Gametipp: Project Cars 2 für PC, XBox One und PlayStation 4

Eine neue Rennspiel-Simulation für die gängigen Konsolen will den Markt erobert: "Project Cars 2" ist am Start.

Vor gut zwei Jahren ließ ein Crowdfunding-Projekt mit dem Namen „Project Cars“ die Fangemeinde von Rennspiel-Simulationen aufhorchen. Ein ehrgeiziges Team aus Hobby-Spielern, Rennprofis und Entwicklern werkelte an einer für den PC angedachten Rennsimulation, die – wie wir heute wissen–, letztlich auch auf den Spielkonsolen „Playstation 4“ und „Xbox One“ zu einem Bestseller wurde. Aber wo Licht, da ist auch Schatten. Zu viele Bugs und Programmfehler trübten aber den langfristigen Genuss an diesem Titel, der auf den Konsolen riesige Probleme mit der Pad-Steuerung machte und auf der „Xbox One“ zu einer Ruckel-Orgie wurde. Trotz massigen Umfangs konnte also der erste Ableger nicht in Gänze die Rennspieler begeistern.

Letzte Woche ist nun auf allen gängigen Plattformen der zweite Teil erschienen, und wir hatten die Gelegenheit, einmal genauer unter die Motorhaube der neuen Rennsimulation zu schauen. Die von uns getestete „Playstation4“-Version läuft durchweg mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde über die Mattscheibe und hat auf technischer Seite einiges zu bieten. Schicke Fahrzeuge, jede Menge beeindruckende Effekte, die neben Tag- und Nachtwechsel sogar Wetter- und Jahreszeitenwechsel simulieren können. Dabei ist uns besonders positiv die Simulation der Reifen aufgefallen.

Riesiger Baukasten fürs Rennerlebnis

Nicht nur, dass wir die Reifen auf die korrekte Betriebstemperatur bringen müssen, nein, wir müssen diese auch dort halten. Und allein ein Wetterumschwung hin zu mehr Bewölkung führt unweigerlich zu einem Abfall der Strecken- und somit auch Reifentemperatur – genial! Auch die Steuerung der Boliden via Gamepad ist nun – „out of the Box“ – ein wahres Vergnügen, das man auch sehr individuell an das eigene Können anpassen kann. Apropos Anpassungen: hier zeigt „PCars2“ der Rennspiele-Konkurrenz deutlich die Zähne. Was für ein unfassbar riesiger Baukasten für das jeweils gewünschte Renn-Erlebnis. Ob Wetter, Streckenvarianten, Rennserie, Gegnerzahl und Stärke, Renndauer, Stehender oder Fliegender Start, mit oder ohne Fahrhilfen – diese Liste würde den Rahmen deutlich sprengen.

Hier kann sich jeder Fan sein eigenes Rennwochenende basteln und hat ab der ersten Minute vollumfänglich Zugang zu allen Fahrzeugen und Strecken. Auf der Strecke präsentiert sich „PCars2“ mit brutalem Motoren-Sound, abwechslungsreichen Ansichten vom Cockpit bis hin zur Stoßstangen-Perspektive. Lediglich am Start kommt es bisweilen zu Massenkarambolagen, die aber sicher bald schon per Patch beseitigt werden. Insgesamt aber bleibt es eine Rennsimulation mit entsprechender Lernkurve und ist sicher nichts für den Gelegenheitsspieler. Das zeigt auch der leider etwas öde geratene Karriere-Modus, der kaum Anreize in Form emotionaler Höhepunkte zu bieten hat. Und so haben auch wir lieber den Baukasten bedient und uns die eigenen Rennserien zusammengebastelt.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Menüs. Teils extrem träge, zu verschachtelt und umständlich wirkend kommen diese daher. Auch die Fahrzeugpräsentation innerhalb der Optionsmenüs gleicht eher einer „Matchbox-Autos-Sammlung“. Das hätte man sicherlich schöner und edler machen können, ist aber auch Jammern auf hohem Niveau. Unterm Strich bleibt aber eine hochgradig flexible Rennsimulation mit ausgezeichnetem Umfang, starker Technik und echten Renn-Genen. Wir sind gespannt, welche Figur der Titel auf der im November erscheinenden „Xbox One X“ machen wird, denn hier versprechen die Entwickler, wird das Spiel erst zur Höchstform auflaufen. Wir sind gespannt und werden auch hierzu einen Test nachreichen. Bis dahin gehört „Project Cars 2“ ganz eindeutig zu den besten Rennsimulationen am Markt und wird sich schon bald mit Konkurrenten wie „GT Sport“ und „Forza Motorsport 7“ messen lassen müssen.

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