten „Media Markt“ außerhalb Bayerns eröffnete: „Mich erreichte Anfang 1985 der Anruf von Walter Gunz, zusammen mit Familie Kellerhals und Leopold Stiefel einer der Gründer des Unternehmens. Mein anfängliches Desinteresse hat Gunz mit viel persönlichem Engagement zerstreut, und als ich dann Familie Kellerhals und Stiefel kennenlernte, wusste ich: Dieses Wagnis gehst Du ein. Damals habe ich bei der ,Kreissparkasse Fulda‘, bei Direktor Hans Runk, eine selbstschuldnerische Bürgschaft zur Unternehmensgründung unterschrieben“.

Basis des Erfolges

Ob damals absehbar war, dass daraus eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte werden würde? Henkelmann: „Wir alle waren vom Erfolg überzeugt, zunächst von dem regionalen. Die Erfolgsgeschichte haben wir uns damals vielleicht erträumt, aber nicht in der Realität“. Als Basis für den Erfolg nennt der inzwischen fünffache Opa: „Wir hatte eine riesige Markenauswahl, Alles von der Unterhaltungselektronik über Elektro- Groß-und Kleingeräte, Tonträger, Computer und so weiter. Und noch dazu alles unter einem Dach. Wir hatten günstige Preise, eine tolle Werbung, Service und natürlich sehr gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Pioniergeist mitgetragen haben.“ Apropos Pionier: „Ich denke, dass auch ich einer der Pioniere war, denn wäre einer der ersten ,Media Märkte‘ gescheitert, dann hätte es die bis heute anhaltende Erfolgsgeschichte zum Marktführer in Deutschland und Europa, mit großem Abstand, nicht gegeben. Ich bin sehr, sehr stolz ein ,Medianer‘ zu sein, ich werde dieses Gen sicher immer in mir tragen“. Was hat ihn angetrieben, motiviert, an welchen Leitmotiven als Unternehmer hat sich Henkelmann orientiert? Der 64-Jährige zitiert den Heiligen Augustinus: „In Dir muss brennen, was Du in Anderen entzünden willst“. Außerdem sei ihm stets der Respekt von Menschen wichtig gewesen. Und: „Die Mitarbeiterinnen und die Mitarbeiter und die Kunden sind und waren unser wichtigstes Kapital.“ Henkelmann gilt als „Unternehmer wie aus dem Bilderbuch“, der sich stark in der Region Fulda ehrenamtlich engagiert, gerade auch auf sozialem Gebiet. Und das ist dabei seine Motivation: „Ich habe eine gesunde Familie und ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist und auch nicht ewig anhalten muss. Daher bin ich gerne für Menschen da, die nicht dieses Geschenk Gottes erhalten haben. Ich freue mich beispielsweise immer auf jede Begegnung bei ,Antonius‘, denn die Feedbacks der Bewohner sind ehrlich. Ebenso ist es mir wichtig, etwas an meine Heimatstadt Schlitz zurück zu geben, sei es die ,Landesmusikakademie‘, die junge Menschen einer musisch kulturellen Bildung zuführt, oder auch das Trachtenfest. Diese Tradition und das Brauchtum müssen erhalten bleiben“. Nicht vergessen darf man Henkelmanns Aktivitäten bei der „Fuldaer Karnevalsgesellschaft“, bei der „St. Lioba Stiftung“ und der „IHK“. Zudem gebe es noch viele weitere Einrichtungen, die für alle Altersgruppen und Bedürfnisse da seien und wo ein Engagement lohnenswert sei: Beispielsweise die „Tafel“, die „Tanner Diakonie“, Köcheausbildung „Feuer und Flamme“ oder „SMOG“ (Schule machen ohne Gewalt). Wie kann man sich nun den Alltag des Neu-Ruheständlers vorstellen? „Zunächst werde ich die Versprechen gegenüber meiner Frau: Das mache ich dann, wenn ich mal Zeit habe, einlösen“, schmunzelt Henkelmann. Und weiter: „Meine Enkel freuen sich auch, wenn der Opa mehr Zeit hat. Die ehrenamtlichen Tätigkeiten werde ich teilweise auch noch weiterführen. Gerne würde ich außerdem nochmals ein Praktikum als ,Küchenhilfe‘ machen, damit ich meine Familie gelegentlich bekochen kann“.

„Sternennächte“, Kochbuch

Mit Henkelmann verbindet „Fulda aktuell“ eine langjährige Zusammenarbeit, die nicht nur den geschäftlichen Bereich betraf: Gemeinsam mit dem „Media Markt“ und „Dehler Design“ führte unser Verlag im November 2012 und 2014 die „Sternennächte“ durch. Jeweils vier Köche von Rang sorgten im „Mercedes-Benz-Forum Fulda“ für kulinarische Genüsse. Der Erlös der ersten „Sternennacht“ ging an die „Tafel“ in Fulda, der Erlös der zweiten an „Tafel“ und „IGBFD“. Zuvor hatte es 2011 die Veröffentlichung des Kochbuches „In der Küche mit...“ gegeben. Hierfür hatten viele Persönlichkeiten aus der Region und „Fulda aktuell“-Leserinnen und -Leser bei Kochevents im „Media Markt“ am Herd gezaubert. Der Erlös kam den „Kleinen Helden“ und dem „Hospiz St. Elisabeth“ zugute.

In eigener Sache

„Fulda aktuell“-Verlagsleiter Michael Schwabe: „Die Zusammenarbeit mit Peter Henkelmann und seinem Fuldaer ,Media-Markt‘-Team ist rückblickend eine großartige Erfolgsgeschichte für beide Unternehmen und darüber hinaus. Denn die ganz besondere Stärke von Peter Henkelmann ist die besondere Gabe, offen auf Menschen zuzugehen, diese zu vernetzen und zu aller Nutzen zu verbinden. Immer auch mit Blick auf die Bedürftigen unter uns, engagiert sich Peter Henkelmann als Vollblut-Medianer und setzte die große Außenwirkung des ,roten‘ Elektronikfachmarktes bis heute eben auch für karitative und soziale Projekte ein, von denen viele Menschen in der Region Fulda profitieren. Und das beschreibt den Unternehmer Henkelmann, diesen Kaufmann alter Schule, mit seinem großen Herz für soziale und karitative Anliegen am besten: Hochengagiert, geradlinig und ehrlich, ein Geschäftsmann mit tief christlichen Wurzeln und äußerst wertschätzender Haltung zu Heimat und den Menschen der Region. Verlagsleiter Schwabe abschließend: „Wir danken Herrn Henkelmann für viele Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit und wünschen gleichzeitig seinem Nachfolger Stephan Stoltenberg alles erdenklich Gute für die neue Aufgabe“.

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