Ganz fiese Masche: Fake-Gewinne und teure Abos im Internet

Per SMS, E-Mail oder "WhatsApp"-Nachricht: Betrüger wollen nur eines - unser Geld. Mit ZWISCHENRUF

Osthessen - Es klingt verlockend, wenn man eine Nachricht bekommt, dass man einen Gutschein geschenkt bekommt oder einen großen Gewinn gemacht hat. Doch bei den meisten solcher Angebote handelt es sich um fiese Maschen von Abzockern, die nur eines wollen: An das Geld unbescholtener Bürger. Ganz aktuell verbreitet sich bei „WhatsApp“-Nutzern die Nachricht über einen angeblichen Gutschein im Wert von 250 Euro, den die Lebensmittelkette „REWE“ verschenkt. Wer den Link in der Nachricht antippt, wird aber direkt auf eine falsche Website geführt, die zumindest im Layout an „REWE“ erinnert. Nach der Beantwortung einer Fragen und der Weiterleitung der Nachricht an zehn Freunde soll dann der versprochene Gutschein abgeholt werden können.

Dem ist allerdings nicht so, denn der Benutzer wird auf diverse App-Seiten umgeleitet, die automatische und natürlich kostenpflichtige Abos nach sich ziehen, heißt es auf der Internetplattform „mimikama.at“. Eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkbetreiber könne vor solchen Betrugsmaschen schützen, so das Portal zur Aufklärung über Internetmissbrauch. Die Drittanbietersperre kann jeder Benutzer für sein Smartphone einrichten lassen – und das kostenlos. Diese Sperre ist im Telekommunikationsgesetz unter § 45d, Absatz 3, verankert.

Falsche Gewinnversprechen

E-Mails mit falschen Gewinnversprechen gibt es schon seit langem, doch die Betrüger haben mit „Facebook“ und „WhatsApp“ leider neue Beschäftigungsfelder gefunden. Auch der Discounter „LIDL“ war schon Bestandteil von betrügerischen Angeboten, ebenso die schwedische Möbelriese „IKEA“. Dort sollte man eine kostenpflichtige Nummer anrufen, um einen angeblichen Gewinn zu erhalten. Auch ein 500-Euro-Gutschein von „Media Markt“ war ein Fake, ebenso wie eine 100-Euro-Geschenkkarte von „H&M“. Vorsicht ist also bei allem geboten, was zu schön ist, um wahr zu sein. Die genannten und viele weitere Unternehmen erleiden durch die Betrüger, die zumeist im weit entfernten Ausland sitzen, einen Imageschaden. Viele der betroffenen Unternehmen warnen auf ihren eigenen Internetseiten vor den sich rasch verbreitenden Fake-Meldungen. Als Websites zur Information sind beispielsweise www.onlinewarnungen.de oder www.mimikama.at geeignet. Dort werden aktuelle und zurückliegende Betrugsmaschen gezeigt und erläutert. Auch Hilfe, wenn man in eine Falle getappt ist, findet sich dort.

Zum eigenen Schutz müssen die Benutzer von Computer, Handy und Tablet aber vor allem eines tun: Immer genau abwägen, ob ein Angebot wirklich vertrauenswürdig ist. Oft gibt die tatsächliche E-Mail-Adresse eines Absenders oder die im Browser-Leiste erscheinende Web-Adresse einen ersten Hinweis darauf, dass es sich um eine Fälschung handelt. Wer abwägt und Kinder und Verwandte aufklärt, lebt in einer Welt, in der Online-Betrügern auf mannigfaltige Weise agieren, sicherer leben und muss nicht mit finanziellen Folgen rechnen.

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ZWISCHENRUF

Nicht zum Opfer werden

Mit den Möglichkeiten der Technik wachsen leider auch die Einsatzmöglichkeiten von Betrügern. In Zeiten, in denen Geldabbuchungen digital und unkompliziert sind, mit SMS, E-Mails, „WhatsApp“-Nachrichten oder einem Computervirus in kürzester Zeit horrende Summen auftürmen, die dann ohne Nachfrage mit der Telefon- oder Handyrechnung vom Konto verschwinden, wird es immer leichter für die Betrüger. Und die Geschädigten müssen dann zahlreiche Schritte ergreifen, um überhaupt aus der Kostenfalle herauszukommen.

Was ist es, was den fiesen Verbrechern das Leben so leicht macht? Ist es der Reiz der Verlockung, dem man einfach nicht widerstehen möchte? Oder ist es die Naivität vieler Menschen?

Natürlich klingt es prima, wenn man etwas gewonnen hat. Wenn man aber an gar keinem Gewinnspiel teilgenommen hat, kann man auch nichts gewonnen haben. Wer das weiß, der wird auch nicht auf die angeblichen tollen Gewinne reagieren. Wer aber einmal zuviel klickt oder einmal die falsche horrend teure Nummer anruft, der wirft den Betrügern das Geld in den Rachen. Und wenn diese 100.000 Menschen anschreiben und nur ein Zehntel davon darauf hereinfällt, ist die „Gewinnmarge“ der Gauner bereits beträchtlich.

Bei den in unserer Redaktion in – leider – stetiger Regelmäßigkeit eintreffenden Polizeimeldungen über erfolgreiche Enkeltrick-Betrüger oder falsche Handwerker, die vor allem Senioren um ihr Erspartes bringen, frage ich mich wirklich jedes Mal: Warum fällt jemand darauf herein? Die Polizei versucht, uns Bürger so gut und so oft wie möglich darüber aufzuklären, wie Gauner und Betrüger handeln, damit wir nicht Opfer von ihnen werden. Haben denn diejenigen, die darauf hereinfallen, weder Radio, Fernseher oder (Wochen-)Zeitung?

Verbrecher und Verbrechen gibt es seit Anbeginn der Menschheit. Aber heute gibt es auf jeden Fall Möglichkeiten, sich und sein Hab und Gut zu schützen. Man muss nur wissen, wie. Und eine gehörige Portion Vorsicht bei allem, was zu verlockend und zu schön wirkt, sollte bei uns allen auf jeden Fall im Spiel sein. Ältere Menschen und Kinder müssen wir informieren.

Und wenn meine zehnjährige Tochter eine „Whatsapp“-Nachricht bekommt, das sie nach Anklicken eines Links eine bunte Tastatur mit sich bewegenden Emojis bekommt, dann darf sie das nicht. Denn ich selbst bin – wie ich leider zugeben muss – durch sie eine SMS-Kostenfalle geraten, weil ich meine Tochter nicht rechtzeitig über die betrügerischen Maschen der Online-Verbrecher aufgeklärt habe.

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