"Tegut" überspringt Milliarden-Umsatzmarke

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Im März 2017 eröffnete "Tegut" einen neuen Markt im Petersberger Ortsteil Marbach

Fuldaer Unternehmensgruppe legt Geschäftsbericht 2017 vor / Expansion wird weiter vorangetrieben

Fulda - Die Fuldaer Unternehmensgruppe "Tegut" hat 2017 erneut ein absolutes Umsatzplus verzeichnet. Der Netto-Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 1,008 Milliarden Euro (Vorjahr 996 Millionen Euro) und hat damit die Milliardenumsatzmarke übersprungen. Die Flächenproduktivität wurde zum fünften Mal in Folge um 0,9 Prozent gesteigert. Dies geht aus dem am Donnerstagnachmittag vorgelegten Geschäftsbericht hervor.

"Tegut" erwirtschaftet als Vollsortimenter 25,4 Prozent des Umsatzes mit Bioprodukten. Der Sortimentsanteil von regionalen und fairen Produkten stieg auch in 2017. Die Anzahl der Märkte belief sich durch die Schließungen und Neueröffnungen zum Ende des Jahres auf 273 (Vorjahr 272). Die Phase der Filial-Revitalisierungen ist 2017 abgeschlossen worden.

Die Unternehmensgruppe hat bis Ende 2017 für Revitalisierungen seit 2013 jährlich einen mittleren, zweistelligen Millionen-Eurobetrag investiert. Das angestrebte Expansionsziel 2018 sind zehn neue Standorte in bestehendem wie auch neuem Gebiet. 

2017 wurden acht Märkte neu eröffnet: Drei Supermärkte je in Stuttgart, Fürth und Kelsterbach. Drei Nahversorger öffneten jeweils in Petersberg-Marbach, Frankfurt-Fechenheim und Mainhausen und zwei "Tegut"-Lädchen“ je in Jena-Wogau und Langenfeld. Geschlossen wurden je ein Supermarkt in Kassel- Königsgalerie, Bad Soden-Salmünster und je ein Nahversorger in Gerstungen, Geschwenda, Bad Blankenburg und ein "Tegut"-Lädchen“ in Felsberg/Wolfershausen. Revitalisiert wurden vier Nahversorger und vier Supermärkte. Die Revitalisierungsphase ist nach vier Jahren abgeschlossen und der Investitionsstau abgebaut.

Logistikstandort bei Hünfeld

"Tegut" entwickelt zusammen mit der Stadt Hünfeld bis 2021 einen neuen Logistikstandort im "Logistikpark Hünfeld". Die Gespräche und Planungen sollen Anfang 2018 abgeschlossen werden. Das zu erwerbende Grundstück ist etwa 28 Hektar groß und sichert eine zukunftsfähige Logistik im Hinblick auf die weitere Expansion.

Im Mai 2017 konnte "Tegut" nach positiver Entscheidung des Kartellamtes und der Aufsichtsgremien die "herzberger Bäckerei" übernehmen. Die gesamte Gesellschaft wurde übernommen und produziert weiterhin für "Tegut" und Drittkunden. In den derzeit 273 Märkten finden die Kunden nach der Übernahme die Brot- und Backwaren weiterhin in Bio- Verbandsqualität. Bis 2013 waren beide Unternehmen Teil von "Tegut".

Nach dem Übergang des Handelsgeschäftes und der Logistik von "Tegut"  zur Genossenschaft "Migros Zürich" war die "herzberger Bäckerei" Teil der "W-E-G Stiftung & Co. KG". "Tegut" blieb der Hauptabnehmer der produzierten Brot- und Backwaren. Bis Ende des Jahres 2017 wurden rund 700 000 Euro in die Produktionsanlagen investiert. Weitere Investitionen sind für 2018 geplant. Das Sortiment wurde stärker an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet. Damit einher ging die Optimierung der Produktions- und Logistikprozesse und -systeme inklusive einer Straffung des Sortimentes.  Der Kauf der "Herzberger Bäckerei" sichert dem regionalen Lebensmitteleinzelhändler  "Tegut" die direkte Belieferung mit täglich frisch und handwerklich hergestellten Backwaren in Bio-Qualität.

Kooperation mit "Amazon"

"Tegut" arbeitet kontinuierlich daran, seine Produkte für neue Konsumentengruppen verfügbar zu machen und vor allem die  Eigenmarken mit dem "Tegut"-Reinheitsversprechen auch außerhalb des Stammgebietes und der Ladenöffnungszeiten anbieten zu können. Daher kooperiert  "Tegut" seit März 2017 mit "Amazon", um den erfolgreichen Online-Vertriebskanal mit seinem effizienten Logistiknetzwerk zu nutzen.

Landprimus-Ausweitung

2017 hat  "Tegut" das konventionelle Landprimus-Programm von Schwein auf Rind, Kalbfleisch und Huhn ausgeweitet. Die regionalen Kooperationspartner dafür sind Block House, Hof Martin Russ und zertifizierte Bauernhöfe 200 Kilometer rund um Ertingen in Süddeutschland. Fütterung ohne Gentechnik, mehr Tierwohl und schonende kurze Transportwege hätten die Kunden neben der guten Fleischqualität überzeugt und "Tegut" motiviert, das Landprimus-Programm auf andere Tiergattungen auszuweiten.

Auch im Bio-Bereich gehe man neue alte Wege mit dem Biosphärenrind e.V. und biete seit Oktober von Bio-Höfen aus den fünf Rhöner Landkreisen Fulda, Bad Salzungen, Meiningen, Bad Neustadt a.d.S. und Bad Kissingen wieder dauerhaft Rindfleisch in sechs Fuldaer Märkten an. Das regionale Programm soll gemeinsam mit dem Verein Rhöner Biosphärenrind e.V. ausgeweitet werden.

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